Empfehlungen zur Ketamin-Dosierung für die Narkoseeinleitung
Die empfohlene Dosierung für Ketamin zur Narkoseeinleitung beträgt 1-2 mg/kg intravenös oder 4-10 mg/kg intramuskulär, wobei die intravenöse Verabreichung aufgrund des schnelleren Wirkungseintritts bevorzugt wird. 1
Intravenöse Dosierung
- Die intravenöse Dosierung von Ketamin zur Narkoseeinleitung liegt zwischen 1-4,5 mg/kg, wobei die durchschnittliche Dosis für eine 5-10 minütige chirurgische Anästhesie 2 mg/kg beträgt 1
- Studien zeigen, dass 1,5 mg/kg i.v. Ketamin effektiver ist als 1,0 mg/kg, da bei der höheren Dosierung nur 5% der Patienten zusätzliche Dosen benötigen, verglichen mit 54% bei der niedrigeren Dosierung 2, 3
- Die intravenöse Verabreichung sollte langsam erfolgen (über einen Zeitraum von 60 Sekunden), da eine schnelle Gabe zu Atemdepression und verstärkter vasopressorischer Reaktion führen kann 1
Intramuskuläre Dosierung
- Die initiale intramuskuläre Dosierung von Ketamin liegt zwischen 6,5-13 mg/kg 1
- Eine Dosis von 9-13 mg/kg führt in der Regel innerhalb von 3-4 Minuten zu einer chirurgischen Anästhesie mit einer Wirkdauer von 12-25 Minuten 1
- Studien haben gezeigt, dass 4 mg/kg i.m. Ketamin in Kombination mit 0,01 mg/kg Atropin eine schnellere Wirkung (3 Minuten vs. 18 Minuten) und kürzere Zeit bis zur Entlassung (85 Minuten vs. 113 Minuten) im Vergleich zu anderen Sedierungsmitteln aufweist 2
Wirkungseintritt und -dauer
- Der Wirkungseintritt bei intravenöser Gabe erfolgt innerhalb von 30-96 Sekunden 3, 1
- Bei intramuskulärer Gabe tritt die Wirkung nach etwa 3-4 Minuten ein 1
- Die durchschnittliche Erholungszeit nach intravenöser Ketamingabe beträgt etwa 84 Minuten (Bereich: 22-215 Minuten) 2, 3
Zusätzliche Empfehlungen
- Ein Benzodiazepin (z.B. Midazolam 0,05-0,1 mg/kg) kann zur Prävention von neuropsychologischen Manifestationen während des Aufwachens aus der Anästhesie verabreicht werden 1, 4
- Die Kombination von Ketamin mit Midazolam kann die kardiostimulierende Wirkung und unangenehme Aufwachreaktionen von Ketamin abschwächen 4
- Während der Ketamin-Verabreichung ist eine kontinuierliche Überwachung der Vitalparameter erforderlich, einschließlich EKG, Pulsoxymetrie und regelmäßiger Blutdruckmessung 5, 1
Besondere Überlegungen
- Bei Notfallintubationen hat sich Ketamin in einer Dosierung von 2 mg/kg i.v. als sicher und effektiv erwiesen, insbesondere bei Patienten mit Unruhe oder Trismus 6
- Ketamin kann aufgrund seiner hämodynamischen Stabilität vorteilhaft sein in Situationen, in denen die kardiovaskuläre Stabilität entscheidend ist 4
- Häufige Nebenwirkungen von Ketamin sind Erbrechen (7-8%), Übelkeit (4-5%), Ataxie (7-8%) und Dysphorie (1%) 2, 3
Vorsichtsmaßnahmen
- Notfallausrüstung für die Atemwege muss sofort verfügbar sein 1
- Aufgrund des Potenzials für Speichelbildung während der Ketamin-Verabreichung sollte vor der Narkoseeinleitung ein Antisialagogum verabreicht werden 1
- Bei Patienten mit chronischer Ketamin-Anwendung wurden Fälle von urogenitalen Schmerzen berichtet 1