Abklärung bei Schlaganfall nach Herztransplantation: Spezielle Empfehlungen
Bei Patienten mit Schlaganfall nach Herztransplantation sollte unverzüglich eine umfassende neurovaskuläre Diagnostik mit CT ohne Kontrastmittel und CT-Angiographie durchgeführt werden, um zwischen ischämischem und hämorrhagischem Schlaganfall zu unterscheiden und eine gezielte Therapie einzuleiten.
Epidemiologie und Risikofaktoren
Schlaganfälle nach Herztransplantation sind relativ häufig und mit erhöhter Mortalität verbunden:
- Die Inzidenz liegt bei etwa 10,7% nach Herztransplantation 1
- Ischämische Schlaganfälle (8,1%) sind häufiger als hämorrhagische (2,6%) 1
- Spezifische Risikofaktoren für Schlaganfall nach Herztransplantation sind:
Diagnostisches Vorgehen
Bei Verdacht auf Schlaganfall nach Herztransplantation:
Sofortige Bildgebung:
Labordiagnostik:
Kardiale Diagnostik:
Therapeutisches Vorgehen
Bei ischämischem Schlaganfall:
Akuttherapie:
- Thrombolyse mit rt-PA innerhalb von 4,5 Stunden nach Symptombeginn prüfen (unter Berücksichtigung der spezifischen Kontraindikationen bei Transplantationspatienten) 5
- Bei großen Gefäßverschlüssen endovaskuläre Therapie erwägen 5
- Blutdruckmanagement: <185/110 mmHg vor Thrombolyse und <180/105 mmHg für 24 Stunden danach 5
Sekundärprophylaxe:
Bei hämorrhagischem Schlaganfall:
Akuttherapie:
Allgemeine Maßnahmen:
Besonderheiten bei herztransplantierten Patienten
Immunsuppression:
- Die Umstellung von Calcineurin-Inhibitoren auf Sirolimus-basierte Immunsuppression scheint das Schlaganfallrisiko nicht signifikant zu verändern (HR 1,39; p=0,45) 1
- Engmaschige Überwachung der Immunsuppression-Spiegel während der Akuttherapie des Schlaganfalls
Monitoring auf Abstoßungsreaktionen:
Herzrhythmusstörungen:
Langzeitmanagement
Risikofaktorenmanagement:
Regelmäßige Nachsorge:
- Neurologische Untersuchungen in regelmäßigen Abständen
- Bildgebende Kontrollen nach individueller Risikostratifizierung
Prognose:
Die Diagnostik und Therapie bei Schlaganfall nach Herztransplantation erfordert ein multidisziplinäres Team aus Neurologen, Kardiologen und Transplantationsmedizinern, um die komplexen Wechselwirkungen zwischen neurologischen Komplikationen, Immunsuppression und Transplantatfunktion optimal zu managen.