Amphotericin B ist NICHT schädlich für Fetus/Embryo
Amphotericin B gilt als sicheres Antimykotikum während der gesamten Schwangerschaft und ist das bevorzugte systemische Antimykotikum bei schwangeren Frauen mit invasiven Pilzinfektionen. 1
FDA-Klassifikation und Evidenz
Amphotericin B ist als Schwangerschaftskategorie B eingestuft 1. Dies bedeutet:
- Tierstudien zeigten keine Schädigung des Fetus durch Amphotericin B 1
- Systemische Pilzinfektionen wurden erfolgreich bei schwangeren Frauen behandelt ohne offensichtliche Auswirkungen auf den Fetus 1
- Die Anzahl der berichteten Fälle ist zwar klein, aber durchweg positiv 1
Klinische Anwendungsempfehlungen
Während des ersten Trimesters
Amphotericin B ist die erste Wahl, wenn eine systemische antimykotische Therapie erforderlich ist 2. Bei Frauen, die Azol-Antimykotika einnehmen und schwanger werden möchten oder sind, wird empfohlen:
- Azole absetzen und auf intravenöses Amphotericin B umstellen, zumindest während des ersten Trimesters 2
Während des zweiten und dritten Trimesters
Amphotericin B bleibt eine sichere Option während der gesamten Schwangerschaft 2. Bei schweren Fällen, insbesondere bei schwerer Kokzidioidomykose im postpartalen Zeitraum, ist intravenöses Amphotericin B die bevorzugte initiale Behandlung aufgrund der klinischen Erfahrung 2.
Wichtige Überlegungen zur Sicherheit
Plazentare Passage
- Amphotericin B kann die Plazentaschranke passieren und in Nabelschnurblut nachgewiesen werden 3
- Trotz Gewebepersistenz wurden keine teratogenen Effekte berichtet 3
- Konzentrationen im Plazentagewebe können noch Wochen nach der letzten Dosis nachweisbar sein 3
Vergleich mit anderen Antimykotika
Im Gegensatz zu Azolen (insbesondere Fluconazol in hohen Dosen), die dosisabhängige teratogene Effekte zeigen können 4, 5, hat Amphotericin B:
- Keine Berichte über Teratogenität 6, 5
- Die umfangreichste Erfahrung als systemisches Antimykotikum in der Schwangerschaft 5
Praktische Hinweise
Mütterliche Überwachung
Während Amphotericin B für den Fetus sicher ist, erfordert es bei der Mutter engmaschige Überwachung:
- Nierenfunktion (häufig kontrollieren) 1
- Serumelektrolyte, besonders Kalium und Magnesium 1
- Leberfunktion, Blutbild, Hämoglobinkonzentrationen 1
Dosierung
- Liposomales Amphotericin B kann mit idealem Körpergewicht dosiert werden, um fetale Nebenwirkungen zu minimieren bei gleichzeitiger Wirksamkeit 7
- Standarddosis: 5-6 mg/kg/Tag 7
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Amphotericin B in die Muttermilch übergeht. Aufgrund der potenziellen Toxizität wird empfohlen, das Stillen während der Behandlung zu unterbrechen 1.
Fazit zur klinischen Entscheidung
Wenn eine systemische antimykotische Therapie während der Schwangerschaft erforderlich ist, sollte Amphotericin B ohne Bedenken hinsichtlich fetaler Schädigung eingesetzt werden. Die Hauptsorge liegt in der mütterlichen Toxizität (Nephrotoxizität, Elektrolytstörungen), nicht in der fetalen Sicherheit 4, 6, 5.