Do estrogen or progesterone levels affect bile consistency, and does a deficiency or excess of these hormones cause a change?

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Last updated: February 26, 2026View editorial policy

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Veränderung der Gallenkonsistenz durch Sexualhormone

Östrogene und Gestagene erhöhen die Lithogenität (Steinbildungsneigung) der Galle, wobei ein Überschuss dieser Hormone – nicht ein Mangel – die Gallenflüssigkeit cholesterinreicher und damit visköser macht. 1, 2, 3

Mechanismus der hormonellen Wirkung auf die Galle

Die weiblichen Sexualhormone verändern die Gallenzusammensetzung durch mehrere Mechanismen:

  • Östrogene erhöhen die absolute Cholesterinkonzentration in der Galle, was die Lithogenität deutlich steigert 2
  • Östrogene fördern die Cholesterinnukleation aus cholesterinreichen Phospholipidvesikeln in der Galle, indem sie mit cholesterinreichen "Lipid Rafts" interagieren 4
  • Gestagene (insbesondere Norgestrel) erhöhen den Cholesterinsättigungsindex der Galle, während Östradiol allein diesen Effekt nicht zeigt 3
  • Die Gallensäuresynthese wird bei erhöhten Hormonspiegeln reduziert, während die Retention konjugierter Gallensäuren im Blut zunimmt 5

Klinische Evidenz: Überschuss führt zu Veränderungen

Hormonüberschuss, nicht Mangel, ist das Problem:

  • Orale Kontrazeptiva (30 µg Ethinylestradiol plus 150 µg Norgestrel) erhöhen signifikant den Cholesterinsättigungsindex der Galle (p = 0,01) 3
  • Höhere Dosierungen (50 µg Ethinylestradiol plus 250 µg Norgestrel) zeigen noch stärkere Effekte (p < 0,01) 3
  • Chronische Anwendung von Kontrazeptiva oder Hormonersatztherapie über mindestens zwei Jahre erhöht die Gallenlithogenität 6
  • Die intrahepatische Schwangerschaftscholestase (ICP) – ein Zustand mit massiv erhöhten Hormonspiegeln – zeigt abnorme Gallensäure- und Progesteronmetabolitenprofile 5

Geschlechtsspezifische Unterschiede

  • Weibliche Galle zeigt höhere Cholesterinnukleationsraten als männliche Galle, was die 2-3-fach höhere Gallensteinprävalenz bei Frauen erklärt 4
  • Postmenopausale Frauen ohne Hormonersatztherapie haben niedrigere Gallensäurekonzentrationen im Serum, während HRT diese wieder erhöht 6

Spezifische hormonelle Effekte

Östrogene:

  • Erhöhen die Cholesterinkonzentration in der Galle markant 2
  • Fördern die Cholesterinnukleation durch Interaktion mit Lipid Rafts 4
  • Werden in der Leber metabolisiert, was bei chronischen Lebererkrankungen problematisch sein kann 1

Gestagene:

  • Norgestrel (nicht Östradiol) ist hauptverantwortlich für den erhöhten Cholesterinsättigungsindex bei oralen Kontrazeptiva 3
  • Progesteronmetaboliten werden bei ICP vermehrt sulfatiert und zeigen veränderte Ausscheidungsmuster 5
  • Der Effekt ist weniger ausgeprägt als bei Östrogenen, aber dennoch signifikant 2

Klinische Implikationen und Warnhinweise

Wichtige Fallstricke:

  • Die EASL-Leitlinien warnen, dass bei zunehmender Pruritus-Schwere während der Schwangerschaft eine biliäre Obstruktion durch Steine ausgeschlossen werden sollte 1
  • Orale Kontrazeptiva können bei Patientinnen mit nicht-fortgeschrittener PSC sicher verwendet werden, erfordern aber regelmäßige Überwachung der Leberwerte (z.B. alle 6 Monate) 1
  • Bei fortgeschrittener Zirrhose (Child B und C) sollten kombinierte hormonelle Kontrazeptiva vermieden werden 1
  • Das Risiko für Cholezystitis ist bei HRT-Anwenderinnen erhöht (RR 1,8 für aktuelle Anwenderinnen; RR 2,5 für Langzeitanwenderinnen >5 Jahre) 1

Praktische Konsequenzen

  • Transdermal verabreichtes Östrogen hat ein günstigeres Sicherheitsprofil als orale Präparate bezüglich venöser Thromboembolien und möglicherweise auch bezüglich hepatischer Effekte 1
  • Bei Patientinnen mit Lebererkrankungen sollte die Hormontherapie sorgfältig abgewogen werden, da Östrogene hepatisch metabolisiert werden 1
  • Ursodeoxycholsäure (UDCA) kann bei ICP die Gallensäurekonzentration im Blut senken und die Symptome verbessern 5

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