Is amantadine suitable for structural brain damage?

Medical Advisory BoardAll articles are reviewed for accuracy by our Medical Advisory Board
Educational purpose only • Exercise caution as content is pending human review
Article Review Status
Submitted
Under Review
Approved

Last updated: September 9, 2025View editorial policy

Personalize

Help us tailor your experience

Which best describes you? Your choice helps us use language that's most understandable for you.

Amantadin bei strukturellen Hirnschäden: Aktivierung und Behandlungspotenzial

Amantadin kann bei Patienten mit strukturellen Hirnschäden zur Aktivierung und Verbesserung der neurologischen Funktion eingesetzt werden, jedoch mit Vorsicht aufgrund möglicher ZNS-Nebenwirkungen.

Wirkungsmechanismus und Anwendungsgebiete

Amantadin wirkt als Dopaminrezeptor-Agonist und kann die Erholung des Nervensystems nach Hirnschädigungen stimulieren. Es wird eingesetzt bei:

  • Unresponsive Wakefulness Syndrome (UWS) nach Hirnverletzungen
  • Diffusen axonalen Verletzungen (DAI)
  • Kognitiven Dysfunktionen nach mittelschweren bis schweren Schädel-Hirn-Traumata
  • Extrapyramidalen Symptomen

Wirksamkeit bei strukturellen Hirnschäden

Die Evidenz zur Wirksamkeit von Amantadin bei strukturellen Hirnschäden zeigt:

  • Verbesserung von Aufmerksamkeit, Konzentration und Orientierung 1
  • Steigerung von Wachheit, Reaktionsfähigkeit und psychomotorischer Geschwindigkeit 1
  • Verbesserung der kognitiven Funktion bei Patienten mit traumatischen Hirnverletzungen 2
  • Positive Effekte bei Patienten mit UWS nach schweren zerebralen Blutungen 3

Eine Studie von 2020 zeigte, dass alle sieben untersuchten Patienten mit UWS nach zerebraler Blutung innerhalb von 3-6 Tagen nach Beginn der Amantadin-Behandlung eine Verbesserung des Bewusstseins aufwiesen 3.

Dosierung und Anwendungshinweise

  • Startdosis: 100 mg/Tag, besonders bei älteren Patienten oder Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
  • Standarddosis: 200 mg/Tag bei jüngeren Patienten ohne Komorbiditäten
  • Behandlungsdauer: Typischerweise 6 Wochen, mit regelmäßiger Neubewertung 4
  • Dosisanpassung bei Nieren- oder Leberfunktionsstörungen erforderlich

Vorsichtsmaßnahmen und Kontraindikationen

Besondere Vorsicht ist geboten bei:

  • Patienten mit Niereninsuffizienz (Dosisreduktion erforderlich) 5
  • Patienten mit Krampfanfällen in der Vorgeschichte (erhöhtes Risiko für Anfälle) 5
  • Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen (Risiko für Verhaltensänderungen) 5
  • Älteren Patienten (erhöhte Empfindlichkeit für ZNS-Nebenwirkungen) 6
  • Patienten mit unbehandeltem Engwinkelglaukom (kontraindiziert wegen anticholinerger Wirkung) 5

Nebenwirkungen und Management

Häufige Nebenwirkungen:

  • ZNS-Nebenwirkungen: Nervosität, Angst, Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten (13% bei 200 mg/Tag) 5
  • Gastrointestinale Nebenwirkungen: Übelkeit, Appetitlosigkeit (1-3% der Patienten) 5

Schwerwiegendere Nebenwirkungen (selten):

  • Ausgeprägte Verhaltensänderungen, Delirium, Halluzinationen, Agitiertheit
  • Krampfanfälle, besonders bei Patienten mit Krampfleiden
  • Kardiale Arrhythmien bei akuter Überdosierung 5

Management der Nebenwirkungen:

  • Dosisreduktion bei Auftreten von Nebenwirkungen
  • Engmaschige Überwachung bei Risikopatienten
  • Absetzen bei schwerwiegenden Nebenwirkungen

Überwachung und Verlaufskontrolle

  • Regelmäßige Bewertung mit standardisierten Skalen (GCS, CRS-R, MMSE)
  • Überwachung der Nierenfunktion, besonders bei älteren Patienten
  • Beobachtung auf psychiatrische Nebenwirkungen und Krampfanfälle

Fazit

Amantadin kann eine wertvolle Option zur Aktivierung bei strukturellen Hirnschäden sein, insbesondere zur Verbesserung von Wachheit, Aufmerksamkeit und kognitiver Funktion. Die Behandlung sollte jedoch unter sorgfältiger Abwägung der potenziellen Risiken und Nutzen erfolgen, mit besonderer Berücksichtigung von Komorbiditäten und individueller Anpassung der Dosierung.

References

Research

Amantadine to Treat Cognitive Dysfunction in Moderate to Severe Traumatic Brain Injury.

Journal of trauma nursing : the official journal of the Society of Trauma Nurses, 2015

Guideline

Guideline Directed Topic Overview

Dr.Oracle Medical Advisory Board & Editors, 2025

Guideline

Management of Extrapyramidal Symptoms

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Professional Medical Disclaimer

This information is intended for healthcare professionals. Any medical decision-making should rely on clinical judgment and independently verified information. The content provided herein does not replace professional discretion and should be considered supplementary to established clinical guidelines. Healthcare providers should verify all information against primary literature and current practice standards before application in patient care. Dr.Oracle assumes no liability for clinical decisions based on this content.

Have a follow-up question?

Our Medical A.I. is used by practicing medical doctors at top research institutions around the world. Ask any follow up question and get world-class guideline-backed answers instantly.