Daridorexant Wirkeintritt und Dosierung
Daridorexant (Quviviq) erreicht innerhalb von 1 Stunde nach oraler Einnahme seine maximale Plasmakonzentration und beginnt in der ersten Behandlungsnacht zu wirken, wobei die empfohlene Dosis 25–50 mg beträgt, die 30 Minuten vor dem Schlafengehen eingenommen wird. 1, 2
Wirkeintritt und Pharmakokinetik
- Die maximale Plasmakonzentration (Tmax) wird innerhalb von 1,0 Stunde nach Einnahme erreicht, unabhängig von Alter oder Dosis 2
- Die terminale Halbwertszeit beträgt etwa 8 Stunden, was eine Wirkung über die Nacht ohne wesentliche Akkumulation bei wiederholter Dosierung ermöglicht 2
- Die Wirkung auf Schlafparameter ist bereits in der ersten Behandlungsnacht messbar, mit statistisch signifikanten Verbesserungen der Wachzeit nach Schlafbeginn (WASO) und der Latenz bis zum anhaltenden Schlaf (LPS) ab Tag 1/2 2
- Die Einnahme mit oder kurz nach einer Mahlzeit kann den Wirkeintritt verzögern, daher sollte die Einnahme auf nüchternen Magen erfolgen 1
Empfohlene Dosierung für Erwachsene
- Die Standarddosis beträgt 25–50 mg einmal täglich, wobei 50 mg die bevorzugte Dosis ist, um die größte Wirksamkeit ohne erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen zu erreichen 1, 3
- Die Einnahme erfolgt 30 Minuten vor dem Schlafengehen, mit mindestens 7 Stunden verbleibender Zeit bis zum geplanten Aufwachen 1
- Dosis-Wirkungs-Analysen zeigen lineare Beziehungen für alle Wirksamkeitsendpunkte im Dosisbereich von 5–50 mg, ohne Plateaubildung bei den höheren Dosen 3
Dosisanpassungen bei älteren Patienten
- Bei Patienten ≥65 Jahre ist keine Dosisreduktion erforderlich – die Wirksamkeit und Sicherheit von Daridorexant 50 mg ist bei älteren Erwachsenen vergleichbar mit jüngeren Patienten 1, 4
- Bei älteren Patienten (≥65 Jahre) reduzierte Daridorexant 50 mg die WASO um 19,6 Minuten (vs. 17,4 Minuten bei jüngeren Patienten) und die LPS um 14,9 Minuten (vs. 9,7 Minuten bei jüngeren) nach 3 Monaten 4
- Die Gesamtinzidenz unerwünschter Ereignisse war bei älteren Patienten vergleichbar mit jüngeren, und es traten unter Daridorexant weniger Stürze auf als unter Placebo 4
- Ältere Patienten haben ein erhöhtes Risiko für Somnolenz und Müdigkeit, was das Sturzrisiko erhöhen kann, aber dies erfordert keine routinemäßige Dosisreduktion 1
Dosisanpassungen bei Leberfunktionsstörungen
- Bei moderater Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Score 7–9): maximale Dosis 25 mg einmal täglich, da die systemische Exposition klinisch relevant erhöht sein kann 1
- Bei schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Score ≥10): Anwendung nicht empfohlen, da Daridorexant in dieser Population nicht untersucht wurde 1
Arzneimittelinteraktionen und Dosisanpassungen
- Bei gleichzeitiger Anwendung starker CYP3A4-Inhibitoren: Anwendung vermeiden 1
- Bei gleichzeitiger Anwendung moderater CYP3A4-Inhibitoren: maximale Dosis 25 mg 1
- Bei gleichzeitiger Anwendung moderater oder starker CYP3A4-Induktoren: Anwendung vermeiden, da die Wirksamkeit reduziert sein kann 1
Wirksamkeit nach Dosierung
- Daridorexant 50 mg reduzierte die WASO nach 3 Monaten um durchschnittlich 18 Minuten im Vergleich zu Placebo 5
- Die Latenz bis zum anhaltenden Schlaf wurde um durchschnittlich 7,2 Minuten verkürzt 5
- Die Gesamtschlafzeit erhöhte sich um durchschnittlich 14,8 Minuten objektiv und um ähnliche Werte subjektiv 5
- Die 25-mg- und 50-mg-Dosen waren die wirksamsten, wobei 50 mg konsistent die größten Verbesserungen zeigte 5
Sicherheitsprofil und häufige Nebenwirkungen
- Die häufigsten Nebenwirkungen (≥5%) sind Kopfschmerzen und Somnolenz/Müdigkeit 1
- Die Inzidenz unerwünschter Ereignisse war nur geringfügig höher als unter Placebo (RR=1,19), mit spezifisch erhöhter Somnolenz (RR=1,19) und Müdigkeit (RR=2,01) 5
- Es wurde keine Dosis-Wirkungs-Beziehung für Nebenwirkungen beobachtet, einschließlich Somnolenz/Müdigkeit 3
- Keine Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit am nächsten Morgen wurde in klinischen Studien berichtet 6
Wichtige Warnhinweise und Kontraindikationen
- Kontraindiziert bei Narkolepsie und bekannter Überempfindlichkeit gegen Daridorexant 1
- ZNS-dämpfende Effekte und Beeinträchtigung am Tag: Das Risiko steigt bei gleichzeitiger Anwendung anderer ZNS-Depressiva; Patienten sollten vor Autofahren und anderen Aktivitäten gewarnt werden, die vollständige geistige Wachsamkeit erfordern 1
- Komplexe Schlafverhaltensweisen (Schlafwandeln, Schlaffahren) können auftreten – bei Auftreten sofort absetzen 1
- Bei Patienten mit eingeschränkter Atemfunktion (OSA, COPD) sollte die Wirkung auf die Atemfunktion berücksichtigt werden, obwohl Studien keine klinisch bedeutsamen Effekte zeigten 1