Zeitpunkt der Hautbiopsie bei systemischem Lupus erythematodes
Bei einer Frau mit Verdacht auf systemischen Lupus erythematodes und transientem Schmetterlingserythem sollte eine Hautbiopsie durchgeführt werden, wenn die Läsion noch aktiv vorhanden ist – nicht nach ihrem Verschwinden – da die histopathologische Bestätigung bei transienten Läsionen diagnostisch wertvoll ist, auch wenn die klassischen klinischen Merkmale vorliegen. 1
Optimaler Biopsiezeitpunkt
Die Biopsie sollte aus dem aktivsten sklerotischen oder erythematösen Bereich entnommen werden, während die Läsion noch sichtbar ist. 2 Bei einem transienten Schmetterlingserythem bedeutet dies:
- Biopsie während der aktiven Phase der Hautveränderung, bevor die Läsion vollständig abheilt 1
- Die Entnahmestelle sollte den repräsentativsten Bereich der Läsion erfassen 2
- Bei vollständig abgeheilten Läsionen kann die histopathologische Diagnose unmöglich oder unzuverlässig werden
Indikationen für Hautbiopsie bei SLE-Verdacht
Eine Hautbiopsie ist bei jungen Frauen im reproduktiven Alter besonders wichtig, da SLE in dieser Altersgruppe seltener ist und die histologische Bestätigung vor Therapiebeginn empfohlen wird. 2, 1
Weitere spezifische Indikationen umfassen:
- Diagnostische Unsicherheit oder atypische klinische Merkmale 2, 1
- Klassifizierung der kutanen Läsionen in akute (ACLE), subakute (SCLE) oder chronische (CCLE) Subtypen 1
- Veränderung der Läsionsmorphologie oder Therapieversagen 3, 1
- Verdacht auf neoplastische Veränderungen (persistierende Hyperkeratose, Erosion, Erythem oder neue warzenähnliche Läsionen) 2
Klinischer Kontext bei transientem Schmetterlingserythem
Das akute kutane LE (ACLE) mit lokalisiertem Schmetterlingserythem ist stark mit systemischer Erkrankung assoziiert und zeigt häufig prominente muskuloskelettale Symptome. 4
- 80% der SLE-Patienten entwickeln ein Schmetterlingserythem im Krankheitsverlauf 5
- Die Läsion ist typischerweise photosensitiv und kann durch UV-Exposition ausgelöst werden 1, 6
- Trotz der transienten Natur ist die histopathologische Bestätigung wertvoll für die Diagnosestellung 1
Diagnostisches Vorgehen
Eine gute klinisch-pathologische Korrelation mit aktiver Diskussion zwischen Kliniker und Pathologen ist entscheidend. 2 Die Biopsie sollte umfassen:
- Lichtmikroskopie mit Hämatoxylin-Eosin, PAS, Masson-Trichrom und Silberfärbung 2
- Immunfluoreszenz oder Immunhistochemie für Immunglobulin- und Komplementablagerungen (IgG, C3, IgA, IgM, C1q, κ und λ Leichtketten) 2
- Elektronenmikroskopie wenn möglich, zur Erkennung proliferativer und membranöser Läsionen 2
Häufige Fallstricke
Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf klinische Merkmale bei jungen Frauen im reproduktiven Alter, da viele Erkrankungen lupusspezifische Läsionen imitieren können. 3, 1
- Warten Sie nicht, bis die Läsion vollständig abgeheilt ist – die diagnostische Ausbeute sinkt erheblich 2
- Bei vollständig abgeheilten Läsionen können unspezifische histologische Befunde die Diagnose nicht ausschließen 2
- Dokumentieren Sie die spezifische Morphologie und Verteilung der Hautläsionen vor der Biopsie für die klinisch-pathologische Korrelation 1