Stimulation der Peristaltik bei Patienten mit endständigem Kolostoma
Bei einem Patienten mit endständigem Kolostoma, flüssigkeitsgefüllten Darmschlingen und langsamer Peristaltik sollte eine mechanische Stimulation mittels Foley-Katheter durch das Stoma durchgeführt werden, um die Darmfunktion anzuregen.
Pathophysiologie und Bewertung
Bei Patienten mit Kolostoma kann eine verminderte Peristaltik zu verschiedenen Komplikationen führen, darunter:
- Flüssigkeitsansammlung in den Darmschlingen
- Funktioneller Ileus
- Erhöhtes Risiko für bakterielle Überwucherung
- Potenzielle Obstruktion
Die sonographische Darstellung von flüssigkeitsgefüllten Darmschlingen ist ein wichtiges diagnostisches Zeichen. Laut Studien hat die Ultraschalluntersuchung eine Sensitivität von 90% und eine Spezifität von 96% bei der Diagnose von Darmobstruktionen 1. Die Anwesenheit von freier Flüssigkeit zwischen den Darmschlingen kann auf eine Verschlechterung der mechanischen Darmobstruktion hinweisen 2.
Behandlungsalgorithmus
1. Mechanische Stimulation
- Erste Maßnahme: Einführen eines Foley-Katheters durch das Stoma
- Diese Methode hat sich bei Patienten mit Kolostoma als wirksam erwiesen, um die Darmperistaltik anzuregen 3
- Der Katheter sollte vorsichtig eingeführt werden, um Beschwerden zu minimieren
- Die Verwendung eines festen Körpers (Katheter) statt Flüssigkeit respektiert besser die normale Darmfunktion
2. Medikamentöse Therapie
Bei Versagen der mechanischen Stimulation:
- Prokinetika: Metoclopramid oder Domperidon
- Osmotische Abführmittel: Polyethylenglykol
- Antimotilitätsmittel vermeiden, da diese die Peristaltik weiter verlangsamen können
3. Flüssigkeits- und Elektrolytmanagement
- Adäquate Hydratation sicherstellen
- Elektrolytungleichgewichte korrigieren, besonders Kalium und Magnesium, die für die Darmfunktion wichtig sind
Spezielle Überlegungen bei Kolostoma-Patienten
Patienten mit endständigem Kolostoma haben besondere Herausforderungen:
- Die Peristaltik kann durch die operative Unterbrechung des Darms beeinträchtigt sein
- Endständige Kolostomata haben im Vergleich zu Loop-Kolostomata weniger Komplikationen (7% vs. 26%) 4
- Die Stomapflege und das Management sollten regelmäßig überprüft werden, um Komplikationen wie Leckage zu vermeiden 1
Warnzeichen für Komplikationen
Achten Sie auf folgende Warnzeichen, die eine dringende chirurgische Intervention erfordern könnten:
- Zunehmende Abdominalschmerzen
- Fieber oder Anzeichen einer Sepsis
- Erbrechen
- Zunehmende Abdomendistension
- Fehlende Besserung trotz konservativer Maßnahmen innerhalb von 48-72 Stunden
Prävention zukünftiger Episoden
- Regelmäßige Beurteilung der Stomafunktion
- Anpassung der Ernährung (ballaststoffreiche Kost bei Verstopfung)
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Regelmäßige Kontrolle durch einen Stomatherapeuten
Die mechanische Stimulation mit einem Foley-Katheter ist eine einfache, aber effektive Methode, um die Peristaltik bei Patienten mit Kolostoma anzuregen. Diese Technik hat sich in klinischen Erfahrungen als wirksam erwiesen und sollte als erste Maßnahme in Betracht gezogen werden, bevor auf invasivere Interventionen zurückgegriffen wird.