Oleovit (Cholecalciferol) Wocheneinnahme – Empfohlene Dosierung
Für Erwachsene mit Vitamin-D-Mangel (25(OH)D <20 ng/mL) beträgt die empfohlene Wochendosis 50.000 IE Cholecalciferol über 8–12 Wochen, gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 800–2.000 IE täglich oder 50.000 IE monatlich. 1
Dosierung nach klinischer Situation
Schwerer Mangel (<10 ng/mL)
- 50.000 IE wöchentlich für 12 Wochen ist die Standardtherapie bei schwerem Vitamin-D-Mangel 1
- Nach der Aufsättigungsphase auf 2.000 IE täglich oder 50.000 IE monatlich (entspricht ca. 1.600 IE täglich) umstellen 1
- Zielwert: Serum-25(OH)D ≥30 ng/mL für optimale Knochengesundheit und Frakturprävention 1
Moderater Mangel (10–20 ng/mL)
Insuffizienz (20–30 ng/mL)
- 1.000 IE täglich zusätzlich zur aktuellen Zufuhr, Kontrolle nach 3 Monaten 1
- Alternativ: 50.000 IE alle 4 Wochen als Erhaltungsdosis 1
Spezielle Patientengruppen
Ältere Patienten (≥65 Jahre)
- Mindestens 800 IE täglich auch ohne Basismessung 1
- 700–1.000 IE täglich reduzieren Sturz- und Frakturrisiko effektiver 1
- Nach Aufsättigung mit wöchentlicher Hochdosis: 2.000 IE täglich zur Erhaltung 1
Niereninsuffizienz (GFR 20–60 mL/min/1,73m²)
- Gleiche Dosierung wie bei Nierengesunden: 50.000 IE wöchentlich für 8–12 Wochen 1
- Cholecalciferol oder Ergocalciferol verwenden, keine aktiven Vitamin-D-Analoga (Calcitriol, Alfacalcidol) 1
- Aktive Vitamin-D-Analoga nur bei PTH >300 pg/mL trotz Vitamin-D-Repletion 1
Malabsorption (z.B. nach bariatrischer Operation, Morbus Crohn)
- Intramuskuläres Cholecalciferol 50.000 IE ist die bevorzugte Applikationsform, da sie signifikant höhere Serumspiegel erreicht 1
- Bei fehlender IM-Verfügbarkeit: 50.000 IE 2–3× wöchentlich oral 1
- Erhaltungsdosis: mindestens 2.000 IE täglich 1
Glukokortikoidtherapie
- 50.000 IE wöchentlich für 12 Wochen zur Aufsättigung 2
- 2.000 IE täglich als Erhaltungsdosis während der gesamten Steroidtherapie 2
- Kalziumzufuhr 1.000–1.200 mg täglich sicherstellen 2
Schwangerschaft
- Zusätzlich 600 IE täglich zum Grundbedarf (Gesamtdosis 1.000–1.200 IE täglich) 3
- Bei nachgewiesenem Mangel: Standard-Aufsättigungsschema mit 50.000 IE wöchentlich 1
Einnahmehinweise
- Mit der größten, fettreichsten Mahlzeit des Tages einnehmen, um die Absorption zu maximieren 1
- Cholecalciferol (Vitamin D3) ist Ergocalciferol (Vitamin D2) vorzuziehen, da es Serumspiegel länger aufrechterhält 1
- Kalziumsupplemente in Dosen ≤600 mg aufteilen und mindestens 2 Stunden von der Vitamin-D-Dosis trennen 1
Monitoring-Protokoll
- Nach 3 Monaten Serum-25(OH)D kontrollieren, um Dosisanpassung zu ermöglichen 1
- Bei wöchentlicher/monatlicher Gabe: Messung unmittelbar vor der nächsten Dosis 1
- Serumkalzium alle 3 Monate während Hochdosistherapie überwachen 1, 2
- Nach Erreichen des Zielwerts: jährliche Kontrolle 1
Sicherheitsparameter
- Tagesdosen bis 4.000 IE gelten als sicher für Langzeitanwendung 1
- Obere Sicherheitsgrenze für Serum-25(OH)D: 100 ng/mL 1
- Vitamin-D-Therapie sofort absetzen, wenn Serumkalzium >10,2 mg/dL (2,54 mmol/L) 1, 2
- Toxizität tritt typischerweise erst bei Tagesdosen >10.000 IE oder Serumspiegeln >100 ng/mL auf 1
Kritische Fehler vermeiden
- Keine aktiven Vitamin-D-Analoga (Calcitriol, Alfacalcidol, Doxercalciferol, Paricalcitol) zur Behandlung des nutritiven Vitamin-D-Mangels verwenden – diese umgehen normale Regulationsmechanismen und erhöhen das Hyperkalzämierisiko erheblich 1, 2
- Keine Einzeldosen ≥300.000 IE – diese sind ineffizient und können paradoxerweise Sturz- und Frakturrisiko erhöhen 1, 3
- Nicht auf Nahrungsquellen oder Sonnenexposition allein verlassen – bei nachgewiesenem Mangel ist Supplementierung erforderlich 1
- Kalziumsupplementierung nicht vergessen – Vitamin D allein ist für die Knochengesundheit weniger wirksam 1, 2
Erwartete Wirkung
- Faustregel: 1.000 IE täglich erhöhen Serum-25(OH)D um ca. 10 ng/mL 1
- 50.000 IE wöchentlich für 12 Wochen (Gesamtdosis 600.000 IE) erhöht typischerweise den Spiegel um 40–70 nmol/L (16–28 ng/mL) 1
- Erreichen von ≥30 ng/mL reduziert nicht-vertebrale Frakturen um 20% und Hüftfrakturen um 18% 1
- Spiegel ≥24 ng/mL senken Sturzrisiko um 19% 1