Simultane Radiochemotherapie bei Sarkomen
Bei Weichteilsarkomen wird eine simultane Radiochemotherapie nicht standardmäßig empfohlen, da die verfügbaren Leitlinien hauptsächlich eine sequentielle Anwendung von Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie unterstützen.
Standardtherapie bei Weichteilsarkomen
- Die primäre Lokaltherapie für die Mehrheit der lokalisierten Weichteilsarkome besteht aus chirurgischer Resektion plus Strahlentherapie, nicht aus simultaner Radiochemotherapie 1
- Kleine, randomisierte Studien haben gezeigt, dass diese Kombination aus Operation und Strahlentherapie die lokale Kontrolle verbessert (jedoch nicht das Überleben) im Vergleich zur alleinigen Operation 1
- Die Strahlentherapie kann präoperativ oder postoperativ erfolgen, wobei die optimale Sequenz von verschiedenen Faktoren abhängt 1
Rolle der Chemotherapie
- Adjuvante Chemotherapie ist bei Weichteilsarkomen umstritten und wird nicht standardmäßig empfohlen 1
- Nur bei bestimmten Subtypen wie Ewing-Sarkom und Rhabdomyosarkom gilt die adjuvante Chemotherapie als Standard 1
- Für Hochrisiko-Patienten (G2-3, tiefliegend, >5 cm) kann eine adjuvante Chemotherapie als Option angeboten werden, jedoch ohne eindeutigen Nachweis eines klinischen Nutzens 1
- Die verfügbaren randomisierten Studien zeigen keinen überzeugenden klinischen Nutzen einer adjuvanten Chemotherapie bei Patienten mit Stadium-III-Erkrankung 1
Spezifische Anwendungsbereiche
- Bei nicht-resezierbaren Tumoren oder solchen, die nur durch verstümmelnde Operationen entfernt werden könnten, können Chemotherapie und/oder Strahlentherapie als Optionen erwogen werden, jedoch nicht standardmäßig als simultane Radiochemotherapie 1
- In einer großen randomisierten Phase-III-Studie (bei Patienten mit G2-3, tiefliegenden, >5 cm Weichteilsarkomen) war regionale Hyperthermie in Kombination mit systemischer Chemotherapie mit einem Vorteil beim lokalen und krankheitsfreien Überleben verbunden 1, 2
Besondere Überlegungen
- Bei bestimmten Tumortypen wie Blasenkrebs wird eine simultane Radiochemotherapie empfohlen, jedoch nicht standardmäßig bei Sarkomen 1
- Die Entscheidung über die Therapie sollte in einem multidisziplinären Team unter Berücksichtigung von Tumortyp, Lokalisation, Größe, Grad und Patientenfaktoren getroffen werden 1, 3
- Neuere Techniken wie dreidimensionale konforme Strahlentherapie, intensitätsmodulierte Strahlentherapie und bildgeführte Strahlentherapie bieten die Möglichkeit, die Dosis im Tumor zu erhöhen und gleichzeitig gesundes Gewebe zu schonen 4, 5
Fazit für die klinische Praxis
- Bei Weichteilsarkomen sollte die Strahlentherapie in der Regel sequentiell zur Operation und ggf. Chemotherapie eingesetzt werden, nicht als simultane Radiochemotherapie 1
- Die Strahlentherapie sollte postoperativ mit der bestmöglichen Technik in einer Dosis von 50-60 Gy mit Fraktionen von 1,8-2 Gy verabreicht werden, ggf. mit Boosts bis zu 66 Gy 1
- Alternativ kann die Strahlentherapie präoperativ durchgeführt werden, normalerweise mit einer Dosis von 50 Gy 1
- Intraoperative Strahlentherapie (IORT) und Brachytherapie sind Optionen in ausgewählten Fällen 1