Empfehlungen zur Klemmungsdauer der EVD nach intrathekaler Alteplase-Gabe
Nach intrathekaler Alteplase-Gabe sollte die externe Ventrikeldrainage (EVD) für 1-2 Stunden geklemmt werden, um eine optimale Wirkung des Thrombolytikums zu gewährleisten. 1
Hintergrund und Rationale
Die intrathekale Gabe von Alteplase (rekombinanter Gewebeplasminogenaktivator, tPA) wird bei Dysfunktion von EVDs eingesetzt, insbesondere bei:
- Verstopfung durch intraluminale Thromben 1
- Bildung einer Fibrinscheide um die Katheterspitze 1
- Beeinträchtigtem Liquorabfluss 1
Empfehlungen zur Handhabung nach intrathekaler Alteplase-Gabe
Klemmungsdauer
- Die EVD sollte für 1-2 Stunden nach Alteplase-Gabe geklemmt werden, um dem Medikament ausreichend Zeit für die thrombolytische Wirkung zu geben 1
- Diese Klemmungszeit entspricht der üblichen "Verweilzeit" (dwell time), die in klinischen Studien für die optimale Wirksamkeit von Alteplase bei Katheter-Dysfunktionen verwendet wurde 1
Faktoren, die bei der Klemmungsdauer zu berücksichtigen sind
Intrakranieller Druck (ICP) vor der Klemmung:
Liquorproduktion:
Überwachung während und nach der Klemmung
- Engmaschige neurologische Überwachung während der Klemmungszeit 1
- Regelmäßige Kontrolle des intrakraniellen Drucks, falls verfügbar 2
- Bei Anzeichen einer neurologischen Verschlechterung (Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Bewusstseinsveränderung) sollte die Klemmung sofort beendet werden 1
Vorsichtsmaßnahmen und Komplikationsmanagement
- Bei Patienten mit bereits erhöhtem ICP vor der Klemmung sollte eine kürzere Klemmungszeit erwogen werden 2
- Bei Anzeichen einer intrakraniellen Blutung:
Zusammenfassung
Die optimale Klemmungsdauer nach intrathekaler Alteplase-Gabe beträgt 1-2 Stunden, muss jedoch individuell angepasst werden, basierend auf dem initialen ICP-Wert und der Liquorproduktion des Patienten. Eine engmaschige Überwachung während der Klemmungszeit ist essentiell, um Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.