What is the recommended antibiotic therapy for open skull fractures?

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Antibiotische Therapie bei offenem Schädelhirntrauma

Bei offenem Schädelhirntrauma wird eine frühzeitige antibiotische Therapie mit einem Cephalosporin (z.B. Cefazolin 2g i.v.) für 3-5 Tage empfohlen, bei schwerer Kontamination in Kombination mit einem Aminoglykosid und ggf. Clindamycin zur Anaerobierabdeckung. 1

Grundprinzipien der antibiotischen Therapie

Die antibiotische Therapie bei offenem Schädelhirntrauma folgt dem Prinzip, dass es sich um kontaminierte Wunden (Klasse III) handelt, die neben chirurgischem Débridement eine antibiotische Behandlung erfordern:

  • Zeitpunkt: Die Antibiotikagabe sollte so früh wie möglich erfolgen, da Verzögerungen von mehr als 3 Stunden das Infektionsrisiko erhöhen 1
  • Dauer: 3 Tage bei leichteren Verletzungen, bis zu 5 Tage bei schweren Verletzungen 1
  • Zielkeime: Staphylokokken (S. aureus, S. epidermidis), Enterobakterien (besonders nach Kraniotomien) und anaerobe Bakterien (besonders nach Schädel-Hirn-Verletzungen) 2, 1

Empfohlene antibiotische Regime

Standardtherapie:

  • Cephalosporine der 1. Generation: Cefazolin 2g i.v. langsam (Wiederholungsdosis nach 4 Stunden bei längerer OP-Dauer) 2, 1
  • Cephalosporine der 2. Generation: Cefamandol oder Cefuroxim 1,5g i.v. langsam (Wiederholungsdosis 0,75g nach 2 Stunden bei längerer OP-Dauer) 2

Bei schwerer Kontamination oder komplexen Verletzungen:

  • Kombinationstherapie: Cephalosporin + Aminoglykosid (z.B. Gentamicin 5 mg/kg/d) 1
  • Bei Verdacht auf anaerobe Infektion: Zusätzlich Clindamycin 600-900mg i.v. alle 8 Stunden 1

Bei Beta-Laktam-Allergie:

  • Vancomycin: 30 mg/kg über 120 Minuten (Infusion sollte spätestens zu Beginn des Eingriffs enden, idealerweise 30 Minuten vorher) 2
  • Clindamycin: 900 mg i.v. langsam 2

Bei Verdacht auf MRSA:

  • Vancomycin: 30 mg/kg über 120 Minuten 2, 1

Indikationen für erweiterte antibiotische Abdeckung

Die erweiterte antibiotische Abdeckung sollte in folgenden Situationen in Betracht gezogen werden:

  • Bekannte oder vermutete Kolonisation mit methicillinresistenten Staphylokokken
  • Reoperation bei Patienten, die in einer Einheit mit MRSA-Ökologie hospitalisiert sind
  • Vorherige Antibiotikatherapie
  • Schwere Kontamination der Wunde
  • Verzögerte chirurgische Versorgung (>24 Stunden)

Chirurgische Intervention

Die chirurgische Intervention ist ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung:

  • Indikation: Operative Intervention bei offenen Schädelfrakturen, die über die Schädeldicke hinaus eingedrückt sind 1
  • Timing: Frühzeitige Operation zur Reduzierung des Infektionsrisikos 1
  • Methoden: Elevation und Débridement sind die chirurgischen Methoden der Wahl 1
  • Débridement: Gründliches Débridement ist notwendig, um nekrotisches Gewebe zu entfernen und die bakterielle Belastung zu reduzieren 1

Überwachung und Anpassung der Therapie

  • Kulturen: Tiefengewebskulturen (keine Oberflächenabstriche) sollten vor Beginn der Antibiotikatherapie entnommen werden 1
  • Therapieanpassung: Nach 48-72 Stunden sollte die Therapie basierend auf Kulturergebnissen neu bewertet werden 1
  • Tetanusprophylaxe: Sollte verabreicht werden, wenn der Patient in den letzten 10 Jahren nicht immunisiert wurde 1

Potenzielle Fallstricke

  • Verzögerte Antibiotikagabe: Erhöht das Infektionsrisiko erheblich 1
  • Unzureichende Anaerobierabdeckung: Besonders bei übel riechendem Ausfluss wichtig 1
  • Verlängerte prophylaktische Antibiotikagabe: Kann zur Entwicklung von Resistenzen führen 1
  • Unzureichendes Débridement: Erhöht das Risiko für persistierende Infektionen 1

Besondere Überlegungen

  • Cochrane-Review zu Schädelbasisfrakturen: Eine Metaanalyse von 5 RCTs mit 208 Teilnehmern zeigte keinen signifikanten Unterschied zwischen Antibiotikaprophylaxe und Kontrollgruppen hinsichtlich der Häufigkeit von Meningitis, Gesamtmortalität oder meningitisbedingter Mortalität bei Patienten mit Schädelbasisfrakturen 3
  • Adjuvante Therapie: Antibiotika-imprägnierte Perlen (z.B. Tobramycin oder Gentamicin) können als adjuvante Therapie vorteilhaft sein, besonders bei Knochenbeteiligung 1
  • Negative-Druck-Wundtherapie: Kann nach dem Débridement vorteilhaft sein 1

Die Behandlung des offenen Schädelhirntraumas erfordert einen multidisziplinären Ansatz mit frühzeitiger antibiotischer Therapie und adäquater chirurgischer Versorgung, um das Infektionsrisiko zu minimieren und das Behandlungsergebnis zu optimieren.

References

Guideline

Management of Open Skull Fractures

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Guideline

Guideline Directed Topic Overview

Dr.Oracle Medical Advisory Board & Editors, 2025

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