Anwendungsbereiche der Transkutanen Elektrischen Nervenstimulation (TENS)
TENS eignet sich hauptsächlich für chronische Rückenschmerzen als Teil einer multimodalen Schmerztherapie, während die Evidenz für andere Schmerzerkrankungen begrenzt oder widersprüchlich ist. 1
Chronische Schmerzzustände mit guter Evidenz
- Chronische Rückenschmerzen: TENS sollte als Teil eines multimodalen Therapieansatzes bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen eingesetzt werden 1
- Phantomschmerzen: TENS kann bei Hals- und Phantomschmerzen angewendet werden 1
- Nackenschmerzen: TENS kann als Behandlungsoption für chronische Nackenschmerzen in Betracht gezogen werden 1
Eingeschränkt empfohlene Anwendungsbereiche
- Krebsbedingte Schmerzen: Die Evidenz ist unzureichend, um TENS bei der Behandlung von krebsbedingten Schmerzen eindeutig zu empfehlen. Eine Cochrane-Übersicht von drei randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 88 Krebspatienten zeigte gemischte Ergebnisse 1
- Fibromyalgie: Die Evidenz ist sehr niedrig und unzureichend, um TENS für Fibromyalgie zu empfehlen oder abzulehnen 2
- Radikuläre Schmerzen: Unzureichende Evidenz für die Wirksamkeit von TENS bei radikulären Schmerzen 1
Wirksamkeit im Vergleich zu anderen Therapien
- Bei chronischen Rückenschmerzen zeigte eine Studie höherer Qualität, dass TENS der oberflächlichen Massage überlegen war 1
- Bei subakuten Rückenschmerzen war TENS der Wirbelsäulenmanipulation mäßig unterlegen 1
- Im Vergleich zu Akupunktur zeigte TENS keinen Unterschied in der kurz- oder langfristigen Schmerzlinderung bei chronischen Rückenschmerzen 1
- Bei akuten Rückenschmerzen ist die Evidenz aus einzelnen Studien niedriger Qualität unzureichend, um die Wirksamkeit von TENS im Vergleich zu anderen Interventionen zu beurteilen 1
Wichtige klinische Überlegungen
- Intensität der Stimulation: Die Intensität der Stimulation ist entscheidend für den therapeutischen Erfolg 3
- Behandlungsdauer: Eine Meta-Analyse zeigte, dass TENS-Behandlungen von weniger als 5 Wochen signifikante Auswirkungen auf Schmerzen hatten, während längere Behandlungen keine signifikanten Effekte zeigten 4
- Nebenwirkungen: Etwa ein Drittel der Patienten, die mit TENS behandelt wurden, berichteten über leichte Hautreizungen. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden nicht berichtet 1
Einschränkungen der Evidenz
- Die Qualität der Evidenz für TENS bei verschiedenen Schmerzerkrankungen wird durchweg als sehr niedrig eingestuft 5
- Methodische Einschränkungen in den Studien umfassen kleine Stichprobengrößen (die meisten Studien hatten weniger als 50 Teilnehmer pro Gruppe) 5
- Inkonsistente Ergebnisse zwischen verschiedenen Studien erschweren eindeutige Schlussfolgerungen 5, 6
Fazit
TENS kann als Teil einer multimodalen Schmerztherapie bei chronischen Rückenschmerzen, Nackenschmerzen und Phantomschmerzen eingesetzt werden. Für andere Schmerzerkrankungen wie Fibromyalgie, radikuläre Schmerzen und krebsbedingte Schmerzen ist die Evidenz unzureichend oder widersprüchlich. Bei der Anwendung von TENS sollte auf eine ausreichende Stimulationsintensität und eine Behandlungsdauer von weniger als 5 Wochen geachtet werden, um optimale Ergebnisse zu erzielen.