What are the electrophysiological diagnostic criteria for Amyotrophic Lateral Sclerosis (ALS)?

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Last updated: September 7, 2025View editorial policy

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Elektrophysiologische Diagnosekriterien für Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)

Die elektrophysiologische Diagnostik der ALS basiert auf den Awaji-Shima-Konsensus-Empfehlungen, wobei Faszikulationspotentiale den gleichen diagnostischen Stellenwert haben wie Fibrillationspotentiale und positive scharfe Wellen. 1

Grundlegende elektrophysiologische Untersuchungen

Nadel-Elektromyographie (EMG)

  • Wesentliche Befunde für die ALS-Diagnose:

    • Aktive Denervierung: Fibrillationspotentiale und/oder positive scharfe Wellen
    • Faszikulationspotentiale (besonders instabile Faszikulationspotentiale)
    • Chronische partielle Denervierung mit Reinnervationszeichen:
      • Verlängerte und vergrößerte motorische Einheitspotentiale (MUPs)
      • Polyphasische Potentiale
      • Inkomplettes Interferenzmuster bei maximaler Willküraktivität 2, 3
  • Diagnostische Bedeutung:

    • EMG-Veränderungen müssen in mindestens drei Körperregionen nachweisbar sein
    • Faszikulationspotentiale haben laut Awaji-Kriterien den gleichen diagnostischen Wert wie Fibrillationspotentiale 1
    • EMG-Befunde werden als gleichwertig zu klinischen Zeichen betrachtet 4

Elektroneurographie (ENG)

  • Motorische Nervenleitgeschwindigkeit:

    • Normale oder leicht reduzierte Nervenleitgeschwindigkeit
    • Reduzierte Amplituden der Muskelsummenaktionspotentiale (MSAP) durch Axonverlust
    • Ausschluss demyelinisierender motorischer Neuropathien 5
  • Sensorische Neurographie:

    • Normale sensorische Nervenleitgeschwindigkeit
    • Normale Amplituden der sensorischen Nervenaktionspotentiale (SNAP)
    • Auch in motorisch stark betroffenen Regionen normal 5

Spezielle elektrophysiologische Techniken

Nachweis der Beteiligung des unteren Motoneurons (UMN)

  • Transkranielle Magnetstimulation (TMS):
    • Verlängerte zentrale motorische Leitungszeit
    • Reduzierte oder fehlende motorisch evozierte Potentiale
    • Erhöhte kortikale Erregbarkeit 2, 5

Quantitative EMG-Techniken

  • Motor Unit Number Estimation (MUNE):

    • Quantifizierung des Verlusts funktionierender motorischer Einheiten
    • Nützlich zur Verlaufsbeobachtung und in klinischen Studien 2
  • Weitere spezielle Techniken:

    • Single-Fiber-EMG
    • Makro-EMG
    • Analyse des Entladungsmusters motorischer Einheiten
    • Diese werden hauptsächlich in der Forschung eingesetzt, nicht in der Routinediagnostik 5

Diagnostische Strategie

  1. Muskelauswahl für die EMG-Untersuchung:

    • Muskeln aus bulbärer Region
    • Muskeln aus zervikaler, thorakaler und lumbaler Medulla
    • Sowohl klinisch betroffene als auch klinisch nicht betroffene Muskeln untersuchen 5, 3
  2. Interpretation der Befunde:

    • EMG-Veränderungen können in 93% der Fälle mit klinischer Beteiligung einer Region zusätzliche betroffene Regionen nachweisen
    • Bei 40% der Patienten mit klinischer Beteiligung von zwei Regionen kann die EMG weitere betroffene Regionen aufdecken 3
  3. Wichtige Beobachtungen:

    • Denervierungsaktivität tritt in 72% der schwachen Muskeln auf, aber nur in 45% der nicht-schwachen Muskeln
    • Faszikulationen treten in 56% der schwachen und 65% der nicht-schwachen Muskeln auf
    • Reinnervationszeichen finden sich in 87-91% der schwachen und nicht-schwachen Muskeln
    • In 44% der Muskeln treten neurogene MUPs ohne Denervierungsaktivität auf 3

Häufige Fallstricke und Vorsichtsmaßnahmen

  • Fehlinterpretation von Befunden:

    • Spontanaktivität allein ist unzureichend für den Nachweis einer Beteiligung des unteren Motoneurons in klinisch nicht betroffenen Muskeln im Frühstadium
    • Analyse der motorischen Einheitspotentiale ist entscheidend für die Dokumentation der Verteilung der Beteiligung des unteren Motoneurons 3
  • Differentialdiagnosen:

    • Bildgebung (MRT Kopf ohne Kontrastmittel) zum Ausschluss struktureller, infektiöser oder neoplastischer Ursachen 6
    • MRT der Wirbelsäule kann in bestimmten klinischen Situationen nützlich sein 6

Die elektrophysiologische Untersuchung spielt eine entscheidende Rolle bei der ALS-Diagnose, indem sie die Beteiligung des unteren Motoneurons bestätigt und die Ausbreitung der Erkrankung dokumentiert, auch in klinisch noch nicht betroffenen Regionen.

References

Research

Electrodiagnostic criteria for diagnosis of ALS.

Clinical neurophysiology : official journal of the International Federation of Clinical Neurophysiology, 2008

Research

Clinical neurophysiology in ALS.

Archives italiennes de biologie, 2011

Research

Lower motor neuron involvement examined by quantitative electromyography in amyotrophic lateral sclerosis.

Clinical neurophysiology : official journal of the International Federation of Clinical Neurophysiology, 2011

Research

Electrodiagnosis in persons with amyotrophic lateral sclerosis.

PM & R : the journal of injury, function, and rehabilitation, 2013

Guideline

Guideline Directed Topic Overview

Dr.Oracle Medical Advisory Board & Editors, 2025

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