In endometrial carcinoma, what are the clinical implications of estrogen‑receptor (ER) and progesterone‑receptor (PR) positivity and how does it influence treatment options, including hormonal therapy and fertility preservation?

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Last updated: February 23, 2026View editorial policy

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Klinische Bedeutung von ER/PR-Positivität beim Endometriumkarzinom

Bei ER- und PR-positivem Endometriumkarzinom ist die Hormontherapie die bevorzugte Erstlinientherapie für fortgeschrittene oder rezidivierende Erkrankungen mit endometrioidem Grad 1 oder 2 ohne rasch progrediente Erkrankung, da sie ein ausgezeichnetes Nutzen-Risiko-Verhältnis bietet. 1

Prädiktiver Wert der Hormonrezeptoren

Die Hormonrezeptor-Expression ist ein wichtiger prädiktiver Faktor für das Ansprechen auf endokrine Therapie:

  • ER- und PR-positive Tumoren zeigen deutlich höhere Ansprechraten auf Hormontherapie – in randomisierten Studien betrug die Ansprechrate bei ER-positiven Tumoren ~25% und bei PR-positiven Tumoren ~37%, während sie bei ER/PR-negativen Tumoren nur 7-8% erreichte 1

  • Der Hormonrezeptorstatus sollte vor Beginn einer Hormontherapie bestimmt werden, da die Positivität von ER und/oder PR ein prädiktiver Faktor für das Ansprechen auf endokrine Therapie ist (Evidenzgrad III, Empfehlungsstärke B) 1

  • Eine Biopsie der rezidivierenden Erkrankung sollte erwogen werden, da sich der Hormonrezeptorstatus zwischen Primärtumor und Metastasen unterscheiden kann – in einer prospektiven Studie zeigten 23% der Primärtumoren und 76% der metastatischen Läsionen einen PR-Verlust 1

Prognostische Bedeutung

Die Hormonrezeptor-Expression korreliert mit günstigen klinischen Merkmalen:

  • ER-Positivität ist mit niedriggradigen Tumoren (Grad I-II) assoziiert und zeigt eine signifikante Korrelation mit frühen FIGO-Stadien 2, 3

  • PR-Positivität korreliert mit endometrioidem Histotyp, niedrigem Tumorgrad, geringerer myometraler Invasion und negativem Lymphknotenbefall 3, 4

  • Der Verlust von PR ist ein unabhängiger prognostischer Faktor für Rezidive – in multivariater Analyse war die Abwesenheit von PR-A mit einem 4,2-fach erhöhten Rezidivrisiko verbunden (95% CI 1,32-13,33) 4, 5

  • ER-positive Tumoren zeigen ein besseres Gesamtüberleben – die Abwesenheit von ER-α war in frühen Stadien unabhängig mit einem 7,28-fach erhöhten Sterberisiko assoziiert (95% CI 1,42-37,25) 4

Behandlungsalgorithmus für fortgeschrittene/rezidivierende Erkrankung

Indikationen für Hormontherapie:

Hormontherapie ist indiziert bei:

  • Fortgeschrittenem oder rezidivierendem endometrioidem Endometriumkarzinom (Evidenzgrad II, Empfehlungsstärke A) 1
  • Hormonrezeptor-positiven Tumoren Grad 1 oder 2 (Evidenzgrad IV-V, Empfehlungsstärke A-B) 1
  • Fehlen einer rasch progredienten Erkrankung 1

Kontraindikationen für Hormontherapie:

  • Viszerale Beteiligung mit rasch progredienter Erkrankung, da Hormontherapie nicht mit schnellem Ansprechen assoziiert ist 1
  • Hochgradige (Grad 3) Tumoren – Ansprechrate nur 9% versus 37% bei Grad 1 1

Empfohlene Hormontherapie-Regime:

  • Gestagene sind die Standardtherapie: Medroxyprogesteronacetat (MPA) 200 mg täglich oder Megestrolacetat (MA) 160 mg täglich (Evidenzgrad III, Empfehlungsstärke A) 1

  • Niedrig dosiertes MPA (200 mg/Tag) ist wirksamer als hochdosiertes MPA (1000 mg/Tag) – in einer randomisierten Studie zeigte die niedrige Dosis höhere Ansprechraten (25% vs. 15%) und längeres Gesamtüberleben (11,0 vs. 7,0 Monate) 1

  • Alternative endokrine Therapien umfassen Aromatasehemmer (z.B. Anastrozol mit 44% klinischer Nutzenrate), Fulvestrant und Tamoxifen (20% Ansprechrate bei Versagen der Gestagentherapie) 1

  • Tamoxifen sollte bei endometrialem Stromasarkom vermieden werden, da seine Wirkung pro-östrogen sein kann 1

Fertilitätserhaltende Therapie

Für prämenopausale Patientinnen mit Kinderwunsch:

  • Hormontherapie kann bei Stadium IA, Grad 1, endometrioidem Karzinom ohne myometrale Invasion erwogen werden 1

  • Patientinnen unter Hormontherapie sollten engmaschig mittels Endometriumbiopsie überwacht werden (z.B. alle 3-6 Monate) 1

  • Bei persistierendem Endometriumkarzinom nach 6 Monaten erfolgloser Hormontherapie sollte eine MRT des Beckens durchgeführt werden, um myometrale Invasion und nodale/ovarielle Metastasen auszuschließen 1

  • Die Rezidivrate ist trotz erfolgreicher Schwangerschaft hoch (35%), was eine langfristige Überwachung erfordert 1

Wichtige Fallstricke

  • Nicht-endometrioide Histologien (seröse, klarzellige Karzinome, Karzinosarkome) sprechen schlecht auf Hormontherapie an und sollten primär mit Chemotherapie behandelt werden 1

  • Der Hormonrezeptorstatus kann sich zwischen Primärtumor und Rezidiv ändern – 76% der Metastasen zeigen PR-Verlust gegenüber 23% der Primärtumoren 1

  • Bei Versagen der Hormontherapie oder rasch progredienter Erkrankung ist Chemotherapie mit Carboplatin/Paclitaxel der Standard (Ansprechrate 40-50%, medianes PFS 14 Monate, medianes OS 32 Monate) 1

  • Hormonersatztherapie ist bei endometrialem Stromasarkom kontraindiziert, selbst nach Hysterektomie mit bilateraler Salpingo-Oophorektomie 1, 6

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