Ursachen des intrarenalen Nierenversagens und Unterscheidung zur interstitiellen Nephritis
Das intrarenale Nierenversagen wird hauptsächlich durch Schädigungen des Nierenparenchyms verursacht, wobei die akute interstitielle Nephritis eine häufige Unterform darstellt, die durch Medikamente, Infektionen oder systemische Erkrankungen ausgelöst werden kann.
Hauptursachen des intrarenalen Nierenversagens
- Akute tubuläre Nekrose (ATN): Häufigste Form des intrarenalen Nierenversagens, verursacht durch Ischämie oder Toxine 1
- Akute interstitielle Nephritis (AIN): Entzündliche Erkrankung des Niereninterstitiums, meist durch Medikamente ausgelöst 1
- Glomerulonephritis: Entzündliche Erkrankung der Glomeruli, oft immunologisch bedingt 1
- Vaskulitis: Entzündung der Nierengefäße, kann Teil systemischer Erkrankungen sein 1
- Infiltrative Erkrankungen: Einlagerung von Tumorzellen oder anderen pathologischen Substanzen 1
Akute interstitielle Nephritis (AIN) im Detail
Ursachen der AIN
Medikamente: Häufigste Ursache (80-90% der Fälle) 1
Infektionen: Bakterien, Viren, Pilze 3
Systemische Erkrankungen: Autoimmunerkrankungen, Sarkoidose 3
Klinische Präsentation
- Meist asymptomatisch mit langsam ansteigendem Serumkreatinin 1
- Gelegentlich Oligurie, Hämaturie, periphere Ödeme und Anorexie 1
- Bei Medikamenten-induzierter AIN oft nach 3-10 Monaten Therapie auftretend 1
- Nephrotisches Syndrom kann bei NSAID-induzierter AIN auftreten 2
Unterscheidung zwischen intrarenalen Nierenversagen und interstitieller Nephritis
Die interstitielle Nephritis ist eine Unterform des intrarenalen Nierenversagens. Zur Unterscheidung verschiedener Formen des intrarenalen Nierenversagens:
Diagnostische Verfahren
Laboruntersuchungen:
Bildgebung:
Nierenbiopsie: Goldstandard zur Unterscheidung verschiedener Formen 1
Spezifische Merkmale der interstitiellen Nephritis
- Histologisch: Infiltration des Interstitiums mit Entzündungszellen, hauptsächlich zytotoxische T-Zellen 5
- Laborchemisch: Tubulussyndrome wie Phosphaturie mit Hypophosphatämie, Glukosurie, Salzverlustsyndrom 3
- Zeitlicher Verlauf: Bei Medikamenten-induzierter AIN oft 2-3 Monate nach Beginn der Therapie mit Anti-CTLA-4-Medikamenten, 3-10 Monate bei PD-1-Inhibitoren 1
Management und Prognose
Therapie der AIN:
Prognose:
Risikofaktoren für schwere Verläufe
- Höheres Alter 1, 2
- Vorbestehende Nierenerkrankungen 7
- Herzerkrankungen mit renaler Hypoperfusion 2
- Gleichzeitige Einnahme mehrerer nephrotoxischer Medikamente 7
Die frühzeitige Erkennung und korrekte Differenzierung des intrarenalen Nierenversagens ist entscheidend für die Wahl der geeigneten Therapie und die Verbesserung der Prognose.