What medication discrepancies and peri‑operative medication instructions should be communicated to the referring physician?

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Relevante Medikationsdiskrepanzen und perioperative Anweisungen für den Zuweiser

Der Entlassbrief muss explizit alle Medikationsänderungen, ungerechtfertigte Auslassungen, neue Verordnungen und spezifische Anweisungen zur Wiederaufnahme chronischer Medikamente dokumentieren, da 44% aller Medikationsdiskrepanzen klinisch relevante Fehler darstellen, die zu unerwünschten Arzneimittelereignissen führen können 1.

Kritische Informationen für die Kommunikation

1. Medikationsdiskrepanzen mit hoher klinischer Relevanz

Die häufigsten und gefährlichsten Diskrepanzen betreffen:

  • Kardiovaskuläre Medikamente (35,2%): Betablocker, Antihypertensiva, Antikoagulanzien 1

    • Betablocker müssen bei Patienten mit KHK, Angina oder Arrhythmien perioperativ fortgeführt werden 2
    • Ungerechtfertigte Unterbrechung kann zu hypertensiven Krisen führen 1
  • Neurologische/Psychiatrische Medikamente (23,2%): Risiko für Entzugssyndrome, Schlaflosigkeit 1

    • Gabapentinoide sollten überprüft und bei fehlender Indikation ausgeschlichen werden 3
  • Antikoagulation:

    • Aspirin sollte 1 Woche präoperativ abgesetzt und 24 Stunden postoperativ wieder begonnen werden 4
    • Antikoagulanzien müssen entsprechend ihrer Halbwertszeit pausiert und postoperativ wieder aufgenommen werden 4

2. Spezifische Anweisungen für chronische Medikation

Opioid-Therapie:

  • Maximale Verschreibung: 5-7 Tage, niemals als Dauerrezept 3
  • Explizite Angabe: Dosis, Menge, geplante Dauer 3
  • Bei opioid-naiven Patienten: Persistierende Einnahme >90 Tage erfordert Reevaluation auf chronischen postoperativen Schmerz 3
  • Bevorzugt: Sofort freisetzende Opioide (z.B. flüssiges Morphin 10mg/5ml) 3

Buprenorphin-Patienten:

  • Präoperative Dosis, perioperative Fortsetzung/Unterbrechung und postoperative Wiederaufnahme müssen dokumentiert werden 5
  • Einbindung des ambulanten Buprenorphin-Verschreibers erforderlich 5

3. Dokumentationspflichten im Entlassbrief

Der Entlassbrief muss enthalten 3, 6:

  1. Vollständige Medikationsliste mit:

    • Name, Indikation, Dosierung, Frequenz, Verabreichungsweg
    • Alle OTC-Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel
  2. Alle identifizierten Diskrepanzen:

    • Ungerechtfertigte Auslassungen (häufigster Fehler bei 44% der Diskrepanzen) 1
    • Dosierungsfehler
    • Nicht dokumentierte Medikamente
  3. Spezifische Anweisungen:

    • Welche Medikamente wann wieder aufnehmen
    • Welche Medikamente dauerhaft abgesetzt wurden und warum
    • Geplante Ausschleichschemata (z.B. Gabapentinoide, Opioide)
  4. Zeitkritische Informationen:

    • Statine bei Gefäßchirurgie fortführen 2
    • Zytostatika-Therapie bei myeloproliferativen Erkrankungen kann perioperativ fortgeführt werden 4

4. Häufige Fehlerquellen vermeiden

73% der Präanästhesie-Berichte enthalten keine spezifischen Empfehlungen zum Management chronischer Medikation 1. Dies führt zu:

  • 27% präoperativen Medikationsfehlern (57% durch unklare Anweisungen) 7
  • 26% postoperativen Medikationsfehlern 7
  • 36,8% der Diskrepanzen mit potentiell schwerwiegenden klinischen Folgen (Asthmaexazerbation, Entzugssyndrome, hypertensive Krisen) 1

5. Praktische Umsetzung

Strukturierte Kommunikation:

  • Zeitnahe Übermittlung an alle beteiligten Gesundheitsdienstleister einschließlich Apotheker 3
  • Verhinderung, dass akute Opioid-Verschreibungen versehentlich zu Dauerrezepten werden 3
  • Bei opioid-toleranten Patienten: Ausschleichplan nach schmerzlindernden Eingriffen 3

Patienteninformation:

  • Sichere Selbstverabreichung
  • Ausschleichprotokoll
  • Entsorgung ungenutzter Medikamente
  • Fahrverbot unter Opioid-Einnahme 3

Die Evidenz zeigt eindeutig: Ohne systematische Medikationsabstimmung und explizite Kommunikation an den Zuweiser bleiben 78% der verwendeten Medikamente unregistriert und nur 46% erscheinen im Entlassbrief 8. Dies gefährdet direkt die Patientensicherheit durch vermeidbare unerwünschte Arzneimittelereignisse 9.

References

Guideline

nccn guidelines insights: myeloproliferative neoplasms, version 2.2018.

Journal of the National Comprehensive Cancer Network : JNCCN, 2017

Research

Medication discontinuity errors in the perioperative period.

Acta anaesthesiologica Scandinavica, 2010

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