What is the management approach for a patient with adhesion-related complaints and a history of multiple abdominal surgeries, without evidence of ileus?

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Last updated: September 23, 2025View editorial policy

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Management von Adhäsionsbeschwerden bei Patienten mit multiplen Bauchoperationen ohne Ileus

Bei Patienten mit Adhäsionsbeschwerden nach multiplen Bauchoperationen ohne Ileus ist ein konservativer Behandlungsansatz mit Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich, Darmdekompression und wasserlöslichem Kontrastmittel die empfohlene Ersttherapie. 1, 2

Diagnostische Bewertung

  • Anamnese und körperliche Untersuchung:

    • Erfassung früherer Operationen und Strahlentherapie
    • Beurteilung von intermittierenden kolikartigen Bauchschmerzen, Blähungen und Übelkeit
    • Untersuchung auf Anzeichen einer Peritonitis (die auf Strangulation oder Ischämie hindeuten könnten)
    • Beurteilung des Ernährungszustands und Dehydratationszeichen
  • Laboruntersuchungen:

    • Blutbild, Laktat, Elektrolyte, CRP, BUN/Kreatinin 1, 2
    • Erhöhte Werte (CRP >75, Leukozyten >10.000/mm³) können auf Peritonitis hinweisen, haben jedoch geringe Sensitivität 1
  • Bildgebung:

    • CT mit intravenösem Kontrast ist der Goldstandard zur Diagnose einer Darmobstruktion 2
    • Wasserlösliches Kontrastmittel (50-150 ml oral oder über Magensonde) mit Röntgenkontrolle nach 24 Stunden 2
    • Wenn das Kontrastmittel innerhalb von 24 Stunden das Kolon erreicht, ist eine erfolgreiche konservative Behandlung wahrscheinlich 2

Konservative Behandlung

  1. Initialer Ansatz:

    • Nahrungskarenz
    • Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich (besonders Kalium beachten) 1
    • Darmdekompression mittels nasogastraler Sonde 1, 2
    • Verabreichung eines wasserlöslichen Kontrastmittels (therapeutisch und diagnostisch) 2
  2. Medikamentöse Therapie:

    • Octreotid (150-300 mcg s.c. zweimal täglich) zur Reduktion von Sekretionen 2
    • Kortikosteroide (Dexamethason bis zu 60 mg/Tag) zur Entzündungshemmung 2
    • Prokinetika wie Metoclopramid bei teilweiser Obstruktion (Vorsicht bei Niereninsuffizienz) 2
  3. Dauer der konservativen Behandlung:

    • Ein 72-Stunden-Zeitraum gilt als sicher und angemessen 1, 2
    • Bei persistierendem hohen Output aus der Dekompressionssonde ohne klinische Verschlechterung kann die konservative Behandlung verlängert werden 1

Chirurgische Intervention

Chirurgische Eingriffe sind indiziert, wenn:

  • Zeichen einer Peritonitis vorliegen
  • Darmischämie oder -strangulation vermutet wird
  • Die konservative Behandlung nach 72 Stunden nicht erfolgreich ist 1, 2

Chirurgische Optionen:

  1. Laparoskopische Adhäsiolyse:

    • Geeignet für hämodynamisch stabile Patienten mit einfachen Fällen 2
    • Vorteilhaft bei ≤2 vorherigen Laparotomien, Appendektomie in der Vorgeschichte, keine mediane Laparotomienarbe und einzelne Adhäsionsbänder 1
    • Vorsicht: Höheres Risiko für Darmverletzungen (6,3-26,9%) 1
  2. Laparotomie:

    • Traditioneller Ansatz für instabile Patienten oder bei erwarteten ausgedehnten Adhäsionen 2
    • Höhere Erfolgsrate, aber auch höhere Morbidität (30-Tage-Morbidität von 39%) 2

Prävention von Rezidiven

  • Adhäsionsbarrieren:

    • Icodextrin 4% (Adept®) kann das Wiederauftreten von Adhäsionen reduzieren (2,19% vs. 11% nach 41,4 Monaten) 1
    • Hyaluronat-Carboxymethylcellulose (Seprafilm®) kann wirksamer sein, ist aber in der laparoskopischen Chirurgie weniger praktisch 1, 3
  • Chirurgischer Ansatz:

    • Laparoskopische Verfahren können zu weniger ausgedehnter Adhäsionsbildung führen 4, 5
    • Studien zeigen eine niedrigere Inzidenz von adhäsionsbedingtem Ileus nach laparoskopischer kolorektaler Chirurgie (1,3%) 5

Besondere Patientengruppen

  • Ältere Patienten:

    • Lebensqualitätsaspekte sind besonders wichtig
    • Patienten mit hohem Frailty-Index haben eine verlängerte Erholungszeit 1
    • Beachtung von Komorbiditäten und Medikamenten bei Nahrungskarenz
  • Diabetiker:

    • Benötigen möglicherweise früheren Eingriff
    • Höheres Risiko für akute Nierenschädigung (7,5%) und Myokardinfarkt (4,8%) bei Operation >24h 1, 2
  • Junge Patienten:

    • Lebenslang erhöhtes Risiko für adhäsionsbedingte Komplikationen
    • Können am meisten von Adhäsionsprävention profitieren 1

Nachsorge

  • Frühe Mobilisierung
  • Schrittweise Ernährungsaufnahme, wenn das Kontrastmittel den Dickdarm erreicht
  • Überwachung auf Anzeichen einer erneuten Obstruktion
  • Engmaschige Nachsorge zur Identifizierung zugrunde liegender Ursachen 2
  • Bei Strikturen ballaststoffarme Ernährung erwägen 2

Häufige Fallstricke

  • Verzögerung der chirurgischen Konsultation
  • Verlängerung der konservativen Behandlung bei Anzeichen einer Strangulation
  • Unzureichende Flüssigkeitstherapie (in einer Studie bei 92% der Patienten unzureichend) 6
  • Verkennen einer kompletten versus partiellen Obstruktion
  • Übersehen der Möglichkeit einer geschlossenen Schlingenobstruktion 2
  • Opioidgebrauch kann Symptome maskieren und Tests der Dünndarmperistaltik ungültig machen 2

References

Guideline

Guideline Directed Topic Overview

Dr.Oracle Medical Advisory Board & Editors, 2025

Guideline

Management of Adhesive Small Bowel Obstruction

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Research

Low incidence of adhesion-related bowel obstruction after laparoscopic colorectal surgery.

Journal of laparoendoscopic & advanced surgical techniques. Part A, 2007

Research

Adhesive intestinal obstruction.

East African medical journal, 2006

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