Diagnose und Therapie der Clostridioides difficile-Infektion
Die Diagnose einer Clostridioides difficile-Infektion (CDI) wird gestellt, wenn ein Patient Durchfall (≥3 ungeformte Stühle in 24 Stunden) hat und ein positiver Labortest für toxigenes C. difficile oder dessen Toxine vorliegt. 1
Diagnose
Klinische Diagnosekriterien
- Die Diagnose einer CDI erfordert sowohl klinische Symptome als auch einen positiven Labortest 1
- Klinische Symptome umfassen Durchfall (≥3 ungeformte Stühle in 24 Stunden), Bauchschmerzen, Krämpfe, Blähungen, Ileus und toxisches Megakolon 1
- Risikofaktoren, die den Verdacht erhöhen: kürzliche Antibiotikatherapie, Krankenhausaufenthalt und fortgeschrittenes Alter 1
Diagnostische Tests
Stuhluntersuchungen sollten nur bei Patienten mit klinisch signifikantem Durchfall durchgeführt werden 1
Bei Patienten mit Ileus, die keine Stuhlproben abgeben können, bieten perirektale Abstriche mit PCR-Testung eine akzeptable Alternative 1
Diagnostische Optionen umfassen:
- Nukleinsäure-Amplifikationstests (NAAT) für C. difficile-Toxingene (hohe Sensitivität und Spezifität) 1
- Glutamatdehydrogenase (GDH)-Screening-Tests (hohe Sensitivität, unterscheiden jedoch nicht zwischen toxigenen und nicht-toxigenen Stämmen) 1, 2
- Enzymimmunoassays (EIA) für Toxin A/B (variable Sensitivität von 32-98%) 1, 2
Ein zweistufiger Algorithmus wird empfohlen:
Bildgebende Verfahren
- CT-Bildgebung wird für Patienten mit klinischen Manifestationen einer schweren komplizierten C. difficile-Kolitis empfohlen 1
- Typische CT-Befunde: Dickdarmwandverdickung, Dilatation, perikolische Streifung, "Akkordeon-Zeichen" und Aszites 1
- Ultraschall kann bei kritisch kranken Patienten nützlich sein, die nicht für ein CT transportiert werden können 1
- Flexible Sigmoidoskopie kann bei hohem klinischem Verdacht auf CDI hilfreich sein, wenn Stuhltests negativ sind 1
Therapie
Allgemeine Maßnahmen
- Wenn möglich, sollten Antibiotika, die nicht zur Behandlung der CDI dienen, abgesetzt werden 1
- Empirische Therapie sollte vermieden werden, außer bei starkem Verdacht auf schwere CDI 1
Antibiotische Therapie
Für leichte bis mittelschwere CDI:
Für schwere CDI:
Für fulminante CDI:
Alternative Therapie:
Therapie bei rezidivierender CDI
- Rezidive treten bei 18-23% der Patienten nach erfolgreicher Erstbehandlung auf 4
- Behandlungsoptionen für rezidivierende CDI:
Komplikationen
- Schwere CDI kann zu Dehydration, Elektrolytstörungen und akutem Nierenversagen führen 1
- Fulminante CDI kann zu toxischem Megakolon, Darmperforation, Sepsis und Tod führen 5
- Rezidivierende Infektionen (bei 18-23% der Patienten) 4, 7
- Postinfektiöses Reizdarmsyndrom kann bei etwa 4,3% der Patienten mehr als drei Monate nach der Infektion auftreten 1