Rituximab-Dosierung bei verschiedenen Erkrankungen
Eine einzelne Dosis von Rituximab 1000mg ist keine ausreichende Alternative zum Standardschema von 2 x 1000mg im Abstand von 2 Wochen, da die Wirksamkeit des Standardschemas besser belegt ist und in den Leitlinien empfohlen wird.
Dosierungsempfehlungen nach Erkrankung
Pemphigus vulgaris
- Das 2g Rheumatoide Arthritis (RA) Dosierungsprotokoll (2 x 1000mg im Abstand von 2 Wochen) wird aufgrund von Kosteneffizienz bei vergleichbarer Wirksamkeit zum Lymphom-Protokoll bevorzugt 1
- Klinisches Ansprechen ist typischerweise innerhalb von 6 Wochen zu erwarten
- Rituximab wird üblicherweise in Kombination mit systemischen Kortikosteroiden und/oder Immunsuppressiva eingesetzt 1
Membranöse Nephropathie
- Zwei gängige Dosierungsschemata werden als klinisch gleichwertig angesehen:
- 2 zweiwöchentliche Dosen von 1 g/m²
- 4 wöchentliche Dosen von 375 mg/m²
- Die optimale Dosierung ist noch nicht endgültig festgelegt 1
- Rituximab kann sowohl als Erstlinien- als auch als Zweitlinientherapie eingesetzt werden mit vergleichbaren Ergebnissen
Non-Hodgkin-Lymphome
- Standarddosierung: 375 mg/m² wöchentlich für 4 Dosen 1
- Bei älteren oder geschwächten Patienten kann Rituximab als Monotherapie mit 375 mg/m² wöchentlich für 4 Dosen eingesetzt werden
Entzündliche Myopathien
- Bei therapierefraktären entzündlichen Myopathien hat sich Rituximab als wirksam erwiesen 2
- FDA-zugelassene Erhaltungstherapie bei Vaskulitis: 500 mg IV alle 6 Monate 2
Wichtige Überlegungen zur Dosisreduktion
Potenzielle Anwendungen reduzierter Dosen
- Bei erworbener Hämophilie wurde eine niedrigdosierte Rituximab-Therapie (100 mg pro Woche für insgesamt vier Infusionen) bei einem 88-jährigen Patienten erfolgreich eingesetzt 3
- Bei thrombotisch-thrombozytopenischer Purpura (TTP) wurden verschiedene Dosierungen verglichen:
- Standarddosis (375 mg/m²)
- Reduzierte Dosis (200 mg)
- Intermediäre Dosis (500 mg)
- Die reduzierte Dosis führte zu einer höheren Rate an Nachbehandlungen im Vergleich zur Standarddosis 4
Einschränkungen reduzierter Dosierungen
- Bei chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) wurden höhere Dosen (500 mg/m²) aufgrund der initial niedrigen Ansprechraten bei Standarddosierung eingeführt 5
- Alle randomisierten Studien, die eine Überlegenheit von Rituximab plus Chemotherapie gegenüber alleiniger Chemotherapie bei CLL zeigen, verwendeten die 500 mg/m² Dosis 5
Schlussfolgerung und Empfehlung
Das Standardschema von Rituximab mit 2 x 1000mg im Abstand von 2 Wochen sollte beibehalten werden, da:
- Die Wirksamkeit dieses Schemas in Leitlinien dokumentiert ist
- Reduzierte Dosierungen zu höheren Raten an Nachbehandlungen führen können
- Die Kosteneffizienz des 2g RA-Dosierungsprotokolls bereits optimiert ist
- Kein ausreichender Nachweis für die Gleichwertigkeit einer Einzeldosis vorliegt
Bei bestimmten Patientengruppen (sehr alt, schwere Komorbiditäten) können reduzierte Dosierungen in Betracht gezogen werden, aber dies sollte als Ausnahme und nicht als Standardvorgehen betrachtet werden.