What factors cause static, functional (synergist or antagonist), emotional, or visceral tightness of the sternocleidomastoid muscle?

Medical Advisory BoardAll articles are reviewed for accuracy by our Medical Advisory Board
Educational purpose only • Exercise caution as content is pending human review
Article Review Status
Submitted
Under Review
Approved

Last updated: February 26, 2026View editorial policy

Personalize

Help us tailor your experience

Which best describes you? Your choice helps us use language that's most understandable for you.

Ursachen der Verspannung des Musculus sternocleidomastoideus

Der Sternocleidomastoideus verspannt primär durch funktionale Überlastung als Atemhilfsmuskel bei erhöhter Atemarbeit, durch chronische Fehlhaltungen des Kopfes, durch neuromuskuläre Dysregulation bei chronischen Nackenschmerzen und durch viszerale Reflexmechanismen über vagale Afferenzen.

Statische Ursachen

Kopfhaltung und biomechanische Belastung

  • Prolongierte Fehlhaltungen des Kopfes außerhalb des optimalen Winkelbereichs führen zu chronischer Muskelspannung im SCM 1
  • Die Spannung im SCM steigt signifikant bei Vorneigung oder Rotation des Kopfes, besonders bei Bildschirmarbeit mit falsch positioniertem Monitor 1
  • Subkutanes Gewebe über dem SCM beeinflusst die Spannungsmessung nicht, sodass die gemessene Verspannung tatsächlich muskulären Ursprungs ist 2

Anatomische Prädisposition

  • Der SCM weist eine ungewöhnlich hohe Anzahl hybrider Muskelfasern (32% exprimieren multiple Myosin-Heavy-Chain-Isoformen) auf, was ihn anfälliger für Ermüdung macht 3
  • Die doppelte Innervation und Spezialisierung für multiple Funktionen (Rotation, Inklination, Protraktion, Extension, Flexion, Kauen, Atmung) prädisponiert zu Überlastung 3

Funktionale Ursachen

Als Synergist

  • Bei erhöhter Atemarbeit aktiviert sich der SCM als akzessorischer Atemmuskel, besonders bei Kindern unter 2 Jahren mit obstruktiver Atemwegserkrankung 4
  • Kopfnicken (rhythmische Auf- und Abwärtsbewegung synchron zur Atmung) durch SCM- und Skalenuskontraktion signalisiert schwere respiratorische Insuffizienz 4, 5
  • Bei Sprungkopfbällen im Fußball zeigt der rechte SCM höhere Muskelaktivität zur Stabilisierung des Kopf-Hals-Komplexes beim Aufprall 6

Als Antagonist

  • Bei chronischen Nackenschmerzen entwickelt sich eine pathologische Ko-Aktivierung: Der SCM aktiviert sich simultan mit dem Splenius capitis bei anterior-posterioren Störungen, statt antagonistisch zu arbeiten 7
  • Diese aberrante Ko-Kontraktion führt zu verzögerter Aktivierung (86,3 ± 4 ms vs. 83,3 ± 8,0 ms bei Gesunden) und reduzierter EMG-Amplitude (115,9 ± 15,7% vs. 206,6 ± 50,4% bei Gesunden) 7

Neuromuskuläre Ineffizienz

  • Patienten mit chronischen Nackenschmerzen zeigen signifikant reduzierte neuromuskuläre Effizienz (NME) des SCM bei 25% maximaler willkürlicher Kontraktion 2
  • Diese reduzierte NME manifestiert sich als erhöhte EMG-Aktivität bei gleicher Kraftentwicklung, was auf kompensatorische Überlastung hinweist 2
  • Die Dysfunktion ist bei niedrigen Belastungen am ausgeprägtesten, was alltägliche Aktivitäten besonders beeinträchtigt 2

Emotionale Ursachen

Stress und psychosomatische Faktoren

  • Chronische Nackenschmerzen (durchschnittlich 8,9 ± 7,8 Jahre Dauer) führen zu persistierender SCM-Verspannung mit Intensität 4,2 ± 2,0/10 und Neck Disability Index 15,3 ± 6,5 7
  • Das Sternocleidomastoideus-Syndrom manifestiert sich mit multiplen Triggerpunkten, Schwäche und Verspannung, begleitet von Kopf- und Gesichtsschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Rhinorrhö und Lakrimation 8
  • Emotionaler Stress verstärkt die muskuläre Dysregulation durch veränderte zentrale motorische Kontrolle 7

Viszerale Ursachen

Vagale und respiratorische Reflexe

  • Der Nervus accessorius (CN XI) innerviert den SCM als einzige motorische Funktion; Läsionen führen zu Schwäche, Atrophie und Fettverfettung 6
  • Viszerale Afferenzen vom Nervus vagus (CN X) können reflektorisch SCM-Verspannungen auslösen, besonders bei thorakalen Pathologien (Lungenkarzinom, Tuberkulose, Aortenaneurysma) 6
  • Die anatomische Nähe zur Arteria carotis interna (identifizierbar entlang des anterioren SCM-Randes) ermöglicht vaskuläre Reflexmechanismen 9

Kombinierte Syndrome

  • Glossopharyngeus- (CN IX) und Vagus-Beteiligung kann mit SCM-Dysfunktion einhergehen 6
  • Posteriore Fossa- und Schädelbasisläsionen (Infarkte, Chiari-Malformationen, Paragangliome, Schwannome, Meningeome, Metastasen) können SCM-Verspannungen verursachen 6

Klinische Fallstricke

  • Nicht alle SCM-Verspannungen bei Kindern unter 2 Jahren indizieren Pneumonie; immer nach Begleitsymptomen (Grunzen, Nasenflügeln, interkostale Einziehungen) suchen 4
  • Isolierte subkostale Einziehungen ohne Gefahrenzeichen können simple nasale Obstruktion reflektieren, nicht SCM-Pathologie 4
  • Bei Kopfnicken immer respiratorische Insuffizienz ausschließen, bevor benigne Ursachen angenommen werden 5
  • Serielle Untersuchungen über Zeit sind valider als Einzelbefunde zur Beurteilung der SCM-Funktion 4

References

Research

Sternocleidomastoid Muscle and Head Position: How to Minimize Muscle Tension.

IISE transactions on occupational ergonomics and human factors, 2022

Research

Myosin heavy chain composition of the human sternocleidomastoid muscle.

Annals of anatomy = Anatomischer Anzeiger : official organ of the Anatomische Gesellschaft, 2012

Guideline

Nasal Obstruction and Respiratory Distress in Young Children

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2026

Guideline

Benign Myoclonus of Early Infancy (BMEI) Diagnosis and Management

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2026

Guideline

Guideline Directed Topic Overview

Dr.Oracle Medical Advisory Board & Editors, 2025

Research

Sternocleidomastoid syndrome: a case study.

The Journal of the Canadian Chiropractic Association, 2004

Guideline

Blood Supply and Anatomical Considerations of the Sternocleidomastoid Muscle

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Professional Medical Disclaimer

This information is intended for healthcare professionals. Any medical decision-making should rely on clinical judgment and independently verified information. The content provided herein does not replace professional discretion and should be considered supplementary to established clinical guidelines. Healthcare providers should verify all information against primary literature and current practice standards before application in patient care. Dr.Oracle assumes no liability for clinical decisions based on this content.

Have a follow-up question?

Our Medical A.I. is used by practicing medical doctors at top research institutions around the world. Ask any follow up question and get world-class guideline-backed answers instantly.