Pregabalin bei Bandscheibenvorfall-Schmerzen
Pregabalin ist kein Neuroleptikum, sondern ein Antikonvulsivum, das zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen bei Bandscheibenvorfällen eingesetzt wird, da es durch Bindung an die α-2-δ-Untereinheit von Kalziumkanälen wirkt und die Freisetzung von Neurotransmittern reduziert, die an der Schmerzentstehung beteiligt sind. 1
Klassifizierung und Wirkungsweise von Pregabalin
- Pregabalin gehört zur Gruppe der Antikonvulsiva (Antiepileptika) und nicht zu den Neuroleptika 1
- Es bindet an die α-2-δ-Untereinheit spannungsabhängiger Kalziumkanäle, wodurch der Kalziumeinstrom reduziert und die synaptische Neurotransmitterfreisetzung in überreizten Neuronen vermindert wird 1
- Die Wirkung setzt relativ schnell ein, oft innerhalb der ersten Behandlungstage 2
Anwendung bei Bandscheibenvorfall-Schmerzen
- Pregabalin wird bei neuropathischen Schmerzkomponenten eingesetzt, die bei Bandscheibenvorfällen auftreten können, wenn Nervenwurzeln komprimiert werden 3
- Die empfohlene Dosierung liegt zwischen 150-600 mg/Tag in geteilten Dosen 1
- Eine retrospektive Kohortenstudie zeigte, dass Pregabalin bei Patienten nach Wirbelsäulenoperationen aufgrund von Bandscheibenvorfällen zu signifikant niedrigeren Schmerzwerten, verbesserter Funktionalität und Schlafqualität führte 3
Wirksamkeit bei neuropathischen Schmerzen
Pregabalin hat sich als wirksam bei verschiedenen neuropathischen Schmerzsyndromen erwiesen, insbesondere bei:
Bei Bandscheibenvorfällen mit neuropathischer Schmerzkomponente kann Pregabalin die Schmerzintensität reduzieren und die Funktionalität verbessern 3
Einschränkungen der Wirksamkeit
- Eine neuere Studie von 2020 zeigte keinen signifikanten Unterschied zwischen Pregabalin und Placebo bei der Schmerzreduktion bei Patienten mit lumbaler Bandscheibenhernie, wenn es zusätzlich zu NSAIDs und Physiotherapie gegeben wurde 5
- Die Wirksamkeit kann von Patient zu Patient variieren, wobei manche Patienten erhebliche Vorteile erfahren, während andere wenig oder keine Besserung zeigen 4
Nebenwirkungen und Sicherheitsprofil
- Häufigste Nebenwirkungen sind Schwindel, Somnolenz, periphere Ödeme, Kopfschmerzen und Gewichtszunahme 1
- Die Nebenwirkungen sind in der Regel mild bis moderat und vorübergehend 1
- Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse sind nicht häufiger als bei Placebo (3,4% vs. 3,4% bei 600 mg Dosierung) 4
Alternative Behandlungsoptionen für neuropathische Schmerzen
- Duloxetin (ein SNRI) kann als Alternative bei neuropathischen Schmerzen erwogen werden 1, 6
- Topische Behandlungen wie Capsaicin oder Lidocain-Pflaster können bei lokalisierten Schmerzen hilfreich sein 1, 6
- Bei unzureichender Wirksamkeit können Kombinationstherapien erwogen werden, z.B. Pregabalin mit Duloxetin 1
Pregabalin ist somit kein Neuroleptikum, sondern ein Antikonvulsivum mit nachgewiesener Wirksamkeit bei verschiedenen neuropathischen Schmerzsyndromen, einschließlich solcher, die bei Bandscheibenvorfällen auftreten können. Die Behandlung sollte mit niedrigen Dosen begonnen und bei Bedarf schrittweise erhöht werden, um Nebenwirkungen zu minimieren.