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Chlorprothixen Steckbrief

Pharmakologische Klassifikation

Chlorprothixen ist ein typisches Neuroleptikum aus der Thioxanthen-Gruppe, das 1959 unter den Handelsnamen Taractan und Truxal eingeführt wurde und als Breitspektrum-Neuroleptikum mit sedierenden Eigenschaften gilt 1.

Indikationen

Zugelassene Anwendungsgebiete

  • Psychotische Störungen (akute Schizophrenie, manische Zustände) mit Dosierungen von 200 mg täglich als üblich, wobei einige Patienten bis zu 800 mg täglich benötigen 2
  • Übelkeit und Erbrechen mit IM-Dosierung von 25 mg, bei Bedarf alle 3-4 Stunden wiederholt 2
  • Präoperative Anxiolyse mit 12,5-25 mg IM 1-2 Stunden vor der Operation 2
  • Therapierefraktärer Schluckauf mit 25-50 mg IM oder langsamer IV-Infusion 2
  • Tetanus mit 25-50 mg IM 3-4 mal täglich, meist in Kombination mit Barbituraten 2

Off-Label-Verwendung

  • Sedativ-hypnotische Zwecke in niedrigen Dosen, obwohl dies mit einem erhöhten Risiko für kardiometabolische Nebenwirkungen verbunden ist 3

Dosierung

Erwachsene

Psychotische Störungen

  • Hospitalisierte Patienten (akute Schizophrenie/Manie): IM 25 mg initial, bei Bedarf zusätzliche 25-50 mg nach 1 Stunde; nachfolgende IM-Dosen schrittweise über mehrere Tage erhöhen bis zu 400 mg alle 4-6 Stunden in außergewöhnlich schweren Fällen 2
  • Erhaltungstherapie: Dosierung schrittweise auf die niedrigste wirksame Erhaltungsdosis reduzieren nach Symptomkontrolle; 200 mg täglich ist üblich, manche Patienten benötigen bis zu 800 mg täglich 2

Übelkeit und Erbrechen

  • IM: 25 mg initial; bei fehlender Hypotonie 25-50 mg alle 3-4 Stunden bis zum Sistieren des Erbrechens, dann Umstellung auf orale Gabe 2
  • Während Operation: IM 12,5 mg, bei Bedarf nach 30 Minuten wiederholen; IV 2 mg fraktioniert in 2-Minuten-Intervallen, maximal 25 mg (verdünnt auf 1 mg/ml) 2

Pädiatrische Patienten (6 Monate bis 12 Jahre)

  • Schwere Verhaltensstörungen: IM 0,25 mg/kg Körpergewicht alle 6-8 Stunden nach Bedarf 2
  • Maximale IM-Dosierung: Bis 5 Jahre (oder 50 lbs) nicht über 40 mg/Tag; 5-12 Jahre (oder 50-100 lbs) nicht über 75 mg/Tag außer in schweren Fällen 2
  • Prämedikation bei Kindern: Oral als 4%-Lösung 1,5-2 mg/kg oder IM 1 mg/kg, wobei ein 2-Stunden-Intervall zwischen oraler Gabe und Narkoseeinleitung empfohlen wird 4

Ältere Patienten

  • Niedrigere Dosierungen sind ausreichend, da ältere Patienten empfindlicher auf Hypotonie und neuromuskuläre Reaktionen reagieren; Dosierung sollte individuell angepasst und schrittweise erhöht werden 2

Kontraindikationen

Absolute Kontraindikationen

  • Komatöse Zustände oder schwere ZNS-Depression 2
  • Kinder unter 6 Monaten, außer in lebensbedrohlichen Situationen 2

Relative Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

  • Kardiovaskuläre Erkrankungen: Vorsicht bei Patienten mit Herzerkrankungen aufgrund des Risikos für QTc-Verlängerung und Arrhythmien 5
  • Lebererkrankungen: Erhöhtes Risiko für Hepatotoxizität 2
  • Niereninsuffizienz: Dosisanpassung erforderlich 6
  • Epilepsie oder EEG-Abnormalitäten: Konvulsive Anfälle wurden berichtet 2

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen

  • Anticholinerge Effekte: Mundtrockenheit, Nasenverstopfung, Übelkeit, Obstipation, Harnretention 2
  • Kardiovaskulär: Orthostatische Hypotonie, Sinustachykardie 5
  • Sedierung: Besonders ausgeprägt bei niedrigen Dosen für sedativ-hypnotische Zwecke 3

Schwerwiegende Nebenwirkungen

Extrapyramidale Symptome (EPS)

  • Inzidenz von nur 1,02% bei 11.487 Patienten, wobei nur 0,05% tardive Dyskinesien entwickelten 1
  • Tardive Dyskinesie: Rhythmische unwillkürliche Bewegungen von Zunge, Gesicht, Mund oder Kiefer; kann irreversibel sein 2
  • Akute dystonische Reaktionen: Orthostatische Hypotonie, Sinustachykardie 5

Malignes neuroleptisches Syndrom (MNS)

  • Lebensbedrohliche Komplikation mit Hyperpyrexie, Muskelrigidität, verändertem Bewusstsein und autonomer Instabilität 2

