What are the initial steps in managing a life-threatening condition with signs of shock, severe hypotension, and respiratory distress?

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Last updated: October 19, 2025View editorial policy

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Erstmaßnahmen bei lebensbedrohlichen Zuständen: Schock, schwere Hypotonie und Atemnot

Bei einem Patienten mit Anzeichen eines lebensbedrohlichen Zustands wie Schock, schwerer Hypotonie und Atemnot sollte sofort das ABCDE-Schema angewendet werden, wobei die Sicherung der Atemwege und die Stabilisierung des Kreislaufs höchste Priorität haben. 1

Sofortige Beurteilung und Maßnahmen

A - Atemwege (Airway)

  • Sofortige Beurteilung der Atemwegsdurchgängigkeit und deren Aufrechterhaltung haben höchste Priorität 2
  • Bei Anzeichen einer Atemwegsverlegung oder -bedrohung (Stridor, Unfähigkeit zu schlucken, Stimmveränderungen) sollte eine frühzeitige Atemwegssicherung erfolgen 3
  • Bei Bewusstlosigkeit Kopf überstrecken, Kinn anheben und ggf. Guedel- oder Wendl-Tubus einlegen 1
  • Bei Patienten mit Atemstillstand sollte sofort mit Beatmung begonnen werden 4

B - Beatmung (Breathing)

  • Sauerstoffgabe bei Atemnot oder Sauerstoffsättigung <90%, mit dem Ziel einer Sättigung >95% 4
  • Bei schwerer Atemnot und Hypoxämie ohne Hypotonie sollte nicht-invasive Beatmung (CPAP, BiPAP) erwogen werden 4
  • Bei respiratorischer Erschöpfung, Hypoxämie, Hyperkapnie oder Azidose ist eine Intubation indiziert 4
  • Kontinuierliche Überwachung der Sauerstoffsättigung und Atemfrequenz 4

C - Kreislauf (Circulation)

  • Bei Hypotonie oder Schockzeichen sofortige Anlage eines intravenösen Zugangs und Flüssigkeitstherapie 4
  • Bei fehlendem Ansprechen auf Flüssigkeitsgabe Einsatz von Vasopressoren zur Aufrechterhaltung des Zielblutdrucks 4
  • Bei myokardialer Dysfunktion Gabe von inotropen Substanzen 4
  • Bei schwerer Herzinsuffizienz mit therapierefraktärer Hypotonie können extrakorporale Verfahren wie VA-ECMO erwogen werden 4, 5

D - Disability (neurologischer Status)

  • Schnelle Beurteilung des Bewusstseinszustands (AVPU: Alert, Voice, Pain, Unresponsive) 6
  • Bei verändertem Bewusstseinszustand ist die Sicherstellung von Atemweg, Atmung und Kreislauf vorrangig 6
  • Blutzuckerkontrolle bei Bewusstseinsveränderungen 1

E - Exposure (Exposition/Umgebung)

  • Vollständige Untersuchung des Patienten zur Identifizierung weiterer Probleme 1
  • Vermeidung von Unterkühlung 4

Spezifische Maßnahmen bei verschiedenen Schockformen

Kardiogener Schock

  • Bei Anzeichen eines kardiogenen Schocks (Hypotonie, Tachykardie, Zeichen der Organminderperfusion) sollte eine rasche hämodynamische Stabilisierung erfolgen 4
  • Gabe von Diuretika bei Lungenödem mit Flüssigkeitsüberlastung 4
  • Nitrate bei symptomatischer Herzinsuffizienz mit systolischem Blutdruck >90 mmHg 4
  • Bei schwerer Herzinsuffizienz mit therapierefraktärer Hypotonie können inotrope Substanzen erwogen werden 4

Hypovolämischer Schock

  • Bei traumatischem hypovolämischem Schock sollte die Kreislaufstabilisierung vor der Atemwegssicherung priorisiert werden (CAB statt ABC), da eine frühe Intubation ohne vorherige Volumentherapie die Mortalität erhöhen kann 7
  • Schnelle Flüssigkeitsresuszitation mit kristalloiden Lösungen 4
  • Bei fehlendem Ansprechen auf Flüssigkeitstherapie frühzeitige Gabe von Vasopressoren 4

Anaphylaktischer Schock

  • Bei Verdacht auf Angioödem mit Bradykardie sofortige Beurteilung der Atemwege 3
  • Bei hämodynamisch instabiler Bradykardie (Herzfrequenz <60/min mit Symptomen) Gabe von Atropin 0,5-1 mg i.v. als Erstlinientherapie 3
  • Bei fehlendem Ansprechen auf Atropin Erwägung einer i.v.-Infusion von β-adrenergen Agonisten (Dopamin, Adrenalin) 3

Septischer Schock

  • Frühzeitige Antibiotikagabe nach Abnahme von Blutkulturen 4
  • Aggressive Flüssigkeitstherapie und bei Bedarf Vasopressoren 4
  • Zielgerichtete Beatmungsstrategien bei septisch bedingtem ARDS 4

Wichtige Hinweise und häufige Fallstricke

  • Die Sicherung der Atemwege hat höchste Priorität, ohne die eine erfolgreiche Reanimation unmöglich ist 2
  • Bei Patienten mit aktiver Blutung kann eine frühe Intubation ohne vorherige Volumentherapie zu einer postintubativen Hypotonie mit erhöhter Mortalität führen 7
  • Kontinuierliche Überwachung der Vitalparameter während des Transports ist unerlässlich, da Transportkomplikationen häufig sind 4
  • Bei Verdacht auf Opioidüberdosierung sollte die Standardreanimation Vorrang vor der Naloxongabe haben, wobei der Fokus auf qualitativ hochwertiger CPR (Kompressionen plus Beatmung) liegt 4
  • Bei Patienten mit Lungenödem und schwerer Dyspnoe können Opiate zur Linderung von Atemnot und Angst erwogen werden, jedoch sollte die Atmung überwacht werden 4

Die sofortige Erkennung und Behandlung lebensbedrohlicher Zustände nach dem ABCDE-Schema verbessert das Überleben und die Lebensqualität der Patienten erheblich. Eine strukturierte Herangehensweise und die Priorisierung der kritischsten Probleme sind entscheidend für ein erfolgreiches Management.

References

Research

[Emergency Resuscitation Techniques:Airway, Breathing, and Circulation].

No shinkei geka. Neurological surgery, 2023

Guideline

Immediate Management of Angioedema with Bradycardia

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Guideline

Guideline Directed Topic Overview

Dr.Oracle Medical Advisory Board & Editors, 2025

Research

Myocardial localization of coronavirus in COVID-19 cardiogenic shock.

European journal of heart failure, 2020

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