Lixana 60 mg bei Vorhofflimmern: Therapeutische Dosierung
Lixana (Edoxaban) 60 mg einmal täglich ist bei einem Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern, normaler Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance >50 ml/min) und Körpergewicht >60 kg eine therapeutische Dosis zur Schlaganfallprävention, nicht prophylaktisch. 1
Therapeutische Indikation und Evidenz
Die ENGAGE AF-TIMI 48-Studie zeigte, dass Edoxaban 60 mg einmal täglich bei Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern und moderatem bis hohem Risiko nicht-unterlegen gegenüber Warfarin war bezüglich der Prävention von Schlaganfall oder systemischer Embolie (1,2% vs. 1,5%; HR: 0,79; 97,5% CI: 0,63–0,99; p<0,001 für Nicht-Unterlegenheit). 1
Die 60-mg-Dosis ist die therapeutische Standarddosis für die Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern, während 30 mg die reduzierte Dosis darstellt. 1
Dosierungsalgorithmus für Edoxaban
Standarddosis (60 mg einmal täglich)
- Verwenden Sie 60 mg einmal täglich bei Patienten, die KEINE der folgenden Dosisreduktionskriterien erfüllen: 1, 2
- Kreatinin-Clearance 15-50 ml/min
- Körpergewicht ≤60 kg
- Gleichzeitige Anwendung starker P-Glykoprotein-Inhibitoren
Reduzierte Dosis (30 mg einmal täglich)
- Reduzieren Sie auf 30 mg einmal täglich, wenn EINES oder MEHRERE der folgenden Kriterien vorliegen: 1, 2, 3
- Kreatinin-Clearance zwischen 15 und 50 ml/min
- Körpergewicht ≤60 kg
- Gleichzeitige Therapie mit starken P-Glykoprotein-Inhibitoren (z.B. Verapamil, Dronedaron, Ketoconazol)
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Die therapeutische 60-mg-Dosis zeigte im Vergleich zu Warfarin: 1
- Signifikant niedrigere Rate schwerer Blutungen (2,8% vs. 3,4%; HR: 0,80; 95% CI: 0,71–0,91; p<0,001)
- Signifikant niedrigere Rate intrakranieller Blutungen
- Signifikant niedrigere Rate kardiovaskulärer Todesfälle
Die 30-mg-Dosis zeigte zwar noch niedrigere Blutungsraten (1,6%), war aber bezüglich der Schlaganfallprävention nur nicht-unterlegen (1,6% vs. 1,5% mit Warfarin; HR: 1,07), nicht überlegen. 1
Wichtige klinische Überlegungen
Renale Clearance
- Edoxaban wird zu etwa 50% renal eliminiert, was eine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion erforderlich macht. 2, 4
- Bei Kreatinin-Clearance >95 ml/min besteht möglicherweise ein erhöhtes Schlaganfallrisiko aufgrund niedrigerer Edoxaban-Exposition – in diesem Fall sollte ein alternatives Antikoagulans erwogen werden. 1, 4
Kontraindikationen
- Edoxaban ist kontraindiziert bei: 1
- Moderater bis schwerer Mitralstenose
- Mechanischen Herzklappen
- Terminaler Niereninsuffizienz oder Dialyse (Kreatinin-Clearance <15 ml/min)
Sekundärprävention nach Schlaganfall
- Edoxaban 60 mg ist sowohl für die Primär- als auch Sekundärprävention bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern geeignet. 5
- Das Risiko intrakranieller Blutungen war bei Edoxaban signifikant niedriger als bei Warfarin, auch bei Patienten mit vorherigem Schlaganfall oder TIA. 5
Häufige Fehlerquellen
- Verwechslung von therapeutischer und prophylaktischer Dosierung: Die 60-mg-Dosis ist therapeutisch für Schlaganfallprävention, nicht prophylaktisch. Prophylaktische Dosierungen werden bei venösen Thromboembolien nach orthopädischen Eingriffen verwendet (nicht bei Vorhofflimmern). 1
- Unnötige Dosisreduktion: Reduzieren Sie die Dosis nur bei Vorliegen der spezifischen Kriterien – nicht aufgrund von Alter allein oder vager Blutungsbedenken. 2, 3
- Fehlende Nierenfunktionsüberwachung: Die Nierenfunktion sollte vor Therapiebeginn und mindestens jährlich überprüft werden. 1