Can an untreated rolandic (centrotemporal) epileptic focus impair a child's development?

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Last updated: February 27, 2026View editorial policy

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Kann ein nicht medikamentös eingestellter Rolandifokus die Entwicklung beeinträchtigen?

Ja, ein unbehandelter Rolandifokus (benigne Epilepsie mit zentrotemporalen Spitzen) kann die kognitive und Verhaltensentwicklung beeinträchtigen, insbesondere wenn persistierende interiktale Entladungen während des Schlafes vorhanden sind.

Evidenz für neuropsychologische Beeinträchtigungen

Die traditionelle Bezeichnung "benigne" ist irreführend, da zahlreiche Studien zeigen, dass Kinder mit Rolandischer Epilepsie häufig neuropsychologische Defizite aufweisen:

  • Kognitive Defizite treten häufig auf, einschließlich Beeinträchtigungen in Sprache, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Feinmotorik, selbst bei Kindern mit normaler Intelligenz 1, 2, 3.

  • Lernstörungen persistieren oft, auch nach Remission der Anfälle und epileptischen Entladungen, insbesondere Lese- und Schreibschwierigkeiten 4.

  • Visuomotorische Fähigkeiten und Aufmerksamkeit für verbale Stimuli sind signifikant beeinträchtigt im Vergleich zu gesunden Kontrollkindern 4.

Kritische Risikofaktoren für Entwicklungsbeeinträchtigung

Die Häufigkeit und das Timing der epileptiformen Entladungen während des Schlafes sind entscheidend:

  • Persistierende interiktale Entladungen während des Non-REM-Schlafs spielen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung neurokognitiver Defizite 1, 3.

  • Kontinuierliche epileptische Aktivität während des Schlafes, die länger als zwei Jahre persistiert, kann irreversible Veränderungen in der Funktion neurokognitiver Netzwerke auslösen 3.

  • Jüngeres Erkrankungsalter (unter 5 Jahren) ist mit schlechteren Outcomes assoziiert 5.

  • Atypische EEG-Charakteristika sind mit kognitiven und Verhaltensproblemen verbunden 1.

Spektrum der Entwicklungsbeeinträchtigungen

Die Rolandische Epilepsie sollte als Teil eines Spektrums betrachtet werden:

  • Milde Formen zeigen diskrete neuropsychologische Defizite ohne offensichtliche intellektuelle Beeinträchtigung 2, 5.

  • Atypische Entwicklungen können zu schwerer neurokognitiver Verschlechterung führen, insbesondere bei Entwicklung eines elektrischen Status epilepticus im Schlaf (ESES) 2, 3.

  • Das Spektrum umfasst BECTS, atypische benigne fokale Epilepsie, Status epilepticus bei BECTS, Landau-Kleffner-Syndrom und epileptische Enzephalopathie mit kontinuierlichen Spike-Wave-Entladungen im Schlaf 2.

Klinische Implikationen und Monitoring

Engmaschige Überwachung ist essentiell, auch wenn die Anfälle selbst gut kontrolliert sind:

  • Formale neuropsychologische Untersuchungen sollten ab Diagnosestellung durchgeführt werden, nicht erst bei offensichtlichen Problemen 3.

  • Schlaf-EEG-Monitoring ist notwendig, um die Häufigkeit nächtlicher epileptiformer Entladungen zu quantifizieren 1, 3.

  • Klinische und elektroenzephalographische Verlaufskontrollen sind erforderlich, um atypische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen 3.

  • Longitudinale Nachverfolgung ist notwendig, um Lernprobleme zu identifizieren, die sich erst im Verlauf manifestieren können 4.

Wichtige Einschränkungen der aktuellen Evidenz

Die Indikation zur Behandlung nächtlicher Entladungen bleibt kontrovers:

  • Es ist noch nicht eindeutig gezeigt, ob die Behandlung nächtlicher Entladungen bei BECTS die kognitiven und Verhaltensprobleme verbessert 1.

  • Eine Studie zeigte, dass Kinder mit mehr als 50% Spike-Wave-Index im Schlaf-EEG keine signifikant schlechteren kognitiven Leistungen aufwiesen (außer bei feinmotorischen Aufgaben), was eine aggressive Behandlung bei zufällig entdeckter abundanter epileptiformer Aktivität nicht rechtfertigt 5.

Praktische Empfehlung

In der klinischen Praxis sollte BECTS nur dann als "benigne" betrachtet werden, wenn keine oder nur milde neuropsychologische Defizite vor der medikamentösen Behandlung vorliegen 2. Die Entscheidung zur Behandlung sollte nicht nur auf der Anfallskontrolle basieren, sondern auch die Häufigkeit nächtlicher Entladungen, das Alter bei Erkrankungsbeginn und die neuropsychologische Entwicklung berücksichtigen 3, 5.

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