Which investigations are indicated for suspected irritable bowel syndrome, and how do red‑flag features such as age > 50, unexplained weight loss, rectal bleeding, anemia, persistent diarrhea, fever, or a family history of inflammatory bowel disease or colorectal cancer modify the work‑up?

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Diagnostische Untersuchungen bei Verdacht auf Reizdarmsyndrom

Bei typischen Reizdarmsyndrom-Symptomen ohne Alarmsymptome bei Patienten unter 45 Jahren ist eine positive Diagnose anhand der Rom-Kriterien ausreichend – umfangreiche Zusatzuntersuchungen sind nicht erforderlich. 1, 2

Basisuntersuchungen für alle Patienten

Die folgenden Untersuchungen sollten bei jedem Verdacht auf Reizdarmsyndrom durchgeführt werden:

  • Blutbild (CBC) zum Ausschluss von Anämie und entzündlichen Veränderungen 1, 2
  • Zöliakie-Serologie (IgA-Gewebetransglutaminase mit Gesamt-IgA) – dies ist eine starke Empfehlung mit moderater Evidenzqualität, da Zöliakie IBS-ähnliche Symptome verursachen kann 2
  • Stuhltest auf okkultes Blut (Hämoccult) als Screening-Untersuchung 1, 2
  • Fäkales Calprotectin bei Patienten unter 45 Jahren mit Durchfall – Werte <50 μg/g schließen entzündliche Darmerkrankungen praktisch aus und unterstützen die IBS-Diagnose 3, 2

Die British Society of Gastroenterology betont, dass bei typischen Symptomen, normaler körperlicher Untersuchung und Fehlen von Alarmsymptomen eine Arbeitsdiagnose in der Hausarztpraxis sicher gestellt werden kann. 1

Alarmsymptome ("Red Flags"), die erweiterte Diagnostik erfordern

Folgende Befunde erfordern sofortige weiterführende Untersuchungen:

  • Alter >45-50 Jahre bei Symptombeginn 1, 2
  • Rektale Blutung oder Blut im Stuhl 1
  • Ungeklärter Gewichtsverlust 1
  • Anämie – dies ist ein absolutes Alarmsymptom, das IBS ausschließt und eine organische Erkrankung wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn nahelegt 1, 3
  • Fieber 1
  • Nächtliche Symptome 1
  • Familienanamnese für entzündliche Darmerkrankungen oder kolorektales Karzinom 1, 2

Wichtiger Hinweis: Obwohl 70-84% der IBS-Patienten mindestens ein "Red Flag"-Symptom aufweisen, ist die positive Vorhersagekraft einzelner Alarmsymptome für organische Erkrankungen mit nur 7-9% gering. 4, 5 Dennoch müssen diese Patienten weiter abgeklärt werden.

Erweiterte Diagnostik bei Alarmsymptomen

Bei Vorliegen von Alarmsymptomen sind folgende Untersuchungen indiziert:

  • Sigmoidoskopie oder Koloskopie – obligat bei Patienten über 45 Jahren oder bei Vorliegen von Alarmsymptomen 1, 2

    • Bei Koloskopie sollten Biopsien sowohl aus entzündlich veränderten als auch aus normal erscheinenden Darmabschnitten entnommen werden 3
    • Bei Durchfall sollten Biopsien zum Ausschluss einer mikroskopischen Kolitis erfolgen 1
  • BSG oder CRP – besonders bei jüngeren Patienten zum Nachweis systemischer Entzündung 1, 2

    • Wichtige Einschränkung: 15-20% der Patienten mit aktiver entzündlicher Darmerkrankung können normale CRP-Werte aufweisen 3, 2
  • Serum-Chemie und Albumin zur Beurteilung des Ernährungszustands und der Krankheitsschwere 1, 2

  • Stuhluntersuchung auf Parasiten (insbesondere Giardia) – starke Empfehlung bei Reiseanamnese oder Immigration aus Risikogebieten 2

  • Schilddrüsenfunktion, Stuhlmikroskopie und Laxantien-Screening im Urin – diese Tests haben jeweils eine Ausbeute von 1-2% 1

Zusätzliche Tests bei spezifischen Symptomen

  • Laktose-Atemtest nur bei Patienten, die täglich >280 ml Milch konsumieren, besonders bei Hochrisiko-Ethnien 1, 2

  • Koloskopie oder Bariumeinlauf bei Patienten mit Familienanamnese für Kolonkarzinom oder Alter >45 Jahren bei Symptombeginn 1

Tests, die NICHT routinemäßig empfohlen werden

  • Koloskopie bei jungen Patienten (<45 Jahre) mit typischen IBS-Symptomen ohne Alarmsymptome ist nicht kosteneffektiv 2, 6

  • Ultraschall – nicht empfohlen, da häufig Zufallsbefunde ohne Symptombezug entdeckt werden 2

  • Wasserstoff-Atemtest für bakterielle Fehlbesiedlung – nicht empfohlen bei typischen IBS-Symptomen 2

  • Serologische IBS-Tests – nicht empfohlen aufgrund unzureichender Evidenz (Sensitivität <50%) 2

  • Stuhluntersuchung auf Ova und Parasiten (außer Giardia) – nur bei Reiseanamnese oder Immigration aus Hochrisikogebieten 2

Diagnostischer Algorithmus

Schritt 1: Prüfung der Rom-Kriterien – mindestens 12 Wochen abdominelle Beschwerden in den letzten 12 Monaten mit mindestens 2 von 3 Merkmalen: Besserung durch Defäkation, Beginn mit Änderung der Stuhlfrequenz, Beginn mit Änderung der Stuhlkonsistenz 1, 2

Schritt 2: Ausschluss von Alarmsymptomen durch Anamnese und körperliche Untersuchung 1

Schritt 3: Basisuntersuchungen (Blutbild, Zöliakie-Serologie, Hämoccult, fäkales Calprotectin bei Durchfall) 2

Schritt 4:

  • Keine Alarmsymptome + Alter <45 Jahre: Positive IBS-Diagnose stellen, keine weitere Diagnostik erforderlich 1, 2
  • Alarmsymptome vorhanden ODER Alter ≥45 Jahre: Erweiterte Diagnostik mit Endoskopie und zusätzlichen Tests 1

Häufige Fallstricke

  • Normale Entzündungsmarker schließen entzündliche Darmerkrankungen nicht aus – bis zu 20% der Patienten mit aktivem Morbus Crohn haben normale CRP-Werte 3, 2

  • Übermäßiges Vertrauen in Patientenberichte über Nahrungsmittelunverträglichkeiten ohne objektive Tests kann zu unnötigen Diäteinschränkungen führen 2

  • Wiederholte serielle Tests bei Patienten mit typischen IBS-Symptomen ohne Alarmsymptome sind angstauslösend und nicht kosteneffektiv 1, 6

  • Fäkales Calprotectin <50 μg/g schließt IBD bei Patienten unter 45 Jahren mit Durchfall spezifisch aus und unterstützt die IBS-Diagnose stark 3, 2

References

Guideline

Guideline Directed Topic Overview

Dr.Oracle Medical Advisory Board & Editors, 2025

Guideline

Diagnostic Approach to Irritable Bowel Syndrome

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2026

Guideline

Inflammatory Bowel Disease Diagnosis and Management

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2026

Research

"Red flag" evaluation yield in irritable bowel syndrome.

Journal of gastrointestinal and liver diseases : JGLD, 2012

Research

Irritable bowel syndrome - an evidence-based approach to diagnosis.

Alimentary pharmacology & therapeutics, 2004

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