Management von Adhäsionsbeschwerden bei Patienten mit multiplen Bauchoperationen ohne Ileus
Bei Patienten mit Adhäsionsbeschwerden nach multiplen Bauchoperationen ohne Ileus ist ein konservativer Behandlungsansatz mit Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich, Darmdekompression und wasserlöslichem Kontrastmittel die empfohlene Ersttherapie. 1, 2
Diagnostische Bewertung
Anamnese und körperliche Untersuchung:
- Erfassung früherer Operationen und Strahlentherapie
- Beurteilung von intermittierenden kolikartigen Bauchschmerzen, Blähungen und Übelkeit
- Untersuchung auf Anzeichen einer Peritonitis (die auf Strangulation oder Ischämie hindeuten könnten)
- Beurteilung des Ernährungszustands und Dehydratationszeichen
Laboruntersuchungen:
Bildgebung:
- CT mit intravenösem Kontrast ist der Goldstandard zur Diagnose einer Darmobstruktion 2
- Wasserlösliches Kontrastmittel (50-150 ml oral oder über Magensonde) mit Röntgenkontrolle nach 24 Stunden 2
- Wenn das Kontrastmittel innerhalb von 24 Stunden das Kolon erreicht, ist eine erfolgreiche konservative Behandlung wahrscheinlich 2
Konservative Behandlung
Initialer Ansatz:
Medikamentöse Therapie:
Dauer der konservativen Behandlung:
Chirurgische Intervention
Chirurgische Eingriffe sind indiziert, wenn:
- Zeichen einer Peritonitis vorliegen
- Darmischämie oder -strangulation vermutet wird
- Die konservative Behandlung nach 72 Stunden nicht erfolgreich ist 1, 2
Chirurgische Optionen:
Laparoskopische Adhäsiolyse:
Laparotomie:
Prävention von Rezidiven
Adhäsionsbarrieren:
Chirurgischer Ansatz:
Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten:
- Lebensqualitätsaspekte sind besonders wichtig
- Patienten mit hohem Frailty-Index haben eine verlängerte Erholungszeit 1
- Beachtung von Komorbiditäten und Medikamenten bei Nahrungskarenz
Diabetiker:
Junge Patienten:
- Lebenslang erhöhtes Risiko für adhäsionsbedingte Komplikationen
- Können am meisten von Adhäsionsprävention profitieren 1
Nachsorge
- Frühe Mobilisierung
- Schrittweise Ernährungsaufnahme, wenn das Kontrastmittel den Dickdarm erreicht
- Überwachung auf Anzeichen einer erneuten Obstruktion
- Engmaschige Nachsorge zur Identifizierung zugrunde liegender Ursachen 2
- Bei Strikturen ballaststoffarme Ernährung erwägen 2
Häufige Fallstricke
- Verzögerung der chirurgischen Konsultation
- Verlängerung der konservativen Behandlung bei Anzeichen einer Strangulation
- Unzureichende Flüssigkeitstherapie (in einer Studie bei 92% der Patienten unzureichend) 6
- Verkennen einer kompletten versus partiellen Obstruktion
- Übersehen der Möglichkeit einer geschlossenen Schlingenobstruktion 2
- Opioidgebrauch kann Symptome maskieren und Tests der Dünndarmperistaltik ungültig machen 2