Management der Pankreasinsuffizienz mit chronischer Diarrhoe
Bei der 70-jährigen Patientin mit nachgewiesener Pankreasinsuffizienz und 6-wöchiger Diarrhoe empfehle ich dringend eine stationäre Abklärung aufgrund des signifikanten Gewichtsverlusts, der abnormalen Stuhlbeschaffenheit und der Vorgeschichte eines Mammakarzinoms. 1
Klinische Beurteilung des Falls
- Die Patientin zeigt klassische Symptome einer exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI) mit lehmfarbener Diarrhoe seit 6 Wochen und einem Gewichtsverlust von 5 kg 1
- Der stark erniedrigte Pankreas-Elastase-1-Wert im Stuhl (<15 μg/g bei Referenz >200) bestätigt die Diagnose einer schweren EPI 1
- Die Kombination aus dunklem Urin und lehmfarbenen Stühlen deutet auf eine mögliche Gallenwegsbeteiligung oder Malabsorption hin 1
- Die Vorgeschichte eines Mammakarzinoms (Stadium I) erhöht das Risiko für Metastasen oder paraneoplastische Syndrome 1
Gründe für stationäre Aufnahme
- Signifikanter Gewichtsverlust (5 kg in 6 Wochen) bei einer onkologischen Patientin erfordert dringende Abklärung 2
- Mögliche Komplikationen der EPI wie Malnutrition, Osteoporose und Sarkopenie können die Lebensqualität und Prognose erheblich beeinträchtigen 1, 3
- Die Kombination aus EPI und Diabetes mellitus Typ 2 (HbA1c 7%) erhöht das Risiko für Komplikationen 1
- Die rötliche Färbung des Stuhls am Morgen könnte auf eine gastrointestinale Blutung hinweisen und erfordert weitere Diagnostik 1
Diagnostisches Vorgehen im stationären Setting
Bildgebende Diagnostik:
Labordiagnostik:
Gastroenterologische Diagnostik:
Therapeutisches Vorgehen
Pankreasenzymersatztherapie (PERT):
Ernährungstherapie:
Begleittherapie:
Wichtige Hinweise und Fallstricke
- Die EPI kann ein Hinweis auf ein bisher nicht diagnostiziertes Pankreaskarzinom sein, besonders bei Patienten mit Mammakarzinom in der Vorgeschichte 3, 6
- Die Kombination aus EPI und Diabetes mellitus ist häufig und erfordert besondere Aufmerksamkeit 1
- Eine unbehandelte oder unzureichend behandelte EPI kann zu schwerwiegenden Komplikationen wie Mangelernährung, Osteoporose und erhöhtem kardiovaskulärem Risiko führen 3, 2
- Die Therapie sollte langfristig angelegt sein, mit regelmäßiger Überprüfung der Symptome, des Ernährungszustands und der Dosisanpassung 1
Nachsorge nach stationärer Abklärung
- Regelmäßige ambulante Kontrollen alle 3 Monate im ersten Jahr 1
- Jährliche Überprüfung des Mikronährstoffstatus und der endokrinen Funktion 1
- Engmaschige onkologische Nachsorge wegen des erhöhten Risikos für Pankreasmalignität 3
- Anpassung der PERT-Dosis bei Änderung der Symptome oder des Körpergewichts 1, 4