What are the diagnostic and treatment approaches for a 61-year-old patient with a knee injury after a traffic accident, presenting with severe pain and a history of asthma, hemorrhoids, and previous cholecystectomy and liver tumor removal?

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Diagnostik und Therapie bei Knieverletzung nach Verkehrsunfall

Bei einem 61-jährigen Patienten mit Knieverletzung nach Verkehrsunfall sollte primär eine klinische Untersuchung mit spezifischen Tests (Lachman, Schubladentest, Pivot-Shift-Test) erfolgen, gefolgt von Röntgenaufnahmen in zwei Ebenen und bei Verdacht auf Bandverletzungen eine MRT-Untersuchung ohne Kontrastmittel durchgeführt werden.

Diagnostisches Vorgehen

Primäre Diagnostik

  • Klinische Untersuchung:

    • Spezifische Tests: Lachman-Test, Schubladentest und Pivot-Shift-Test zur Beurteilung der Bandstrukturen
    • Überprüfung der peripheren Durchblutung, Motorik und Sensibilität (pDMS)
    • Beurteilung von Schwellung, Ergussbildung und Bewegungseinschränkung
  • Bildgebende Diagnostik:

    1. Röntgen in 2 Ebenen (anteroposterior und lateral) als initiale Bildgebung 1

      • Ergänzend eine tangentiale Patellaaufnahme bei Verdacht auf Patellaluxation
      • Beurteilung von knöchernen Verletzungen, Frakturen oder Avulsionsverletzungen
    2. MRT ohne Kontrastmittel bei:

      • Verdacht auf Bandverletzungen (VKB-Ruptur, Innenbandruptur)
      • Meniskusverletzungen
      • Unklaren Befunden oder zur OP-Planung 1
      • Nachweis von Knochenmarködemen oder okkulten Frakturen

Wann ist eine CT indiziert?

  • CT ohne Kontrastmittel bei:
    • Verdacht auf komplexe Frakturen
    • Beurteilung der patellofemoralen Anatomie bei Verdacht auf Patellaluxation 1
    • Bestätigung einer knöchernen Verletzung

Therapieoptionen

Akutmaßnahmen

  • PECH-Schema:
    • Pause: Sofortige Belastungsreduktion
    • Eis: Kühlung zur Schmerzlinderung und Schwellungsreduktion
    • Compression: Kompressionsverband
    • Hochlagerung: Zur Schwellungsreduktion

Therapieentscheidung basierend auf der Diagnose

1. VKB-Ruptur

  • Konservativ:

    • Bei älteren Patienten mit geringem Aktivitätsniveau
    • Physiotherapie zur Muskelkräftigung
    • Funktionelle Knieorthese
  • Operativ:

    • Bei jüngeren, aktiven Patienten
    • Kreuzbandplastik mittels Semitendinosussehne, Gracilissehne oder Patellasehne
    • Postoperative Rehabilitation mit schrittweiser Belastungssteigerung

2. Meniskusverletzung

  • Konservativ: Bei stabilen, peripheren Rissen
  • Operativ: Bei instabilen Rissen, Einklemmungserscheinungen
    • Arthroskopische Meniskusnaht oder partielle Meniskektomie

3. Innenbandruptur

  • Überwiegend konservative Therapie mit Ruhigstellung und anschließender Physiotherapie
  • Operative Versorgung nur bei komplexen Instabilitäten

4. Patellaluxation

  • Akut: Reposition und Ruhigstellung
  • Chronisch-rezidivierend: Operative Stabilisierung

Besonderheiten bei diesem Patienten

  • Vorerkrankungen: Asthma kann die Narkosefähigkeit beeinflussen und sollte bei OP-Planung berücksichtigt werden 2
  • Alter: Mit 61 Jahren besteht ein erhöhtes Risiko für degenerative Vorschäden, die die Therapieentscheidung beeinflussen können

Häufige Fallstricke und deren Vermeidung

  1. Übersehen einer "Unhappy Triad":

    • Kombinationsverletzung aus VKB-Ruptur, medialem Kollateralbandriss und medialer Meniskusläsion
    • Erfordert sorgfältige klinische und bildgebende Diagnostik
  2. Verzögerte Diagnose einer Patellaluxation:

    • Häufig spontane Reposition vor ärztlicher Vorstellung
    • Achten auf laterale Patellarandläsion im MRT als indirektes Zeichen
  3. Fehleinschätzung der Verletzungsschwere:

    • Immer pDMS kontrollieren und dokumentieren
    • Bei Arbeitsunfall Berufsgenossenschaft einschalten
  4. Unzureichende Bildgebung:

    • MRT erst nach Röntgen durchführen
    • Bei unklaren Befunden gezielt weitere Diagnostik veranlassen

Die strukturierte Diagnostik und Therapieplanung bei Knieverletzungen ist entscheidend für ein gutes funktionelles Ergebnis. Die Therapieentscheidung sollte unter Berücksichtigung des Alters, der Aktivität und der Begleiterkrankungen des Patienten getroffen werden.

References

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