Behandlung des körperlichen Alkoholentzugs mit Seresta (Oxazepam)
Bei der Behandlung des körperlichen Alkoholentzugs mit Seresta (Oxazepam) wird eine Dosierung von 6-12 mg/Tag empfohlen, die nach Auflösung der Entzugssymptome schrittweise reduziert werden sollte. 1
Dosierungsempfehlungen für Oxazepam
- Oxazepam sollte mit einer Dosierung von 6-12 mg/Tag begonnen und nach Auflösung der Entzugssymptome ausgeschlichen werden 1
- Bei schweren Entzugssymptomen kann eine Dosierung von 1-4 mg alle 4-8 Stunden verabreicht werden 1
- Eine symptomorientierte Dosierung ist einer festen Dosierung vorzuziehen, um eine Akkumulation des Medikaments zu vermeiden 1
- Oxazepam zeigt eine lineare Pharmakokinetik im Dosisbereich von 20-300 mg/Tag ohne Anzeichen einer Akkumulation 2
Vorteile von Oxazepam bei Alkoholentzug
- Oxazepam ist als kurzwirksames Benzodiazepin besonders geeignet für Patienten mit Leberfunktionsstörungen, fortgeschrittenem Alter, Atemwegserkrankungen oder anderen schwerwiegenden Komorbiditäten 1
- Im Vergleich zu langwirksamen Benzodiazepinen wie Diazepam oder Chlordiazepoxid hat Oxazepam ein geringeres Risiko der Akkumulation bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion 1, 3
- Die symptomorientierte Gabe von Oxazepam führt zu einer signifikanten Reduzierung der Gesamtdosis und Behandlungsdauer im Vergleich zu festen Dosierungsschemata 4
Überwachung und Anpassung der Therapie
- Die Schwere der Entzugssymptome sollte regelmäßig mit der CIWA-Ar-Skala (Clinical Institute Withdrawal Assessment for Alcohol) bewertet werden; Werte >8 zeigen einen moderaten Entzug an, Werte ≥15 einen schweren Entzug 1, 3
- Vitalparameter und Entzugssymptome sollten besonders in den ersten 72 Stunden engmaschig überwacht werden, wenn die Symptome am wahrscheinlichsten eskalieren 5
- Bei schweren Komplikationen wie Delir oder Krampfanfällen ist eine stationäre Behandlung erforderlich 1
Wichtige Begleitmaßnahmen
- Thiamin (100-300 mg/Tag) sollte allen Patienten mit Alkoholentzugssyndrom verabreicht werden, um eine Wernicke-Enzephalopathie zu verhindern 1
- Die Thiamin-Gabe sollte vor der Verabreichung von glukosehaltigen Infusionslösungen erfolgen, da die intravenöse Gabe von Glukose einen akuten Thiaminmangel auslösen kann 1
- Die Behandlungsdauer mit Benzodiazepinen sollte 10-14 Tage nicht überschreiten, um das Risiko einer Abhängigkeit zu vermeiden 1, 3
Besondere Vorsichtsmaßnahmen
- Eine psychiatrische Konsultation wird für die Beurteilung, Behandlung und langfristige Planung der Alkoholabstinenz empfohlen 1
- Bei Patienten mit schweren Entzugssymptomen, die nicht auf Benzodiazepine ansprechen, kann Haloperidol (0,5-5 mg alle 8-12 Stunden) als Zusatztherapie erwogen werden 1
- Carbamazepin (200 mg alle 6-8 Stunden) kann als Alternative zu Benzodiazepinen bei der Prävention von Krampfanfällen eingesetzt werden 1, 6