Kardiometabolische Risiken

  • Erhöhtes Diabetesrisiko: Intention-to-treat HR 1,16 (95% CI: 1,08-1,25) im Vergleich zu niedrig dosiertem Quetiapin; as-treated HR 1,34 (95% CI: 1,14-1,56) 3
  • Erhöhtes MACE-Risiko: Intention-to-treat HR 1,12 (95% CI: 1,04-1,21) für schwere kardiovaskuläre Ereignisse 3
  • Erhöhtes Schlaganfallrisiko: Intention-to-treat HR 1,21 (95% CI: 1,06-1,37) 3
  • QTc-Verlängerung: Kann zu Torsades de pointes führen, besonders bei Komedikation mit anderen QT-verlängernden Medikamenten 5

Langzeittherapie-Komplikationen

  • Hautpigmentierung: Seltene Fälle bei Patienten, die ≥3 Jahre 500-1500 mg täglich erhielten 2
  • Okuläre Veränderungen: Ablagerungen in Linse und Kornea bei Patienten, die ≥2 Jahre ≥300 mg täglich erhielten 2

Endokrine Störungen

  • Laktation und Brustvergrößerung bei Frauen unter hohen Dosen 2
  • Hyperglykämie, Hypoglykämie und Glukosurie 2

Monitoring

Baseline-Untersuchungen

  • Kardiovaskulär: EKG zur Beurteilung der QTc-Zeit, Blutdruck 5
  • Metabolisch: Nüchternglukose, Lipidprofil, BMI 3
  • Hämatologisch: Komplettes Blutbild 2
  • Hepatisch: Leberfunktionstests 2

Laufende Überwachung

Akutphase

  • Plasmaurikatsäure (PUA): Chlorprothixen senkt konsistent die PUA-Spiegel; niedrige PUA-Werte bleiben stabil während der Behandlung und normalisieren sich innerhalb von 7 Tagen nach Absetzen, was als Compliance-Indikator dienen kann 7

Langzeittherapie

  • Metabolische Parameter: Alle 3-6 Monate Glukose, Lipide, Gewicht überwachen 3
  • Ophthalmologische Untersuchungen: Periodisch bei Patienten unter moderaten bis hohen Dosen über längere Zeit 2
  • EPS-Screening: Bei jedem Besuch auf Anzeichen von Akathisie, Dystonie, Parkinsonismus und tardiver Dyskinesie untersuchen 2
  • Kardiovaskulär: Regelmäßige Blutdruck- und Herzfrequenzmessungen 5

Besondere Populationen

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Chlorprothixen und sein Metabolit Chlorprothixen-Sulfoxid wurden in Muttermilch nachgewiesen bei Konzentrationen 120-260% höher als im Plasma 8
  • Geschätzte Säuglingsdosis: Nur 0,1% der mütterlichen Dosis/kg Körpergewicht für die Muttersubstanz 8
  • Langzeiteffekte niedriger Neuroleptika-Dosen auf sich entwickelnde Säuglinge sind unbekannt 8

Pädiatrische Patienten

  • Nicht empfohlen unter 6 Monaten, außer in lebensbedrohlichen Situationen 2
  • Prämedikation: Orale Gabe (1,5-2 mg/kg als 4%-Lösung) ist der IM-Gabe (1 mg/kg) gleichwertig hinsichtlich antisalivatorischer Wirkung, Reflexunterdrückung und postoperativer Sedierung, verursacht jedoch weniger Hypotonie 4

Geriatrische Patienten

  • Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Hypotonie und neuromuskulären Reaktionen 2
  • Niedrigere Anfangsdosen und langsamere Titration erforderlich 2

Wichtige klinische Überlegungen

Verabreichungshinweise

  • IM-Injektion: Langsam tief in den oberen äußeren Quadranten des Gesäßes injizieren; Patient sollte mindestens 30 Minuten nach Injektion liegen bleiben 2
  • IV-Verabreichung: Nur für schweren Schluckauf, Chirurgie und Tetanus; immer auf mindestens 1 mg/ml verdünnen 2
  • Subkutane Injektion nicht empfohlen 2

Häufige Fallstricke

  • Unzureichende Dosistitration: Maximale Besserung kann Wochen bis Monate dauern; optimale Dosis für 2 Wochen fortsetzen, bevor auf Erhaltungsdosis reduziert wird 2
  • Vorzeitiges Absetzen: Kann zu Rückfall führen, besonders bei Langzeittherapie 2
  • Übersehen von kardiometabolischen Risiken: Kumulative Dosen ≥6000 mg sind mit erhöhtem Diabetesrisiko assoziiert; ≥1500 mg mit erhöhtem MACE-Risiko 3
  • Unzureichendes Monitoring: Regelmäßige ophthalmologische Untersuchungen und metabolisches Screening sind bei Langzeittherapie essentiell 2, 3

Arzneimittelwechselwirkungen

  • QT-verlängernde Medikamente: Erhöhtes Risiko für Arrhythmien bei Kombination mit Makroliden, Fluorochinolonen, Antiemetika oder anderen Antipsychotika 5
  • ZNS-Depressiva: Additive sedierende Effekte mit Benzodiazepinen, Opiaten oder Alkohol 5
  • Anticholinerge Substanzen: Kann Zustand bei anticholinerger Intoxikation oder Delir verschlechtern 5

References

Research

[20 years experience with chlorprothixene (author's transl)].

Pharmakopsychiatrie, Neuro-Psychopharmakologie, 1980

Guideline

Guideline Directed Topic Overview

Dr.Oracle Medical Advisory Board & Editors, 2025

Guideline

Management of Sertraline-Induced Hallucinations

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2026

Research

Presence of chlorprothixene and its metabolites in breast milk.

European journal of clinical pharmacology, 1984

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