Wöchentliche Vitamin-D-Gabe bei Erwachsenen mit Mangel
Ja, bei dokumentiertem Vitamin-D-Mangel kann die wöchentliche Gabe von 50.000 IE Cholecalciferol anstelle der täglichen Einnahme verwendet werden – dies ist die Standardtherapie für die Aufsättigungsphase und ebenso wirksam wie die tägliche Dosierung. 1
Evidenzbasierte Dosierungsschemata
Aufsättigungsphase (Loading-Phase)
- Bei schwerem Mangel (<10 ng/mL): 50.000 IE Cholecalciferol einmal wöchentlich für 12 Wochen ist das etablierte Standardprotokoll 1
- Bei moderatem Mangel (10-20 ng/mL): 50.000 IE einmal wöchentlich für 8 Wochen reicht in der Regel aus 1
- Die wöchentliche Gabe von 50.000 IE ist genauso wirksam wie die tägliche Einnahme von etwa 7.000 IE 1
Erhaltungstherapie nach Normalisierung
- 50.000 IE einmal monatlich (entspricht etwa 1.600 IE täglich) erhält ausreichende Spiegel ≥30 ng/mL 1
- Alternativ: 800-2.000 IE täglich als Dauertherapie 1
Vorteile der wöchentlichen Gabe
- Bessere Compliance: Einmal wöchentlich ist für viele Patienten einfacher einzuhalten als die tägliche Einnahme 1
- Cholecalciferol (D3) ist deutlich besser geeignet als Ergocalciferol (D2) für intermittierende Dosierung, da es länger im Serum verbleibt 1
- Die wöchentliche Gabe erreicht die gleichen Zielspiegel wie die tägliche Dosierung 1
Wichtige Sicherheitsaspekte
- Tagesdosen bis 4.000 IE sind langfristig sicher; wöchentliche Dosen von 50.000 IE (entspricht etwa 7.000 IE/Tag) liegen innerhalb dieses Rahmens 1
- Vermeiden Sie Einzeldosen >300.000 IE, da diese ineffizient oder potenziell schädlich sein können 1
- Überwachen Sie Serumkalzium alle 3 Monate während der Hochdosistherapie; stoppen Sie sofort bei Werten >10,2 mg/dL (2,54 mmol/L) 1
Überwachungsprotokoll
- Kontrollmessung nach 3 Monaten: 25(OH)D-Spiegel sollten nach Beginn der Therapie nach mindestens 3 Monaten gemessen werden, um ein Plateau zu erreichen 1
- Bei intermittierender Dosierung: Messen Sie den Spiegel unmittelbar vor der nächsten geplanten Dosis 1
- Zielspiegel: ≥30 ng/mL für optimale Knochengesundheit und Frakturprävention 1
Häufige Fehler vermeiden
- Verwenden Sie niemals aktive Vitamin-D-Analoga (Calcitriol, Alfacalcidol, Doxercalciferol, Paricalcitol) zur Behandlung des nutritiven Vitamin-D-Mangels – diese umgehen normale Regulationsmechanismen und erhöhen das Hyperkalzämierisiko erheblich 1
- Stellen Sie eine ausreichende Kalziumzufuhr sicher: 1.000-1.500 mg täglich aus Nahrung plus Supplemente bei Bedarf 1
- Kalziumpräparate sollten in Einzeldosen von maximal 600 mg eingenommen werden 1
Spezielle Populationen
Chronische Nierenerkrankung (GFR 20-60 mL/min/1,73m²)
- Verwenden Sie das gleiche nutritive Vitamin D (Cholecalciferol oder Ergocalciferol), nicht aktive Analoga 1
- Diese Patienten haben ein besonders hohes Risiko für Vitamin-D-Mangel 1
Malabsorptionssyndrome
- Bei dokumentierter Malabsorption ist intramuskuläres Vitamin D3 50.000 IE die bevorzugte Route, da es signifikant höhere Spiegel erreicht 1
- Wenn i.m. nicht verfügbar: deutlich höhere orale Dosen erforderlich (4.000-5.000 IE täglich für 2 Monate) 1
Praktische Umsetzung
- Einnahme mit der größten, fettreichsten Mahlzeit des Tages zur Optimierung der Absorption 1
- Die wöchentliche Dosis kann an einem festen Wochentag eingenommen werden, um die Compliance zu verbessern 1
- Nach Erreichen des Zielspiegels auf monatliche Gabe (50.000 IE) oder tägliche Erhaltungsdosis (800-2.000 IE) umstellen 1