Medikamente, die den Urin orange verfärben
Rifampicin ist das bekannteste Medikament, das eine orange Verfärbung des Urins verursacht. 1
Hauptursachen für orange Urinverfärbung
Antibiotika
- Rifampicin (und andere Rifamycine wie Rifabutin und Rifapentin) verursachen eine universelle orange Verfärbung von Körperflüssigkeiten, einschließlich Urin, Schweiß, Tränen und Sputum 1
- Die Intensität der Verfärbung ist proportional zur eingenommenen Menge des Medikaments 2
- Diese Verfärbung ist ein normaler Effekt und kein Zeichen einer Toxizität 1
Andere Medikamente
- Metronidazol kann in seltenen Fällen zu einer dunklen oder cola-farbenen Urinverfärbung führen 3
- Bestimmte Chemotherapeutika können ebenfalls Urinverfärbungen verursachen 1
Wichtige klinische Hinweise
Bei Rifampicin-Therapie
- Patienten sollten vor Beginn der Behandlung über die zu erwartende Verfärbung des Urins und anderer Körperflüssigkeiten informiert werden 1, 2
- Die orange Verfärbung kann weiche Kontaktlinsen und Kleidung dauerhaft verfärben 1
- Die Verfärbung ist kein Grund zur Beendigung der Therapie, da sie keine schädlichen Auswirkungen hat 2
Differentialdiagnose
- Bei plötzlicher Urinverfärbung sollte zwischen medikamentenbedingter Verfärbung und pathologischen Ursachen unterschieden werden:
Labordiagnostische Überlegungen
- Rifampicin kann zu falsch-positiven Ergebnissen bei immunologischen Opiat-Tests im Urin führen 5
- Bei Patienten unter Rifampicin-Therapie sollten positive Opiat-Tests mit spezifischeren Methoden bestätigt werden 5
Überwachung und Management
- Bei Rifampicin-Therapie ist keine spezielle Überwachung wegen der Urinverfärbung erforderlich 1
- Regelmäßige Überwachung der Leberfunktion wird empfohlen, da Rifampicin hepatotoxisch sein kann, was aber nicht mit der Urinverfärbung zusammenhängt 1, 2
- Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist besondere Vorsicht geboten, da in seltenen Fällen akutes Nierenversagen auftreten kann 6
Patientenaufklärung
- Patienten sollten informiert werden, dass die orange Verfärbung des Urins bei Rifampicin-Einnahme normal ist und keine gesundheitlichen Auswirkungen hat 1, 2
- Die Verfärbung verschwindet nach Absetzen des Medikaments 3
- Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass Rifampicin auch andere Körperflüssigkeiten wie Schweiß, Tränen und Speichel verfärben kann 2