Häufigkeit von Wirbelkörperhämangiomen in der gesunden Bevölkerung
Wirbelkörperhämangiome sind gutartige Gefäßtumoren, die bei etwa 10% der gesunden Bevölkerung vorkommen, mit einer höheren Prävalenz bei Frauen im Verhältnis 2:1 zu Männern. 1
Epidemiologie und Vorkommen
- Wirbelkörperhämangiome sind die häufigsten Tumoren der Wirbelsäule mit einer geschätzten Inzidenz von 1,9-27% in der Allgemeinbevölkerung 2
- Die meisten Studien geben eine durchschnittliche Prävalenz von etwa 10% an 1
- Frauen sind häufiger betroffen als Männer im Verhältnis 2:1 1
- Die meisten Wirbelkörperhämangiome werden zufällig bei bildgebenden Verfahren entdeckt 3
Klinische Bedeutung
- Die überwiegende Mehrheit der Wirbelkörperhämangiome (>99%) ist asymptomatisch und benötigt keine Behandlung 1, 2
- Weniger als 1% der Wirbelkörperhämangiome werden als "aggressiv" oder "atypisch" eingestuft und können klinische Symptome verursachen 2
- Symptomatische Verläufe zeigen sich typischerweise durch:
Bildgebende Diagnostik
- Typische Wirbelkörperhämangiome zeigen charakteristische Merkmale in der Bildgebung:
- Atypische Wirbelkörperhämangiome können primäre Knochenmalignome oder Metastasen imitieren und stellen eine radiologische Herausforderung dar 3
- Bei Verdacht auf aggressive Wirbelkörperhämangiome sind sowohl CT als auch MRT erforderlich 3
Klassifikation und Management
- Die Yucesoy-Yilmaz-Klassifikation teilt Wirbelkörperhämangiome in 4 Grade ein:
- Grad I: <50% des Wirbelkörpers betroffen
- Grad II: >50% des Wirbelkörpers betroffen
- Grad III: gesamter Wirbelkörper betroffen
- Grad IV: epidurale und pedikuläre Ausdehnung 5
- Grad I-Läsionen benötigen in der Regel keine Nachsorge 5
- Asymptomatische Grad II-Läsionen sollten halbjährlich bildgebend kontrolliert werden 5
- Symptomatische thorakolumbale Grad II- und III-Läsionen können für eine perkutane Vertebroplastie in Betracht gezogen werden 5
Besonderheiten im Verlauf
- Die natürliche Entwicklung von asymptomatischen oder schmerzhaften Läsionen zu neurologischen Symptomen ist selten (nur in 2 von 59 Fällen über einen durchschnittlichen Beobachtungszeitraum von 7,4 Jahren) 4
- Bei Patienten mit neurologischen Defiziten ist typischerweise ein neu aufgetretener Rückenschmerz mit anschließender subakuter Progression einer thorakalen Myelopathie (durchschnittliche Zeit bis zur Progression 4 Monate) zu beobachten 4
- Junge Frauen mit thorakalen Läsionen haben das höchste Risiko für die Entwicklung einer Rückenmarkskompression 4