What is the significance of a positive antinuclear antibody (ANA) screen by indirect immunofluorescence on HEp‑2 cells showing a mixed pattern with nucleolar fluorescence in interphase cells and variable (positive and negative) staining in mitotic cells, and what are the appropriate next diagnostic steps?

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Gesprenkelte ANA-Muster mit nukleolären Fluoreszenz und variabler Mitosefärbung

Bedeutung des Befundes

Ein positiver ANA-Befund mit gemischtem Muster – gesprenkelte nukleäre Fluoreszenz in Interphasezellen kombiniert mit nukleolären Komponenten und variabler (positiver und negativer) Färbung in Mitosezellen – deutet auf das Vorhandensein mehrerer Autoantikörper-Spezifitäten hin und erfordert eine systematische Abklärung mittels spezifischer Antikörpertestung. 1

Die Kombination aus gesprenkeltem und nukleolären Muster ist klinisch bedeutsam, da:

  • Gesprenkelte Muster mit Antikörpern gegen SSA/Ro, SSB/La, Topoisomerase-1, U1-SnRNP und Sm assoziiert sind und häufig bei systemischem Lupus erythematodes (SLE), Sjögren-Syndrom, systemischer Sklerose und Mischkollagenosen auftreten 1

  • Nukleolären Muster spezifisch mit systemischer Sklerose, Overlap-Syndromen und bestimmten Formen von SLE korrelieren, wobei Antikörper gegen PM/Scl, Th/To, Fibrillarin (U3-RNP) und U8-snoRNP nachweisbar sein können 1

  • Variable Mitosefärbung (teils positiv, teils negativ) auf unterschiedliche Antigen-Lokalisationen während der Zellteilung hinweist und die Differenzierung zwischen verschiedenen Autoantikörper-Spezifitäten ermöglicht 2

Diagnostisches Vorgehen

Schritt 1: Titer-Bewertung

Die klinische Relevanz hängt entscheidend vom ANA-Titer ab:

  • Titer ≥1:160: Hohe Spezifität (86,2%) und Sensitivität (95,8%) für systemische Autoimmunerkrankungen – sofortige spezifische Antikörpertestung erforderlich 3, 1

  • Titer 1:80: Begrenzte diagnostische Spezifität (74,7%), da 13,3% gesunder Personen bei dieser Verdünnung positiv testen – klinische Korrelation zwingend notwendig 3, 1

  • Titer 1:40 oder 1:32: Sehr niedrige Spezifität, da bis zu 31,7% gesunder Personen positiv testen – nur bei spezifischen klinischen Manifestationen weiterführende Diagnostik 3

Schritt 2: Muster-gerichtete Antikörpertestung

Bei Titer ≥1:160 sofort folgende Tests anfordern:

Für die gesprenkelte Komponente:

  • Anti-Sm und Anti-RNP (für SLE und Mischkollagenose) 1
  • Anti-SSA/Ro und Anti-SSB/La (für Sjögren-Syndrom und neonatalen Lupus) 1
  • Anti-Scl-70/Topoisomerase-1 (für diffuse systemische Sklerose) 1
  • Anti-Jo-1 (für entzündliche Myopathien) 1

Für die nukleolären Komponente:

  • Anti-PM/Scl (für Overlap-Syndrome zwischen Sklerodermie und Myositis) 1
  • Anti-Th/To (für limitierte systemische Sklerose) 1
  • Anti-Fibrillarin/U3-RNP (für diffuse systemische Sklerose) 1
  • Anti-U8-snoRNP (für systemische Sklerose) 1

Zusätzlich bei Verdacht auf SLE:

  • Anti-dsDNA mittels doppelter Screening-Strategie: Erst Festphasen-Assay (ELISA/FEIA), dann Bestätigung durch Crithidia luciliae Immunfluoreszenztest (CLIFT) 1
  • Komplement-Spiegel (C3, C4) zur Aktivitätsbeurteilung 1

Schritt 3: Klinische Evaluation

Spezifische klinische Manifestationen, die eine weitere Abklärung rechtfertigen:

