Impfungen vor Rituximab-Therapie
Alle erforderlichen Impfungen sollten mindestens 4 Wochen vor Beginn einer Rituximab-Therapie verabreicht werden, da Rituximab die Impfantwort für bis zu 6 Monate nach der Behandlung beeinträchtigen kann. 1
Empfohlene Impfungen vor Rituximab
Standardimpfungen:
- Influenza: Jährliche Impfung mit quadrivalentem Impfstoff 2, 1
- Pneumokokken:
- Tetanus/Diphtherie/Pertussis (TdaP): Auffrischimpfung 1
- Hepatitis B: Für Patienten mit negativem Hepatitis-B-Status und erhöhtem Infektionsrisiko 1
- Haemophilus influenzae b 2
Zusätzlich zu erwägende Impfungen:
- Herpes zoster: Rekombinanter Zoster-Impfstoff für Patienten über 50 Jahre 2
- Humanes Papillomavirus (HPV): Gemäß allgemeinen Bevölkerungsrichtlinien 2, 1
- Meningokokken 2
- Hepatitis A: Bei entsprechendem Risiko 2
- Rubella: Für Frauen im gebärfähigen Alter 2
Zeitlicher Ablauf der Impfungen
- Optimaler Zeitpunkt: Alle Impfungen sollten mindestens 4 Wochen vor Beginn der Rituximab-Therapie abgeschlossen sein 1
- Falls Rituximab bereits begonnen wurde:
Screening und Prophylaxe vor Therapiebeginn
- Hepatitis B-Screening: Alle Patienten sollten auf HBsAg und Anti-HBc getestet werden 1
- Weitere empfohlene Screenings: HIV, Hepatitis C-Antikörper, Tuberkulose 1
- Antivirale Prophylaxe: Für HBsAg- oder Anti-HBc-positive Patienten mit Entecavir oder Tenofovir
- Beginn 2-4 Wochen vor Rituximab wenn möglich
- Fortsetzung für mindestens 12-18 Monate nach Abschluss der Rituximab-Therapie 1
Besondere Überlegungen
- Lebendimpfstoffe: Sollten bei immunsupprimierten Patienten vermieden werden (z.B. Gelbfieber) 2
- Bei kontaminierten Wunden: Tetanus-Immunglobulin verabreichen, wenn Rituximab innerhalb der letzten 6 Monate gegeben wurde 1
- Hypogammaglobulinämie: Kann die Impfantwort zusätzlich beeinträchtigen, unabhängig vom Zeitpunkt der Impfung 3
- COVID-19-Impfung: Vor Rituximab-Beginn führt zu robuster serologischer Antwort; wenn bereits unter Rituximab-Therapie, dann idealerweise >9 Monate nach letzter Dosis 4, 5
Wichtige Hinweise zur Impfwirksamkeit
- Die Immunantwort auf Impfungen ist nach Rituximab-Gabe für bis zu 6 Monate stark beeinträchtigt 2, 1
- Optimale Impfantwort ist erst mehr als 9 Monate nach der letzten Rituximab-Dosis zu erwarten 1, 4
- Die Kombination von Rituximab mit anderen immunsuppressiven Medikamenten kann die Impfantwort zusätzlich reduzieren 2
Die frühzeitige Planung und Durchführung aller notwendigen Impfungen vor Beginn einer Rituximab-Therapie ist entscheidend, um einen optimalen Impfschutz zu gewährleisten und das Risiko von impfpräventablen Erkrankungen zu minimieren.