Stellenwert von Chemotherapie mit regionaler Hyperthermie bei Sarkomen (UPS)
Regionale Hyperthermie in Kombination mit systemischer Chemotherapie verbessert das lokale progressionsfreie Überleben und das krankheitsfreie Überleben bei Hochrisiko-Weichteilsarkomen und sollte als Therapieoption angeboten werden. 1, 2
Indikation für regionale Hyperthermie
- Regionale Hyperthermie in Kombination mit systemischer Chemotherapie zeigt in einer großen randomisierten Phase-III-Studie einen signifikanten Vorteil im lokalen progressionsfreien Überleben und krankheitsfreien Überleben bei Patienten mit Hochrisiko-Weichteilsarkomen (G2-3, tiefliegend, >5 cm) 1
- Die Kombination von regionaler Hyperthermie mit Chemotherapie ist besonders indiziert bei:
Wirksamkeit und Evidenz
- Die EORTC 62961-ESHO 95 randomisierte klinische Studie zeigte, dass die Hinzufügung von regionaler Hyperthermie zur neoadjuvanten Chemotherapie zu einer verbesserten Überlebensrate führte (5-Jahres-Überleben: 62,7% vs. 51,3%; 10-Jahres-Überleben: 52,6% vs. 42,7%) 2
- Die Ansprechrate auf die Behandlung war in der Gruppe mit regionaler Hyperthermie signifikant höher (28,8% vs. 12,7%) 3
- Die regionale Hyperthermie verstärkt die Wirkung der Chemotherapie durch erhöhte chemische Reaktionen und intratumorale Medikamentenanreicherung 4
Praktische Durchführung
- Regionale Hyperthermie bedeutet nicht-invasives selektives Erhitzen des Tumorbereichs auf Temperaturen im Bereich von 40-43°C für 60 Minuten mittels elektromagnetischer Heizvorrichtung 4
- Die Hyperthermie wird immer in Kombination mit Chemotherapie oder Strahlentherapie oder beidem angewendet, ist aber als alleinige Behandlung nicht wirksam 4
- Die Chemotherapie besteht typischerweise aus Doxorubicin, Ifosfamid und Etoposid (EIA-Schema) 3
Nebenwirkungen und Sicherheit
- Hyperthermie-bedingte Nebenwirkungen sind meist mild bis moderat und umfassen:
- Schmerzen (40,5% mild bis moderat, 4,3% schwer)
- Bolus-Druck (26,4% mild bis moderat, 4,9% schwer)
- Hautverbrennungen (17,8% mild bis moderat, 0,6% schwer) 3
- Leukopenie (Grad 3 oder 4) tritt häufiger in der kombinierten Therapiegruppe auf 3
- Die Behandlung ist insgesamt gut verträglich mit niedriger Hyperthermie-bedingter Toxizität 4
Einordnung in den Gesamtbehandlungsplan
- Die Standardbehandlung für lokalisierte Weichteilsarkome bleibt die chirurgische Resektion, ggf. ergänzt durch Strahlentherapie 1, 5
- Adjuvante Chemotherapie wird nicht standardmäßig für Weichteilsarkome empfohlen, kann aber als Option für Hochrisiko-Patienten in Betracht gezogen werden 1, 5
- Bei nicht-resezierbaren Tumoren oder solchen, die nur durch mutilativen Eingriff entfernt werden können, stehen folgende Optionen zur Verfügung:
- Chemotherapie und/oder Strahlentherapie
- Isolierte hypertherme Extremitätenperfusion mit TNFα + Melphalan (bei auf Extremitäten begrenzten Tumoren)
- Regionale Hyperthermie kombiniert mit Chemotherapie 1
Besondere Überlegungen
- Die Entscheidung über die Therapie sollte in einem multidisziplinären Team getroffen werden, unter Berücksichtigung von Tumortyp, Lokalisation, Größe, Grad und Patientenfaktoren 5
- Die Kombination von regionaler Hyperthermie mit präoperativer und postoperativer Chemotherapie bietet eine neue geeignete Behandlungsoption für Hochrisiko-Weichteilsarkome 6
- Neuere Studien untersuchen die optimale Integration der regionalen Hyperthermie in aktuelle multimodale Therapien, einschließlich der Kombination mit Strahlentherapie oder neoadjuvanter Radiochemotherapie 7