  • Unerklärte multisystemische entzündliche Erkrankung 3
  • Symmetrische entzündliche Gelenkschmerzen 3
  • Photosensitiver Hautausschlag 3
  • Zytopenien (Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie) 3
  • Persistierende orale Ulzerationen 3
  • Pleuritische Thoraxschmerzen 3
  • Unerklärte Proteinurie oder Hämaturie 3
  • Raynaud-Phänomen 3
  • Sicca-Symptomatik (trockene Augen/Mund) 3

Wichtige Fallstricke und Besonderheiten

Methodische Aspekte

  • Indirekte Immunfluoreszenz (IIFA) auf HEp-2-Zellen ist die Referenzmethode und sollte zur Bestätigung verwendet werden, da automatisierte Methoden etwa ein Drittel der Patienten mit systemischen Autoimmunerkrankungen übersehen können 4

  • Das Labor muss sowohl Titer als auch das exakte Muster berichten – generische Angaben wie "positiv" oder "gesprenkelt" ohne weitere Differenzierung sind unzureichend 1, 4

  • Unterschiedliche Labormethoden haben unterschiedliche Testcharakteristika – bei diskrepanten Ergebnissen sollte IIFA als Referenzmethode herangezogen werden 3, 4

Diagnostische Fehler vermeiden

  • Niemals allein aufgrund eines niedrigen ANA-Titers (≤1:80) eine ENA-Panel-Testung oder Anti-dsDNA-Bestimmung anfordern, da dies zu falsch-positiven Befunden und unnötiger Patientenverunsicherung führt 3

  • ANA-Tests nicht zur Verlaufsbeobachtung wiederholen – ANA ist ausschließlich für diagnostische Zwecke vorgesehen; bei etablierter Diagnose sollten quantitative Anti-dsDNA-Titer und Komplement-Spiegel zur Aktivitätsbeurteilung verwendet werden 3, 1

  • Keine Diagnose oder Therapie allein aufgrund eines positiven ANA-Befundes einleiten – die Diagnose erfordert kompatible klinische Symptome, Laborabnormalitäten und gegebenenfalls histologische Bestätigung 3, 1

  • Dense fine speckled (DFS) Muster erkennen und korrekt interpretieren – dieses Muster (Anti-DFS70/LEDGF) findet sich häufig bei gesunden Personen und nicht bei systemischen Autoimmunerkrankungen; das Labor muss explizit "dense fine speckled" angeben, nicht nur "fein gesprenkelt" 1, 5

Spezielle Populationen

  • Bei Kindern und Jugendlichen (≤18 Jahre) gelten niedrigere Schwellenwerte: ANA/SMA-Positivität bei 1:20 und Anti-LKM-1 bei 1:10 sind klinisch relevant, insbesondere bei Verdacht auf autoimmune Hepatitis 6, 1

  • Bei Verdacht auf autoimmune Hepatitis zusätzlich testen: Anti-Smooth-Muscle-Antikörper (SMA), Anti-LKM-1, Anti-LC1 und atypische p-ANCA 6, 1

Management bei asymptomatischen Patienten

Bei niedrigem Titer (≤1:80) ohne spezifische klinische Manifestationen:

  • Keine weitere Antikörpertestung durchführen 3
  • Klinische Beobachtung mit Patientenaufklärung über Warnsymptome 3
  • Keine ANA-Wiederholung 3

Bei Titer ≥1:160 auch ohne aktuelle Symptome:

  • Rheumatologische Vorstellung erwägen, da die hohe Spezifität für systemische Autoimmunerkrankungen eine frühzeitige Intervention zur Verhinderung von Organschäden ermöglichen kann 1
  • Spezifische Antikörpertestung gemäß Muster durchführen 1
  • Regelmäßige klinische Nachkontrollen alle 6-12 Monate 1

References

Guideline

Nuclear Speckled ANA Pattern and Associated Autoimmune Diseases

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2026

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Interpretation and Management of a Low‑Positive ANA Titer (1 : 32)

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2026

Guideline

ANA Patterns in Autoimmune Disease Diagnosis

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Guideline

Guideline Directed Topic Overview

Dr.Oracle Medical Advisory Board & Editors, 2025

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