Weiterführendes Management nach erfolgreicher Kortisonstoßtherapie
Bei einer symptomfreien Patientin mit normalem CT nach 2 Monaten sollte die Kortikosteroidtherapie vollständig ausgeschlichen und anschließend eine klinische Verlaufskontrolle ohne weitere Immunsuppression durchgeführt werden. 1
Ausschleichen der Kortikosteroidtherapie
Da die Patientin einen hochdosierten Methylprednisolon-Stoß (500-1000 mg IV täglich für 3 Tage) mit anschließendem oralem Ausschleichen erhalten hat und nun seit 2 Monaten symptomfrei ist:
Beenden Sie das Ausschleichen systematisch über 4-6 Wochen ab Beginn der akuten Behandlung, wie von der American Society of Clinical Oncology für immunvermittelte Nebenwirkungen empfohlen. 1
Falls die Patientin noch Kortikosteroide einnimmt: Reduzieren Sie die Dosis wöchentlich um 5 mg bis 10 mg/Tag erreicht sind, dann verlangsamen Sie auf 1 mg-Reduktionen alle 4 Wochen bis zum Absetzen. 2, 3
Bei Dosen unter 10 mg/Tag: Reduzieren Sie um 1 mg alle 4 Wochen bis zur vollständigen Beendigung. 2, 3
HPA-Achsen-Überwachung
Da die Patientin mehr als 3 Wochen Kortikosteroide erhalten hat, besteht das Risiko einer HPA-Achsen-Suppression:
Überprüfen Sie die HPA-Achsen-Funktion, sobald Prednison auf ≤5 mg/Tag reduziert ist: Messen Sie den 8-Uhr-Cortisol-Spiegel 48 Stunden nach Absetzen des Prednisons. 2, 4
Normaler Cortisol-Spiegel sollte >10 mcg/dL sein, idealerweise >15-20 mcg/dL, bevor eine vollständige Beendigung in Betracht gezogen wird. 4
Das Risiko einer Nebenniereninsuffizienz kann 6-12 Monate nach vollständigem Absetzen der Steroide bestehen, daher ist eine fortlaufende Patientenaufklärung erforderlich. 2, 4
Bildgebende Verlaufskontrolle
Das normale CT nach 2 Monaten bestätigt die vollständige Auflösung der ursprünglichen Pathologie und unterstützt die Entscheidung, keine weitere immunsuppressive Therapie fortzusetzen. 1
Planen Sie eine weitere klinische Nachuntersuchung in 3-6 Monaten, um ein Rezidiv auszuschließen, insbesondere wenn die ursprüngliche Diagnose eine immunvermittelte Erkrankung war. 1
Eine routinemäßige CT-Wiederholung ist nicht erforderlich, es sei denn, es treten neue Symptome auf. 1
Patientenaufklärung über Stressdosierung
Schulen Sie die Patientin über Stressdosierungs-Protokolle: Bei Fieber, Infektion, Operation oder Trauma sollte die Kortikosteroid-Dosis verdoppelt oder Hydrocortison 50-100 mg verabreicht werden. 2, 4
Warnsignale einer Nebenniereninsuffizienz umfassen: schwere Müdigkeit, Schwäche, Hypotonie, Übelkeit/Erbrechen und Verwirrtheit – diese erfordern sofortige Stressdosis-Steroide. 4
Erwägen Sie ein medizinisches Alarmarmband oder eine Karte, die auf die chronische Steroidanwendung hinweist. 3
Häufige Fallstricke
Zu schnelles Ausschleichen ist der häufigste Fehler und führt zu Krankheitsschüben oder symptomatischer Nebenniereninsuffizienz. 2
Versäumnis, Stressdosierungs-Aufklärung bereitzustellen, erhöht das Risiko einer Nebennierenkrise. 2
Nicht auf Krankheitsaktivität während des Ausschleichens überwachen kann frühe Anzeichen eines Rückfalls übersehen. 2