Dosierung von Pantoprazol bei Verdacht auf obere GI-Blutung
Bei Verdacht auf obere gastrointestinale Blutung wird eine initiale Bolusgabe von 80 mg Pantoprazol i.v. gefolgt von 40 mg i.v. alle 12 Stunden empfohlen, wenn keine kontinuierliche Infusion verwendet wird. 1
Dosierungsempfehlungen
- Die Standarddosierung bei kontinuierlicher Infusion besteht aus einem initialen Bolus von 80 mg i.v. gefolgt von einer kontinuierlichen Infusion mit 8 mg/h über 72 Stunden nach erfolgreicher endoskopischer Therapie 2, 3
- Wenn keine kontinuierliche Infusion möglich ist, kann alternativ eine intermittierende Bolusgabe von 40 mg Pantoprazol i.v. alle 12 Stunden angewendet werden 1, 4
- Studien zeigen vergleichbare klinische Ergebnisse zwischen der kontinuierlichen Infusion und der intermittierenden Bolusgabe bei Patienten mit oberer GI-Blutung 1, 4
Wirksamkeit und Evidenz
- Protonenpumpenhemmer (PPI) wie Pantoprazol erhöhen den gastrischen pH-Wert auf über 6, was für die Thrombozytenaggregation und Gerinnselstabilität notwendig ist 5
- Bei einem pH-Wert unter 6 kommt es zur Gerinnsellyse, was das Risiko einer erneuten Blutung erhöht 5
- Hochdosierte PPI-Therapie nach erfolgreicher endoskopischer Behandlung führt zu einer statistisch signifikanten Reduktion der Reblutungsrate im Vergleich zu H2-Rezeptor-Antagonisten oder Placebo 6, 2
Vergleich der Dosierungsschemata
- Eine Studie verglich zwei Pantoprazol-Regime: 80 mg Bolus + 8 mg/h kontinuierliche Infusion vs. 40 mg täglich i.v. und fand keine signifikanten Unterschiede bezüglich Reblutungsraten (10,5% vs. 14,3%) 7
- Eine neuere Studie (2017) verglich die kontinuierliche Infusion (80 mg + 8 mg/h) mit der geteilten Dosierung (40 mg alle 12 Stunden) über 3 Tage und fand keine signifikanten Unterschiede bei klinischen Outcomes wie Reblutung, Krankenhausaufenthaltsdauer oder Mortalität 1
- Eine Studie von 2023 zeigte sogar eine 65% Reduktion der 30-Tage-Reblutungsrate bei intermittierender Bolusgabe im Vergleich zur kontinuierlichen Infusion 4
Praktische Überlegungen
- Die intermittierende Bolusgabe (40 mg alle 12 Stunden) ist kostengünstiger und ressourcenschonender als die kontinuierliche Infusion 1, 4
- Bei hämodynamisch stabilen Patienten mit Verdacht auf obere GI-Blutung kann die intermittierende Bolusgabe bevorzugt werden 8, 4
- Die empirische Therapie mit einem hochdosierten PPI sollte bei Patienten, die auf eine Endoskopie warten, in Betracht gezogen werden 6, 2
Wichtige Hinweise
- Die PPI-Therapie ist kein Ersatz für eine dringliche Endoskopie und Hämostase 2, 3
- Der größte Nutzen der PPI-Therapie zeigt sich bei Patienten mit endoskopischen Hochrisikostigmata 2
- Nach der initialen 72-Stunden-Therapie wird eine orale PPI-Therapie zweimal täglich bis Tag 14 für Patienten mit hohem Reblutungsrisiko empfohlen 2