Bevorzugte Medikation für Typ-2-Diabetes mit eingeschränkter Nierenfunktion und Hyperkaliämie
Für Patienten mit Typ-2-Diabetes, eingeschränkter Nierenfunktion und Hyperkaliämie ist ein GLP-1-Rezeptoragonist, insbesondere Semaglutid, die bevorzugte Medikation aufgrund seiner nachgewiesenen kardiorenalen Vorteile und des geringeren Risikos für Hyperkaliämie. 1
Medikamentenauswahl basierend auf aktuellen Leitlinien
Primäre Therapieoptionen:
GLP-1-Rezeptoragonisten (erste Wahl)
SGLT2-Inhibitoren (zweite Wahl)
Algorithmus zur Therapieentscheidung bei eingeschränkter Nierenfunktion und Hyperkaliämie
Bestimme den eGFR-Wert:
Bei bestehender Hyperkaliämie:
- GLP-1-RA bieten das geringste Risiko für weitere Kaliumerhöhungen 2
- Vermeiden von Medikamenten, die Kalium erhöhen können (siehe Tabelle unter Vorsichtsmaßnahmen)
Bei schwerer Nierenfunktionseinschränkung:
Spezifische Vorteile von Semaglutid
- Nachgewiesene kardiovaskuläre und renale Schutzwirkung 1, 3
- Effektive Blutzuckersenkung unabhängig von der Nierenfunktion 1
- Gewichtsreduktion als zusätzlicher Vorteil 3
- Kann bei allen Stadien der Niereninsuffizienz eingesetzt werden 4
- Geringeres Risiko für Hyperkaliämie im Vergleich zu anderen Antidiabetika 2
Wichtige Vorsichtsmaßnahmen
Zu vermeidende Medikamente bei Hyperkaliämie: 1
- Kaliumsparende Diuretika (z.B. Spironolacton)
- NSAIDs
- ACE-Hemmer/ARBs (falls möglich)
- Heparin
- Trimethoprim-Sulfamethoxazol
Dosisanpassungen:
Engmaschige Überwachung:
- Regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion und des Kaliumspiegels
- Besondere Vorsicht bei Dehydratation oder akuten Erkrankungen
Zusammenfassung
Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes, eingeschränkter Nierenfunktion und Hyperkaliämie sollte ein GLP-1-Rezeptoragonist, vorzugsweise Semaglutid, als Therapie der ersten Wahl eingesetzt werden. Diese Medikamentenklasse bietet eine effektive Blutzuckerkontrolle ohne das Risiko einer Verschlechterung der Hyperkaliämie und zeigt zusätzliche kardiorenale Vorteile. SGLT2-Inhibitoren können bei eGFR ≥20 ml/min/1,73 m² als Alternative in Betracht gezogen werden, sind jedoch bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz in ihrer Wirksamkeit eingeschränkt.