Antibiotika-Empfehlungen bei Legionellenverdacht
Bei Verdacht auf eine Legionellen-Infektion sind Fluorochinolone (insbesondere Levofloxacin) oder Makrolide (insbesondere Azithromycin) die Mittel der ersten Wahl, wobei Fluorochinolone mit einer schnelleren klinischen Besserung und weniger Komplikationen verbunden sind. 1
Erstlinientherapie
Für hospitalisierte Patienten wird empfohlen:
Für ambulante Patienten wird empfohlen:
Behandlungsdauer
- Die Standardbehandlungsdauer für Legionellen-Pneumonie beträgt 7-10 Tage 1
- Bei immungeschwächten Patienten oder schweren Infektionen sollte die Behandlung auf 14-21 Tage verlängert werden 2, 1
Klinische Überlegungen
- Fluorochinolone zeigen im Vergleich zu Makroliden eine schnellere Entfieberung, weniger Komplikationen und kürzere Krankenhausaufenthalte 2, 1, 5
- Bei schwerer Erkrankung oder bei immungeschwächten Patienten sollten intravenöse Fluorochinolone als erste Wahl in Betracht gezogen werden 1, 6
- Bei schwer erkrankten Patienten mit erheblichen Begleiterkrankungen oder immungeschwächten Patienten kann die Zugabe von Rifampicin zur Primärtherapie erwogen werden 2, 1, 7
Behandlungsalgorithmus
Für ambulante Patienten mit leichter bis mittelschwerer Erkrankung:
Für hospitalisierte Patienten (nicht-intensivpflichtig):
Für schwere Fälle/Intensivpatienten:
- Intravenöses Fluorochinolon (bevorzugt) oder intravenöses Azithromycin 1, 6
- Bei besonders schweren Fällen oder immungeschwächten Patienten: Erwägen einer Kombinationstherapie mit Rifampicin 1, 7
Wichtige Hinweise und Fallstricke
- Eine Verzögerung der geeigneten Therapie erhöht die Mortalität; die Behandlung sollte beginnen, sobald Legionellen vermutet werden 1
- Beta-Laktam-Antibiotika sind gegen Legionellen unwirksam und sollten nicht als Monotherapie verwendet werden 1, 6
- In einigen Regionen nimmt die Makrolid-Resistenz zu, was die Wirksamkeit der Behandlung beeinflussen kann 2
- Bei Patienten mit schwerer Erkrankung sollte zunächst eine intravenöse Therapie erfolgen, bevor auf eine orale Therapie umgestellt wird 1
- Eine Kombinationstherapie mit Rifampicin sollte schweren Fällen oder immungeschwächten Patienten vorbehalten sein und nicht routinemäßig eingesetzt werden 1, 7