Linezolid und Urinverfärbung
Nein, Linezolid verfärbt den Urin nicht orange. Die verfügbaren klinischen Leitlinien und Forschungsergebnisse enthalten keine Hinweise darauf, dass Linezolid zu einer orangefarbenen Verfärbung des Urins führt.
Bekannte Nebenwirkungen von Linezolid
Linezolid ist ein synthetisches Oxazolidinon-Antibiotikum, das die Proteinsynthese am 50S-Ribosom hemmt und zur Behandlung von MRSA-Infektionen und anderen grampositiven Erregern eingesetzt wird 1.
Die häufigsten dokumentierten Nebenwirkungen von Linezolid umfassen:
- Hämatologische Toxizität, insbesondere Thrombozytopenie, gefolgt von Anämie und Neutropenie 1
- Periphere und optische Neuropathie, die möglicherweise nicht oder nur teilweise reversibel sind 1
- Laktatazidose bei Langzeitanwendung 1
- Gastrointestinale Beschwerden wie Durchfall, Erbrechen und Übelkeit, besonders bei Kindern 1
- Serotonin-Syndrom bei gleichzeitiger Einnahme von Serotonin-Wiederaufnahmehemmern, da Linezolid ein schwacher, nicht-selektiver, reversibler Hemmer der Monoaminoxidase ist 1, 2
Urinausscheidung von Linezolid
Linezolid wird teilweise über die Nieren ausgeschieden:
- Etwa 35% der verabreichten Dosis erscheinen als unveränderter Wirkstoff im Urin 2
- Etwa 50% werden als zwei Hauptmetaboliten im Urin ausgeschieden 2
- Die mediane kumulative renale Ausscheidung der verabreichten Dosis beträgt etwa 44% 3
Trotz dieser signifikanten renalen Ausscheidung gibt es in den klinischen Leitlinien und Studien keine Berichte über eine Verfärbung des Urins durch Linezolid 1.
Bekannte Medikamente mit Urinverfärbung
Im Gegensatz zu Linezolid ist die Urinverfärbung als seltene Nebenwirkung bei anderen Antibiotika wie Metronidazol dokumentiert:
- Metronidazol kann zu einer rötlichen oder cola-farbenen Verfärbung des Urins führen 4, 5
- Diese Verfärbung ist reversibel und verschwindet typischerweise innerhalb von 24 Stunden nach Absetzen des Medikaments 5
Klinische Relevanz
Bei der Anwendung von Linezolid sollten Ärzte und Patienten auf die bekannten schwerwiegenden Nebenwirkungen achten:
- Bei Langzeitanwendung regelmäßige Überwachung des Blutbildes wegen möglicher Myelosuppression 1
- Beobachtung auf Anzeichen peripherer oder optischer Neuropathie 1
- Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung mit serotonergen Substanzen 1, 2
- Besondere Vorsicht bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz, da die Exposition gegenüber den primären Metaboliten 7- bis 8-fach höher sein kann 2
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine orangefarbene Urinverfärbung nicht zu den bekannten oder dokumentierten Nebenwirkungen von Linezolid gehört.