Colchicin-Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion
Bei einem Patienten mit einer GFR von 50 ml/min und Zustand nach Nephrektomie ist die Dosierung von Colchicin mit 0,5 mg dreimal täglich für 4 Tage zu hoch und gefährlich, daher sollte die Dosis reduziert werden.
Dosierungsempfehlungen bei eingeschränkter Nierenfunktion
Die aktuelle Evidenz zeigt klare Richtlinien zur Colchicin-Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion:
- Bei Patienten mit einer GFR zwischen 30-60 ml/min (wie in diesem Fall) ist besondere Vorsicht geboten 1
- Die empfohlene Dosierung bei Gichtanfällen sollte angepasst werden:
Risiken einer Überdosierung bei Niereninsuffizienz
Die vorgeschlagene Dosierung (0,5 mg dreimal täglich für 4 Tage) birgt erhebliche Risiken:
- Erhöhtes Risiko für Neuromyopathie, selbst bei normaler Nierenfunktion 2
- Verstärkte Colchicin-Toxizität bei eingeschränkter Nierenfunktion 3
- Kumulative Toxizität durch wiederholte Gaben bei verminderter renaler Clearance
Korrekte Vorgehensweise
Akute Behandlung eines Gichtanfalls:
- Einmalige Ladedosis von 1 mg, gefolgt von 0,5 mg eine Stunde später
- Danach maximal 0,5 mg einmal täglich für die folgenden Tage
Überwachung:
- Regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion
- Monitoring auf Anzeichen einer Toxizität (Muskelschwäche, Parästhesien, gastrointestinale Symptome)
- Bestimmung der Kreatinkinase bei Verdacht auf Myopathie
Kontraindikationen beachten:
Alternativen bei Kontraindikation
Falls Colchicin kontraindiziert ist oder nicht vertragen wird:
- Niedrig dosierte NSAR (falls keine Kontraindikation besteht) 1
- Bei Kontraindikationen für Colchicin, NSAR und Kortikosteroide können IL-1-Blocker erwogen werden 1
Die Anpassung der Medikamentendosierung bei Niereninsuffizienz ist entscheidend, um die Sicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig eine wirksame Behandlung zu ermöglichen. Bei diesem Patienten mit einer GFR von 50 ml/min nach Nephrektomie ist eine deutliche Dosisreduktion erforderlich, um schwerwiegende Nebenwirkungen zu vermeiden.