Buronil (Melperon) bei Herzinsuffizienz
Klare Empfehlung
Buronil (Melperon) kann bei Patienten mit Herzinsuffizienz verwendet werden, da es im Gegensatz zu anderen Antipsychotika kardiovaskulär günstige Eigenschaften aufweist – es verbessert sogar die linksventrikuläre Funktion bei akuter ischämischer Herzinsuffizienz. 1
Evidenzbasierte Begründung
Kardiovaskuläre Sicherheit und Vorteile
Melperon verbessert die linksventrikuläre Funktion bei akuter ischämischer Herzinsuffizienz, indem es den linksventrikulären enddiastolischen Druck deutlich senkt, das Schlagvolumen moderat erhöht und den myokardialen Sauerstoffverbrauch reduziert 1
Im Gegensatz zu anderen Antiarrhythmika, die kardiale Depression verursachen können, zeigt Melperon positive hämodynamische Effekte mit moderater Reduktion des peripheren Gefäßwiderstands und Verbesserung der Herzfunktion 1
Langzeitstudien über 1-15 Jahre zeigten keine schwerwiegenden kardiovaskulären Nebenwirkungen bei Dosen von 15-800 mg/Tag, einschließlich normaler EKG-Befunde 2
Dosierung und Monitoring
Startdosis:
- Beginnen Sie mit 15-25 mg täglich bei stabilen Herzinsuffizienz-Patienten 2
- Bei älteren Patienten oder NYHA-Klasse III-IV: 12,5 mg täglich als Initialdosis
Dosistitration:
- Erhöhen Sie schrittweise alle 1-2 Wochen um 15-25 mg, abhängig von der klinischen Verträglichkeit 2
- Zieldosis: 50-200 mg täglich, aufgeteilt in 2-3 Einzeldosen
- Maximaldosis in Studien: bis zu 800 mg/Tag, jedoch bei Herzinsuffizienz konservativere Dosierung empfohlen 2
Obligatorisches Monitoring
Vor Therapiebeginn:
- EKG-Kontrolle (QTc-Zeit, Rhythmus) 2
- Elektrolyte (Kalium, Natrium) – besonders wichtig bei gleichzeitiger Diuretikatherapie 3
- Nierenfunktion (Kreatinin, eGFR) 2
- Blutdruck und Herzfrequenz 1
Während der Therapie:
- Wöchentliche Kontrollen in den ersten 4 Wochen: Blutdruck, Herzfrequenz, klinische Zeichen der Dekompensation 3
- Alle 1-2 Wochen nach Dosissteigerung: EKG, Elektrolyte, Nierenfunktion 2
- Alle 3-6 Monate bei stabiler Dosierung: Komplettes Monitoring inklusive EKG 2
Integration in die Herzinsuffizienz-Therapie
Fortführung der Basistherapie ist essentiell:
- ACE-Hemmer/ARB müssen fortgeführt werden, es sei denn, es besteht hämodynamische Instabilität 3
- Betablocker (Bisoprolol, Carvedilol oder Metoprolol-Succinat) sind obligat bei allen symptomatischen Patienten mit reduzierter LVEF, sofern nicht kontraindiziert 3
- Diuretika nach Bedarf zur Kontrolle der Flüssigkeitsretention – typischerweise Furosemid 20-40 mg initial, Titration nach klinischem Ansprechen 3, 4
- Aldosteron-Antagonisten bei NYHA II-IV und LVEF ≤35% 3
Wichtige Warnhinweise und Fallstricke
Kontraindikationen:
- Schwere Hypotonie (systolisch <90 mmHg) – Melperon kann den Blutdruck moderat senken 1
- Akut dekompensierte Herzinsuffizienz mit kardiogenem Schock – erst nach Stabilisierung beginnen 3
- Schwere Bradykardie (<50/min) ohne Schrittmacher
Vorsicht bei:
- Gleichzeitiger QTc-verlängernder Medikation – regelmäßige EKG-Kontrollen erforderlich 2
- Kombination mit Diuretika – erhöhtes Risiko für Elektrolytstörungen, engmaschiges Kalium-Monitoring 3, 4
- Niereninsuffizienz – Dosisanpassung erwägen, da 83% renal eliminiert werden (gilt für strukturell ähnliche Substanzen) 5
Häufige Fehler vermeiden:
- Niemals die evidenzbasierte Herzinsuffizienz-Therapie reduzieren oder absetzen, um Melperon zu starten – beide Therapien sind kompatibel 3
- Nicht bei Zeichen der Flüssigkeitsretention mit Melperon beginnen – erst Euvolämie mit Diuretika erreichen 3, 4
- Keine abrupte Dosissteigerung – langsame Titration verhindert hämodynamische Instabilität 1
Klinische Überwachung der Herzinsuffizienz
Tägliche Gewichtskontrolle:
- Patienten sollten sich täglich zur gleichen Zeit wiegen 4, 6
- Gewichtszunahme >1-2 kg erfordert Diuretika-Anpassung (Erhöhung um 20-40 mg Furosemid für 2-3 Tage) 4, 6
Zeichen der Dekompensation: