What is the definition and recommended therapy for SIADH according to Austrian guidelines?

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Definition und Therapie bei SIADH

Definition

SIADH wird diagnostiziert bei hypotoner Hyponatriämie (Serum-Natrium <131 mmol/L) mit inadäquat konzentriertem Urin (Urin-Osmolalität >100 mosmol/L), erhöhtem Urin-Natrium und normovolämem Volumenstatus, nachdem Schilddrüsenerkrankungen, Hypokortizismus, Polydipsie, Diuretika-Einnahme und Nebenniereninsuffizienz ausgeschlossen wurden 1.

Die Diagnose erfordert:

  • Serum-Natrium <131 mmol/L
  • Niedrige Serum-Osmolalität mit inadäquat hoher Urin-Osmolalität (>100 mosmol/L)
  • Urin-Natrium typischerweise >30 mmol/L
  • Normovolämer Volumenstatus (klinisch und laborchemisch bestätigt)
  • Normale Nieren-, Schilddrüsen- und Nebennierenfunktion

Ein wichtiges diagnostisches Merkmal ist die Hypourikämie (Harnsäure <4 mg/dL), die eine positive Vorhersagekraft von 73-100% für SIADH hat 1.

Kritischer Hinweis zur Volumenbeurteilung: Die alleinige klinische Untersuchung zur Bestimmung des Volumenstatus hat nur eine Sensitivität von 41,1% und Spezifität von 80%. Bei verfügbarem zentralvenösem Zugang sollte der ZVD gemessen werden: ZVD 6-10 cm H₂O spricht für SIADH (normovolämisch), während ZVD <6 cm H₂O auf Cerebral Salt Wasting hinweist 1.

Therapie

Schwere Symptome (Bewusstseinsveränderung, Krampfanfälle, SAB mit Vasospasmus-Risiko)

Bei schweren Symptomen ist hypertone Kochsalzlösung (3% NaCl) die Therapie der Wahl, mit dem Ziel, 6 mmol/L über 6 Stunden zu korrigieren oder bis zur Besserung der schweren Symptome 1.

Algorithmus für schwere Symptome:

  • Verlegung auf Intensivstation
  • 3% NaCl-Gabe (Berechnung: Natrium-Defizit = gewünschter Anstieg in mEq × 0,5 × ideales Körpergewicht)
  • Natrium-Kontrolle alle 2 Stunden
  • Maximale Korrektur: 8 mmol/L in 24 Stunden (wenn 6 mmol/L in 6 Stunden korrigiert wurden, dürfen in den folgenden 18 Stunden nur noch 2 mmol/L korrigiert werden)
  • Nach Besserung der schweren Symptome: Umstellung auf Therapie für milde Symptome 1

Milde Symptome (Übelkeit/Erbrechen, Kopfschmerzen, Na <120 mmol/L ohne schwere neurologische Symptome)

Die Basistherapie bei milden Symptomen besteht aus Flüssigkeitsrestriktion auf 1 L/Tag 1.

Algorithmus für milde Symptome:

  • Verlegung auf Intermediate Care
  • Flüssigkeitsrestriktion 1 L/Tag
  • Natrium-Kontrolle alle 4 Stunden initial, dann täglich
  • Ein-/Ausfuhrbilanzierung und tägliches Wiegen
  • Bei fehlendem Ansprechen: Zusätzlich NaCl 100 mEq oral 3× täglich 1

Asymptomatische Patienten

Bei asymptomatischen Patienten ist Flüssigkeitsrestriktion (1 L/Tag) kombiniert mit erhöhter Solut-Zufuhr (Salz und Protein) die Erstlinientherapie 1, 2.

Wichtige Einschränkung: Fast die Hälfte der SIADH-Patienten spricht nicht auf Flüssigkeitsrestriktion als Erstlinientherapie an 2.

Zweitlinientherapie bei therapierefraktärem SIADH

Wenn Flüssigkeitsrestriktion versagt, sind Harnstoff und Tolvaptan (Vaptan) die effektivsten Zweitlinientherapien 2.

Harnstoff:

  • Dosierung: 40 g in 100-150 mL NaCl 0,9% alle 8 Stunden für 1-2 Tage 1
  • Gilt als sehr effektiv, sicher und kostengünstig
  • Ermöglicht graduelle, nachhaltige Natrium-Normalisierung 2

Vaptans (Vasopressin-Rezeptor-Antagonisten):

  • Ermöglichen schnelle Korrektur ohne Flüssigkeitsrestriktion
  • Kritische Phase: erste 24 Stunden - Natrium-Kontrolle nach 0,6,24 und 48 Stunden erforderlich
  • Nebenwirkungen: Durst, Polydipsie, Polyurie
  • Bei Therapie >5-6 Tage: Überwachung nach Absetzen wegen Relaps-Gefahr 3

Alternative Optionen:

  • Diuretika (Furosemid, Ethacrynsäure) - erfordern häufig Natrium- und Kalium-Supplementierung 1
  • Demeclocyclin - mechanistisch wirksam, aber Nephrotoxizitäts-Risiko 4

Kritische Sicherheitsaspekte

Die Korrekturgeschwindigkeit darf niemals 8-10 mmol/L pro 24 Stunden überschreiten, um eine osmotische Demyelinisierung zu vermeiden 1, 3. Bei chronischer Hyponatriämie (>48 Stunden) ist besondere Vorsicht geboten, da hier das Risiko für Komplikationen bei zu schneller Korrektur am höchsten ist 1.

Häufiger Fehler: 0,9% NaCl sollte bei SIADH vermieden werden, da es paradoxerweise als hypertone Lösung wirkt und zu schnellen Natrium-Schwankungen führen kann - sowohl zu schneller Korrektur während der Infusion als auch zu Verschlechterung nach Infusion 5.

Bei SAB-Patienten mit Vasospasmus-Risiko: Flüssigkeitsrestriktion ist kontraindiziert, da sie das Risiko für zerebrale Ischämie signifikant erhöht (21 von 26 Patienten mit Flüssigkeitsrestriktion entwickelten zerebrale Infarkte versus 19 von 90 normonatriämen Patienten) 1.

References

Research

Hyponatraemia-treatment standard 2024.

Nephrology, dialysis, transplantation : official publication of the European Dialysis and Transplant Association - European Renal Association, 2024

Research

Clinical management of SIADH.

Therapeutic advances in endocrinology and metabolism, 2012

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