Bei MDMA freigesetzte Neurotransmitter
MDMA bewirkt primär eine massive Freisetzung von Serotonin, gefolgt von Dopamin und Noradrenalin durch Interaktion mit den entsprechenden Membrantransportern.
Hauptmechanismus der Neurotransmitter-Freisetzung
MDMA wirkt als potenter Releaser und Wiederaufnahmehemmer von drei Hauptneurotransmittern 1, 2:
- Serotonin (5-HT): Dies ist der primär betroffene Neurotransmitter, dessen massive Freisetzung für die charakteristischen "entaktogenen" Effekte (Gefühl der Nähe zu anderen, Empathie, emotionale Offenheit) verantwortlich ist 1, 3
- Dopamin (DA): Wird in Striatum, Nucleus accumbens und präfrontalem Kortex freigesetzt und trägt zu den stimulierenden und belohnenden Eigenschaften bei 2, 3
- Noradrenalin (NE): Wird ebenfalls freigesetzt und trägt zu den sympathomimetischen Effekten (erhöhter Blutdruck, Herzfrequenz, Mydriasis) bei 1, 3
Molekularer Wirkmechanismus
Die Neurotransmitter-Freisetzung erfolgt durch zwei Hauptmechanismen 1:
- Interaktion mit Membrantransportern: MDMA bindet an die Transporter für Serotonin (SERT), Dopamin (DAT) und Noradrenalin (NET) und kehrt deren Funktion um, sodass Neurotransmitter aus dem Zellinneren nach außen transportiert werden 4, 1
- Störung der vesikulären Speicherung: MDMA beeinträchtigt die vesikulären Speichersysteme der Neurotransmitter, was zusätzlich zur Freisetzung beiträgt 1
Regionale Verteilung der Freisetzung
Die Neurotransmitter-Freisetzung erfolgt nicht gleichmäßig im gesamten Gehirn 2, 3:
- Dopamin-Freisetzung: Hauptsächlich in Striatum, Nucleus accumbens und präfrontalem Kortex 2, 3
- Serotonin-Freisetzung: In multiplen Hirnregionen, einschließlich Nucleus accumbens und anderen für Belohnung wichtigen Arealen 3
- Acetylcholin: Sekundär wird auch Acetylcholin in Striatum, Hippocampus und präfrontalem Kortex freigesetzt, vermutlich durch Aktivierung histaminerger, dopaminerger und/oder serotonerger Rezeptoren 2
Klinisch relevante Interaktionen
Ein wichtiger Aspekt ist die gegenseitige Modulation der Neurotransmittersysteme 2:
- Die durch MDMA induzierte Dopamin-Freisetzung wird durch gleichzeitig freigesetztes Serotonin und die nachfolgende Aktivierung von 5-HT2A/C oder 5-HT2B/C Rezeptoren moduliert 2
- Diese Interaktion erklärt das einzigartige psychopharmakologische Profil von MDMA, das sich von reinen Amphetaminen unterscheidet 2
Wichtige Warnhinweise
Akute Toxizität: Das Serotonin-Syndrom (erhöhte Muskelrigidität, Hyperreflexie, Hyperthermie) ist charakteristisch für akute Toxizitätsepisoden und resultiert direkt aus der massiven Serotonin-Freisetzung 1.
Langzeiteffekte: Wiederholte oder hochdosierte MDMA-Gabe führt zu selektiver Neurotoxizität serotonerger Axonterminale, was mit langanhaltenden Veränderungen sowohl der Dopamin- als auch der Serotonin-Neurotransmission verbunden ist 3.