Schmerzmanagement nach Hüftoperation
Nach einer Hüftoperation wird ein multimodales Schmerzmanagement empfohlen, bestehend aus Paracetamol, NSAR oder COX-2-Hemmern als Basisanalgesie, mit Opioiden nur als Notfallmedikation bei Durchbruchschmerzen. 1, 2
Unmittelbare postoperative Phase
Medikamentöse Schmerztherapie
Basisanalgesie:
Bei starken Schmerzen:
Regionalanästhesie:
Zu beobachtende Symptome
- Schmerzintensität mittels validierter Instrumente (VAS oder numerische Skala) 2
- Funktionelle Einschränkungen und Mobilisierungsfähigkeit 2
- Anzeichen von Wundheilungsstörungen oder Infektionen 2
- Nebenwirkungen der Analgetika (besonders bei Opioiden: Übelkeit, Erbrechen, Atemdepression) 2, 3
Mittelfristige Schmerztherapie (nach Entlassung)
Medikamentöse Therapie
- Fortsetzung der Basisanalgesie mit Paracetamol und NSAR/COX-2-Hemmern 1, 2
- Schwache Opioide können bei unzureichender Schmerzlinderung in Kombination mit Paracetamol eingesetzt werden 1
Rehabilitation und Bewegungseinschränkungen
- Vermeidung von Hüftbeugung über 90 Grad für 6-12 Wochen 2
- Kein Überkreuzen der Beine oder Innenrotation 2
- Vermeidung von niedrigen Stühlen und Toilettensitzen 2
- Stufenweise Steigerung der Mobilisierung und Belastung 2
Besonderheiten und Warnhinweise
Risikofaktoren für anhaltende Schmerzen
- Etwa 27% der Patienten klagen noch 6 Monate nach der Operation über Schmerzen 4
- Bei 4% der Patienten können schwere chronische Schmerzen auftreten, die eine Revisionsoperation erfordern 4
Wichtige Komplikationen zu beachten
- Erhöhtes Risiko für Blutungskomplikationen bei NSAR-Anwendung 5
- Mögliche ungewöhnliche Ursachen für Oberschenkelschmerzen wie Muskelhernien 6
Besondere Patientengruppen
- Bei Patienten über 70 Jahren, erstmaliger Opioidanwendung oder Adipositas besteht ein erhöhtes Risiko für opioidbedingte Atemdepression 2
- Patienten mit rheumatischen Erkrankungen benötigen spezielle Beachtung bezüglich ihrer Basismedikation 2
Langfristige Betreuung
- Regelmäßige Bewertung der Gangmuster und des Bedarfs an Gehhilfen 2
- Überwachung auf Anzeichen von neuropathischen Schmerzen, Angst oder Depression als Risikofaktoren für chronische postoperative Schmerzen 2
- Frühzeitige Erkennung und Behandlung von anhaltenden Schmerzen zur Vermeidung von Chronifizierung 4
Die neuesten Studien zeigen, dass selbst bei optimaler Schmerztherapie mit Paracetamol und Ibuprofen nur etwa ein Drittel der Patienten nach Hüft-TEP leichte Schmerzen erfahren, was die Notwendigkeit einer umfassenden Schmerzbehandlung unterstreicht 7.