MRT-Befunde nach Radiotherapie eines Weichteilsarkoms
Nach einer Radiotherapie eines Weichteilsarkoms ist typischerweise ein erhöhtes Kontrastmittelenhancement und ausgeprägtes Ödem im Bereich des behandelten Gewebes zu erwarten, wobei diese Veränderungen mehrere Wochen bis Monate nach der Behandlung bestehen können und nicht unbedingt auf ein Tumorrezidiv hindeuten.
Typische MRT-Befunde nach Radiotherapie
Kontrastmittelaufnahme
- Verstärktes Kontrastmittelenhancement im Bereich des behandelten Gewebes ist ein häufiger Befund nach Radiotherapie und kann mehrere Wochen bis Monate anhalten 1
- Die Kontrastmittelaufnahme kann diffus oder heterogen sein und ist auf die strahleninduzierte Entzündungsreaktion und Gefäßpermeabilitätsveränderungen zurückzuführen 1
- Peritumoral kann ebenfalls eine verstärkte Kontrastmittelaufnahme beobachtet werden, die nicht zwingend auf ein Tumorrezidiv hindeutet 2
Ödembildung
- Ausgeprägtes Weichteilödem ist ein charakteristischer Befund nach Radiotherapie eines Weichteilsarkoms 3
- Das Ödem kann sowohl subkutan als auch intramuskulär auftreten, wobei die Ausprägung abhängig ist von:
- Der Lokalisation des Primärtumors (oberflächlich vs. mit Muskelbeteiligung)
- Der Art der Therapie (Operation allein vs. Operation mit Strahlentherapie) 3
- Bei Tumoren mit Muskelbeteiligung und kombinierter Therapie (Operation und Bestrahlung) entwickeln bis zu 88% der Patienten ein hochgradiges Muskelödem 3
Zeitlicher Verlauf der MRT-Veränderungen
- Die radiotherapiebedingten Veränderungen sind bereits wenige Wochen nach Abschluss der Behandlung nachweisbar 1
- Die Bildgebung kann in den ersten 4 Wochen nach der Behandlung fälschlicherweise eine Progression der Erkrankung suggerieren, obwohl klinisch eine Verbesserung vorliegt 1
- Radiologische Zeichen einer anhaltenden Entzündung können mehrere Monate bis Jahre bestehen bleiben, ohne klinisch relevante Implikationen zu haben 1
Differenzierung zwischen Therapiefolgen und Tumorrezidiv
- Die Unterscheidung zwischen therapiebedingten Veränderungen und einem Tumorrezidiv kann herausfordernd sein 1
- Folgende Merkmale können bei der Differenzierung helfen:
Empfehlungen für die Nachsorge-Bildgebung
- Eine routinemäßige MRT-Nachsorge ist bei Patienten mit günstigem klinischem und laborchemischem Ansprechen auf die Therapie nicht zwingend erforderlich 1
- Eine Follow-up-MRT sollte jedoch bei Patienten mit schlechtem klinischen Ansprechen auf die Therapie erwogen werden, um Veränderungen der Weichteilstrukturen zu beurteilen 1
- Bei der Interpretation der MRT-Befunde sollten die Veränderungen der paravertebralen und epiduralen Weichteile besonders beachtet werden, da diese besser mit dem klinischen Status und dem Behandlungserfolg korrelieren als Veränderungen der Knochen- und Bandscheibenstrukturen 1
Besondere Beobachtungen
- Serombildung tritt bei etwa 40% der Patienten nach der Behandlung auf und ist signifikant häufiger nach kombinierter Operation und Strahlentherapie als nach alleiniger Operation 3
- Die Wahrscheinlichkeit für ein hochgradiges subkutanes und muskuläres Ödem ist signifikant höher bei Tumoren mit Muskelbeteiligung (RR = 2,58 bzw. RR = 15) und nach kombinierter Therapie (RR = 15 bzw. RR = 2,05) 3
- Moderne Bildgebungstechniken wie diffusionsgewichtete MRT können zusätzliche Informationen über das Therapieansprechen liefern 4
Klinische Relevanz
- Die MRT-Befunde sollten immer im Zusammenhang mit dem klinischen Zustand des Patienten interpretiert werden 1
- Trotz persistierender oder progressiver bildgebender Veränderungen können die meisten Patienten ein erfolgreiches Behandlungsergebnis haben 1
- Die Kombination aus klinischer Beurteilung, Laborparametern (z.B. Entzündungsmarker) und MRT-Befunden liefert die zuverlässigste Einschätzung des Therapieansprechens 1, 5