Flüssigkeitsbeschränkung auf 500-800 ml/24h bei normovolämischen Formen
Bei normovolämischen Patienten mit Risiko für Flüssigkeitsüberladung sollte die Flüssigkeitsaufnahme auf 500-800 ml/24h beschränkt werden, um eine weitere Verschlechterung des klinischen Zustands zu vermeiden und die Entwicklung von Komplikationen wie Lungenödem, Herzversagen und peripheren Ödemen zu verhindern. 1
Pathophysiologische Grundlagen
- Bei Patienten mit Herzinsuffizienz oder Leberzirrhose führt eine eingeschränkte Fähigkeit zur Ausscheidung freien Wassers zu einer Flüssigkeitsretention, die durch neurohormonelle Mechanismen wie erhöhte Vasopressin-Ausschüttung und verstärkte proximale Natriumreabsorption verursacht wird 1
- Hyponatriämie entsteht primär durch die Unfähigkeit, freies Wasser auszuscheiden, wobei Noradrenalin und Angiotensin II zu einer verminderten Natriumzufuhr zum distalen Tubulus führen und Vasopressin die Wasserreabsorption aus dem distalen Tubulus erhöht 1
- Bei Flüssigkeitsüberladung steigt das Risiko für Komplikationen wie Lungenödem, Herzversagen, verzögerte Wundheilung, Gewebeabbau und beeinträchtigte Darmfunktion 2
Klinische Evidenz für Flüssigkeitsbeschränkung
Strenge Flüssigkeitsbeschränkung ist besonders indiziert bei:
Die American College of Cardiology Foundation/American Heart Association empfiehlt eine Flüssigkeitsbeschränkung auf etwa 2 L/Tag für die meisten hospitalisierten Patienten mit Herzinsuffizienz, aber eine strengere Beschränkung (wie 500-800 ml/Tag) für Patienten, die diuretikaresistent sind oder eine signifikante Hyponatriämie aufweisen 1
Rationale für die spezifische Menge von 500-800 ml/24h
Diese strenge Begrenzung berücksichtigt den minimalen Flüssigkeitsbedarf unter Berücksichtigung der insensiblen Verluste:
Bei hypervolämischer Hyponatriämie kann eine Flüssigkeitsbeschränkung auf <1 L/Tag helfen, den Serum-Natriumspiegel zu stabilisieren oder zu verbessern, obwohl dies für Patienten schwer einzuhalten ist 1
Praktische Umsetzung
Die Flüssigkeitsbeschränkung sollte folgende Komponenten umfassen:
Strategien zur Verbesserung der Adhärenz:
Wichtige Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- Eine zu abrupte und zu strenge Natriumrestriktion kann bei Patienten, die an eine hohe Natriumaufnahme gewöhnt sind, zu Appetitlosigkeit und Mangelernährung führen 1
- In heißen oder trockenen Klimazonen kann eine übermäßige Flüssigkeitsbeschränkung Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz dem Risiko eines Hitzschlags aussetzen 1
- Bei Patienten mit Sepsis oder akuter Erkrankung muss die Flüssigkeitsgabe sorgfältig gegen das Risiko einer respiratorischen Beeinträchtigung abgewogen werden 1
- Die Flüssigkeitsbeschränkung sollte regelmäßig neu bewertet werden, insbesondere wenn sich der klinische Zustand des Patienten ändert 1