Xanomelin und Trospiumchlorid in den Leitlinien zur überaktiven Blase
Die integrierten Leitlinien zur überaktiven Blase erwähnen Trospiumchlorid als etablierte Therapieoption, jedoch wird Xanomelin nicht erwähnt.
Trospiumchlorid in den Leitlinien
Die American Urological Association (AUA) und Society of Urodynamics, Female Pelvic Medicine & Urogenital Reconstruction (SUFU) Leitlinien listen Trospiumchlorid explizit als zugelassene pharmakologische Behandlungsoption für die überaktive Blase auf:
Trospiumchlorid (sowohl als Sofortfreisetzung als auch als Retardformulierung) wird als Antimuskarinikum der zweiten Wahl nach Beta-3-Agonisten empfohlen 1
Die Leitlinien identifizieren Trospiumchlorid zusammen mit Darifenacin, Fesoterodin, Oxybutynin, Solifenacin und Tolterodin als verfügbare antimuskarinerge Medikamente 1
Trospiumchlorid kann als angemessene antimuskarinerge Wahl für Patienten mit überaktiver Blase und vorbestehender kognitiver Beeinträchtigung angeboten werden, da es die Blut-Hirn-Schranke nicht signifikant überschreitet 2
Trospiumchlorid ist auch eine geeignete Option für Patienten, die gleichzeitig CYP450-Inhibitoren einnehmen, da es nicht über das hepatische Cytochrom-P450-System metabolisiert wird 2, 3
Xanomelin - Keine Erwähnung
Xanomelin wird in keiner der aktuellen AUA/SUFU-Leitlinien zur überaktiven Blase erwähnt 4
Die umfassendste und aktuellste Leitlinie von 2024 durchsuchte systematisch die Literatur bis November 2023 und identifizierte keine Evidenz für Xanomelin bei der Behandlung der idiopathischen überaktiven Blase 4
Klinische Wirksamkeit von Trospiumchlorid
Die Evidenz für Trospiumchlorid zeigt:
Die Retardformulierung (60 mg einmal täglich) führt zu signifikanten Verbesserungen gegenüber Placebo bei allen primären und sekundären Wirksamkeitsendpunkten einschließlich täglicher Miktionsfrequenz, Dranginkontinenzepisoden und Dringlichkeitsschwere 5
Trospiumchlorid ist mindestens so wirksam wie Oxybutynin und Tolterodin in direkten Vergleichsstudien 3
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Mundtrockenheit (8,7% vs. 3% Placebo) und Obstipation (9,4% vs. 1,3% Placebo), wobei zentrale Nebenwirkungen selten sind 5
Wichtige Überlegungen
Dosisanpassungen für Trospiumchlorid sind bei schwerer Niereninsuffizienz erforderlich, da das Medikament hauptsächlich unverändert über die Nieren ausgeschieden wird 6
Die Einnahme sollte vor den Mahlzeiten erfolgen, da gleichzeitige Nahrungsaufnahme die Bioverfügbarkeit von Trospiumchlorid signifikant reduziert 3
Trospiumchlorid hat aufgrund seiner quaternären Ammoniumstruktur eine minimale ZNS-Penetration, was es zu einer bevorzugten Option für ältere Patienten oder solche mit kognitiven Bedenken macht 2, 3