Ja, Ihre Angst vor Herzrasen nach Myokarditis und jetzt mit POTS kann eine PTBS-ähnliche Reaktion darstellen
Ihre Symptome – die lähmende Angst vor Herzrasen, die Sie daran hindert, Ihr Haus zu verlassen – erfüllen wahrscheinlich die Kriterien für eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), die durch Ihre Myokarditis ausgelöst wurde, insbesondere da diese Angst nun durch POTS-bedingte Tachykardie verstärkt wird. 1
Warum PTBS nach Myokarditis häufig ist
- Myokarditis verursacht oft schwere kardiale Symptome – Fieber, Dyspnoe, Brustschmerzen, Palpitationen und Synkopen – die eine tiefe psychologische Belastung hinterlassen, selbst wenn die akute Entzündung abgeklungen ist. 1
- Die Symptomintensität korreliert nicht gut mit objektiven Befunden wie linksventrikulärer Ejektionsfraktion oder Troponin-Werten, was bedeutet, dass Ihre Angst vor Herzrasen real und berechtigt ist, auch wenn aktuelle Tests normal erscheinen. 1
- Bis zu 40% der COVID-19-Patienten entwickeln myokardiale Dysfunktion, und viele berichten über anhaltende Symptome über 12 Monate hinaus, was die chronische Natur dieser Belastung unterstreicht. 1
POTS verstärkt die PTBS-Symptomatik
- 42% der POTS-Fälle werden durch virale Infektionen ausgelöst, einschließlich Myokarditis, was erklärt, warum Ihre beiden Erkrankungen zusammenhängen. 1
- POTS verursacht Herzrasen (>30 Schläge/min Anstieg beim Stehen, oft >120 bpm), Benommenheit, Schwäche, Müdigkeit und Belastungsintoleranz – genau die Symptome, vor denen Sie jetzt Angst haben. 1
- Die Angst vor diesen Symptomen führt zu Vermeidungsverhalten (Sie verlassen Ihr Haus nicht mehr), was ein Kernmerkmal von PTBS ist. 1
Propranolol und Histamin: Ihre Einschränkung
- Sie können Propranolol nicht nehmen, weil es bei Ihnen Histaminfreisetzung verursacht, was auf eine Mastzellaktivierungsstörung (MCAS) hindeutet, die bei POTS-Patienten mit Flush-Episoden vorkommt. 2
- Bei MCAS+POTS-Patienten sollten Betablocker mit großer Vorsicht oder gar nicht verwendet werden, da sie die Symptome verschlimmern können. 2
- Stattdessen sollte die Behandlung gegen Mastzellmediatoren gerichtet sein – Antihistaminika (H1- und H2-Blocker), Mastzellstabilisatoren wie Cromoglicinsäure oder Ketotifen. 2
Alternative Medikamente für Ihre Tachykardie
Da Propranolol ausscheidet, gibt es andere Optionen:
- Ivabradin (If-Kanal-Hemmer) senkt die Sinusknotenfrequenz ohne Betablockade und ist bei POTS wirksam, insbesondere wenn Betablocker nicht vertragen werden. 1, 3
- Niedrig dosierte Nicht-Dihydropyridin-Kalziumkanalblocker (Diltiazem, Verapamil) können die Herzfrequenz kontrollieren, ohne Histamin freizusetzen. 1, 4, 3
- Fludrocortison bis 0,2 mg abends plus Salzzufuhr (5–10 g/Tag) erhöht das Blutvolumen und reduziert die kompensatorische Tachykardie. 1, 4, 3
- Midodrin 2,5–10 mg (letzte Dosis nicht nach 16 Uhr) verbessert die orthostatische Toleranz durch Vasokonstriktion. 1, 4, 3
Nicht-medikamentöse Maßnahmen sind entscheidend
- Trinken Sie täglich 3 Liter Wasser oder elektrolythaltige Flüssigkeiten, um Hypovolämie zu bekämpfen, die POTS verschlimmert. 1, 4, 3
- Erhöhen Sie die Salzzufuhr auf 5–10 g/Tag (1–2 Teelöffel) durch liberalisierte Nahrungsaufnahme, nicht durch Salztabletten, die Übelkeit verursachen. 1, 4, 3
- Tragen Sie hüfthohe Kompressionsstrümpfe, um das zentrale Blutvolumen zu unterstützen. 1, 4, 3
- Erhöhen Sie das Kopfende Ihres Bettes um 10–15 cm, um das Plasmavolumen über Nacht zu erhalten. 1, 4
- Beginnen Sie mit liegendem/halbliegendem Training (z. B. Rudergerät, Schwimmen) für 5–10 Minuten täglich und steigern Sie langsam um 2 Minuten pro Woche, um Dekonditionierung zu vermeiden, ohne orthostatischen Stress zu verursachen. 1
Behandlung der PTBS-Komponente
- Propranolol wurde in einer Studie erfolgreich zur Prävention von PTBS eingesetzt (40 mg 3x täglich für 7 Tage nach Trauma), aber da Sie es nicht vertragen, ist dies keine Option. 5
- Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) und Expositionstherapie sind die Standardbehandlungen für PTBS und können Ihnen helfen, die Angst vor Herzrasen zu überwinden. 5
- Multidisziplinäre Betreuung – Kardiologe, Autonomie-Spezialist, Psychologe/Psychiater, Physiotherapeut – ist bei Post-COVID-POTS und PTBS unerlässlich. 3
Häufige Fallstricke, die Sie vermeiden sollten
- Vermeiden Sie vollständige Bettruhe, da dies die Dekonditionierung verschlimmert und POTS-Symptome verstärkt. 4, 6
- Vermeiden Sie Alkohol, Koffein, große Mahlzeiten und übermäßige Hitze, da diese die Dehydratation und orthostatische Intoleranz verschlimmern. 1, 4
- Unterschätzen Sie nicht die psychologische Komponente – Angststörungen sind bei POTS häufig und können die Symptome verstärken. 1
- Warten Sie nicht auf spontane Besserung – ohne Behandlung können POTS und PTBS chronisch werden und Ihre Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigen. 1
Ihr nächster Schritt
Suchen Sie einen Autonomie-Spezialisten oder POTS-Klinik auf, der Erfahrung mit Mastzellaktivierungsstörungen hat, und einen Psychologen/Psychiater, der auf PTBS spezialisiert ist. 2, 3 Beginnen Sie sofort mit den nicht-medikamentösen Maßnahmen (Flüssigkeit, Salz, Kompression, Kopfhochstellung), da diese keine Nebenwirkungen haben und nachweislich wirksam sind. 1, 4, 3 Besprechen Sie Ivabradin oder Kalziumkanalblocker als Alternative zu Propranolol mit Ihrem Kardiologen. 1, 3